Vietnam, Grenzübergang nach Laos

Was für ein Trip…

Das Wetter in Sapa wird einfach nicht besser und so spricht wenig dagegen, meinen Weg fortzusetzen. Es ist Zeit, Vietnam zu verlassen. Was ich bereits im Vorhinein grob recherchiert habe, bestätigt mir Andrew nochmal im Detail: Es gibt eine Direktverbindung mit dem Bus von Sapa nach Luang Prabang. Aber Andrew warnt mich auch: Es ist ein verdammt langer Weg.

Ich denke gar nicht erst darüber nach, mich über einen Flug von Hanoi aus zu informieren. Ich wollte doch ein Abenteuer. Mein Taxi zum Busbahnhof kommt also um 5, der Sleeping-Bus startet pünktlich um 19.00Uhr.

Ich merke bereits im Sleeping-Bus den Unterschied zu bisherigen Fahrten. Der Weg ist sehr kurvenreich und uneben. Was den Busfahrer angeht, so muss er sich bei seinem, trotz Regenwetter, rasanten Fahrstil bestens auf diesen schmalen Sträßchen durch das bergige Ödland auskennen…ich hoffe es zumindest. Es ist das erste Mal, dass ich mich im Bus anschnalle…um nicht aus dem „Bett“ zu fallen. Wir fahren tiefer und tiefer in die abgelegenen Gegenden des nordwestlichen Hochlands und ich zwinge mich in den Schlaf.

Wir erreichen den Busbahnhof von Dien Bien Dong gegen 5.00am und ich habe einen zweistündigen Zwischenstopp, bevor ich auf einen kleineren, lokalen Bus (25-Sitzer) umsteigen darf. Ich nutze die Zeit für ein vorerst letztes, typisch vietnamesisches Frühstück: Pho Suppe. Neben Trevor, den ich bereits vom Bus aus Sapa kenne, gesellen sich zwei Mädels aus der französischen Schweiz, eine Portugiesin, drei Leute aus Kanada und ein Pärchen aus London  zu mir in den Bus. Unser Gepäck wird, anders als bei den großen Bussen, auf dem Dach verstaut. Nach und nach kommen Einheimische zu uns in den Bus. Es werden etliche Säcke voller Reis und Mais sowie diverse Pakete und weitere Taschen auf das Dach gepackt und wir hoffen, dass es dabei bleibt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Geflügel oder auch Ziegen und Schafe mit solchen lokalen Bussen transportiert werden.

Es ist kurz nach 7, das Dach ist vollbepackt und alle 25 Sitze sind belegt. Ready for takeoff…denken wir. Doch es kommen noch immer weitere Fahrgäste zum Bus gelaufen. Weitere weiße und orangene Säcke werden aufs Dach gehievt und unsere Armlehnen zum Mittelgang hin werden prompt zur Seite geklappt, um weitere Sitzfläche zu schaffen. Um 7.30Uhr starten wir endlich…und halten nach wenigen Metern erneut. Vier weitere Gäste steigen ein und dann über die vorderen Passagiere hinweg, um sich bei uns im hinteren Bereich mit auf die Notsitze zu quetschen. Rein rechnerisch besitze ich nur noch 50% meines Sitzes, dafür aber nun auch etwa 25% des Sitzes meiner Sitznachbarin. Kurz: Es ist eng. Die neuen Gepäckstücke werden aufs Dach geladen und die Getreidesäcke, die zuvor noch auf dem Dach verstaut waren, kurzerhand abgeladen und zwischen unseren Sitzen sowie dem Mittelgang auf dem Boden verteilt. Und ab jetzt wirds scheiße!

Nach zwei Stunden erreichen wir den Grenzübergang Nähe Panghok. Als wir das vietnamesische Grenzhäusschen erreichen und aus dem Bus steigen, kommt prompt einer der vier asiatischen Passagiere von der Rückband mit einer riesengroßen Machete, eingewickelt in Stoff und mit Garn verschnürt, auf meine Höhe und versteckt das gute Stück unter der Sitzreihe neben mir. Die Formalitäten auf vietnamesischer Seite gehen recht sauber über die Bühne und 45 Minuten später durchqueren wir im Bus sitzend das No-Mans-Land zwischen Vietnam und Laos. 5 Minuten Fahrzeit später der zweite Part: Registrierung und Visumerteilung auf laotischem Grund. Die Kosten für ein 30 Tage-Visum variieren je nach Staatszugehörigkeit. Als deutscher Staatsbürger fahre ich dabei mit 30,- US-Dollar (USD) recht günstig. Sofern alles rechtens abläuft…

