…erneut zieht es mich in die Welt hinaus.
Nach einer mehrmonatigen Pause, in der ich den Jahrhundertsommer in meiner Heimat genoss, habe ich mich dazu entschieden, meine ursprünglich geplante Reise weiterzuführen…zu einem Abschluss zu bringen…zurück nach Asien…und dann weiter in Richtung Süden. Und wie die Maschine auf dem Flughafen Frankfurt abhebt, spüre ich das alte vertraute Gefühl, den Wunsch nach einem Abenteuer. Es geht wieder los…
Bereits um 5 Uhr in der Früh hebt unser Flugzeug ab und bringt meine gute Freundin Sophie, die mich zunächst noch begleiten wird, und mich in das per Flug 2 ½ Stunden entfernte Kiew, die Hauptstadt der Ukraine. Unser Flugplan sieht hier einen Zwischenstopp von 11 Stunden vor und so treten Sophie und ich durch die Passkontrolle und fahren mit dem Flughafen-Shuttle ins Stadtzentrum der Hauptstadt.
Angekommen, machen wir uns auf den Weg zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die wir heute besuchen möchten und werden prompt Zeuge eines Übergriffs durch Taschendiebe…auf uns.
Eine Gruppe von etwa zehn Mädchen im Alter zwischen 14 und 22 steht um den Treppenabgang zu einer Unterführung herum; was die Herkunft angeht, so stammen die jungen Frauen vermutlich aus einem der Länder des ehemaligen Jugoslawiens. Wie wir an den Mädchen vorbei treten, treffen sich meine Blicke mit denen der vermutlichen Rädelsführerin, die daraufhin aufgeregt mit ihrer Freundin tuschelt. Ich fühle mich noch geschmeichelt, vor allem auch, weil Sophie bemerkt, dass die junge Frau sie anschließend komisch mustert. Wir laufen die Treppen zur Unterführung hinunter und wie wir die vorletzte Stufe erreichen, höre ich Sophie “hey” rufen. Die Gruppe aus jungen Frauen ist uns die Treppen hinab gefolgt. Der Reißverschluss meines Rucksack, den ich auf dem Rücken trage, ist halb geöffnet, mein Stoffbeutel, in dem ich den ganzen Kleinkram von mir aufbewahre, hängt aus dem Rucksack heraus und der Geldbeutel von Sophie befindet sich zwischen den Fingern der Diebin. Durch den Ruf aufgeschreckt, lässt die enttarnte Diebin den Geldbeutel fallen und die Gruppe zieht ungeniert schmunzelnd an uns vorbei. Ich realisiere die Situation noch immer nicht und wie Sophie erzählt, was gerade passiert ist, ziehe ich meinen Rucksack von der Schulter und denke “f*ck, ich hab meinen Rucksack gar nicht geschlossen”. Ich habe weder ein Ziehen noch ein Drücken bemerkt. Ich bin perplex…ich hab nicht gedacht, dass mir sowas mal passieren wird.
Den restlichen Tag verbringen wir ohne weitere Zwischenfälle im Zentrum von Kiew. Wir schauen uns das goldene Tor, die Sophienkathedrale, das St. Michaelskloster und schließlich den Majdan an. Zurück zum Hauptbahnhof, von wo aus uns das Flughafen-Shuttle zu unserem Anschlussflug chauffiert, fahren wir mit der Metro. Kiew besitzt die tiefsten Metrostationen der Welt.
Und dann geht’s auch schon weiter Richtung Osten…nächster Stopp: Bangkok.








