“Eine Stadt, die der gesamten Menschheit gehören soll. Ein Ort des lebenslangen Lernens und ständigen Fortschritts. Als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft soll durch Nutzung aller inneren und äußeren Entdeckungen Auroville zukünftigen Verwirklichungen kühn entgegenschreiten. Auroville wird der Platz materieller und spiritueller Forschung für eine lebendige Verkörperung einer wirklichen menschlichen Einheit sein.”
Aus der Vision zweier Personen heraus entstanden, existiert das kleine Städtchen mit knapp 3.000 Einwohnern seit inzwischen 50 Jahren größtenteils autark. Der rechtliche Grundstein wurde hierfür bereits 1988 gelegt, als speziell für Auroville ein Gesetz von der indischen Regierung, der Auroville Foundation Act, verabschiedet wurde und wodurch der alleinige Eigentümer des Landes die Auroville Foundation ist.
Für mich ist Auroville vor allem ein Ort der Entspannung. Ruhig gelegen und voller Freundlichkeit, habe ich hier sehr schöne Tage, an denen ich mit dem Roller die Umgebung erkunde und lokalen Kaffee genieße.
Am heutigen Morgen, am letzten meiner 4 Tage hier in Auroville, gehe ich mit Vikash, dem Manager des kleinen Hostels, in dem ich untergekommen bin, ins Matrimandir. Das Matrimandir. Wirklich beschreiben kann man das eigentlich gar nicht. Man muss es erleben. Aus der Vision “der Mutter” und Auroville-Gründerin Mira Alfassa entstanden, befindet sich die große, 24 Meter Durchmesser betragende, goldene Kugel im Zentrum Aurovilles. Das Matrimandir dient als Ort der stillen Meditation und auch in den großflächig angelegten Gärten außenrum herrscht völlige Stille. Einzig der Wind säuselt sein Lied und die Natur begleitet ihn mit ihrer üblichen Melodie. Betritt man das Innere des Matrimandir, so betritt man zunächst einen Vorraum, in dem man sich weiße, feste Strümpfe anzieht, nachdem man draußen vor der Türe seine Schuhe ausgezogen hat. Anschließend erreicht man einen schummrigen Raum in dem alles in weiß gehalten ist, in dem sanftes, rotes Licht leuchtet und von dessen Wänden Wasser läuft. Das einzige Geräusch, dass hier wahrzunehmen ist, ist das Geräusch des plätschernden Wassers. Völlig surreal wird es, als ich auf den Boden trete, der weich nachgibt. Teppichboden. Über einen stufenlosen Wendelgang laufe ich auf dem Teppichboden nach oben in das Herz der Kugel. Ein großer, dunkler, völlig in weiß gehaltener, kreisrunder Raum. Und in der Mitte: Eine etwa 1 Meter große Kristallkugel, die einen einzelnen, von der Decke herabkommenden Lichtstrahl aufnimmt, teilt und in den Raum zurückreflektiert. Die einzige Lichtquelle des Raumes wirkt magisch und wie Wolken am Himmel draußen vorbeiziehen, kann man diese in der Kugel wiedererkennen und die Reflektion wirkt für den Augenblick schwächer. Im Abstand von etwa 5 Metern sind um das Zentrum herum in zwei Reihen Sitzpolster ausgelegt, wovon ich auf einem Platz nehme und die Aura auf mich wirken lasse.
Etwas so wunderschönes und zugleich bizarres habe ich mein ganzes Leben lang noch nicht gesehen!