Nachdem ich auf den drei mir ausgehändigten Formularen alle Felder ausgefüllt habe, gehe ich zu Schalter Nummer 1 und reiche dem Zollbeamten gegenüber meinen Pass, die ausgefüllten Formulare und das Bargeld (1×20,-USD, 1×10,-USD) durch. Der Beamte schaut erst mich, dann das Geld an, prüft beide Scheine auf Unversehrtheit und gibt mir prompt die 20,-USD zurück. „Den möchte ich nicht“. Ich bin verdutzt und erkläre ihm, dass ich noch weitere 15,-USD und somit nicht ausreichend Bargeld bei mir habe. Seinem Blick nach interessiert ihn das kein bisschen. Er schlägt mir vor, ich solle die Banknote irgendwo tauschen und ich erinnere ihn daran, dass wir uns auf einem Gebirgspass inmitten von Bergen befinden, sich hier weder ein Geldautomat noch eine Wechselstube befindet und mein Bus auf der anderen Seite der Zollstation auf die Weiterfahrt wartet. Ich bitte ihn, er möge sich den Geldschein doch nochmal ansehen, doch er schaut mich unverändert gelangweilt und gleichgültig an und ich muss erkennen, dass diese „Beamten“ hier machen, auf was sie gerade Lust haben. Trevor steht hinter mir und hat die Idee, in der Landeswährung zu bezahlen. Der Mann hinter der Scheibe willigt ein und Trevor legt mir das nötige Geld aus, dass er aufgrund des Umtausches seiner übriggebliebenen vietnamesischen Dong in der Tasche hat. 200.000,- laotische Kip (LAK). Mein Pass geht weiter zu Schalter Nummer 2, wo ich für die Ausstellung des Visums weitere 2,-USD „Bearbeitungsgebühr“ bezahlen muss, bevor ich am Schalter Nummer 3 für den offiziellen Einreisestempel die 3,-USD zu zahlen habe, die ich gerade noch in meiner Hand halte. Plötzlich steht Trevor neben mir und zeigt auf eine Umrechnungstabelle auf seinem Handy, wonach 200.000,-LAK = 25,-USD sind. Ich habe definitiv zu viel für mein Visum bezahlt. Durch den gesamten Prozess bereits leicht gereizt, gehe ich zum Schalter Nummer 1 zurück und konfrontiere den Mann hinter der Scheibe mit der Tatsache. Er hört mir aufmerksam zu und bittet mich darum, ihm nochmal meinen Pass zu geben. Das hätte ich nicht tun sollen. Er legt den Pass neben sich, schmeißt mir die 200.000,- LAK regelrecht entgegen und erklärt ohne eine Mine zu verziehen, ich könne zurückkommen, wenn ich das Geld getauscht habe. Ich bin schockiert über seine Reaktion und erkenne urplötzlich, dass ich ihm völlig ausgeliefert bin. Zu meiner Situation: Ich befinde mich zwischen zwei Staaten und während ich nach Laos nicht einreisen kann, kann ich nach Vietnam ohne Visum nicht zurück. Ich gebe mich erschöpft geschlagen und erhalte nach zweimaligem, demütigem Bitten meinen Pass zurück. Herzlichen Dank, du korrupte Sau.

Der Bus setzt sich wieder in Bewegung. Die Lust auf Laos ist mir erstmal vergangen. Nach wenigen Straßenbiegungen stoppen wir mitten im Nirgendwo und der Kamerad von der Rückbank steigt mit einem anderen Mann zusammen aus dem Bus, inklusive Machete. Wohin sie wollen, ist mir ein Rätsel. Hier ist nichts. Alles in allem haben wir etwa 2 Stunden für den Grenzübergang benötigt und die ursprüngliche Ankunft in Luang Prabang verzögert sich bereits um 2 Stunden auf 22.00Uhr. Der Bus setzt sich abermals in Bewegung und wir kommen ohne weitere Unterbrechungen voran. Unser Weg führt uns nun über ein verlassenes Bergsträßchen entlang eines Flusses durch die für diese Region so typische Karstlandschaft und schon bald ist der Stress von der Grenze beim Anblick der wunderschönen Wälder und Berge um uns herum vergessen.

Leider bleibt uns eine weitere Unterbrechung etwa zwei Stunden später nicht erspart und so erreichen wir prompt eine Unfallstelle, die die gesamte Straße und somit den Verkehr auf beiden Seiten blockiert. Während es allmählich dunkel wird, zieht Nebel auf und die Sicht verschlechtert sich, was uns am Ende glücklicherweise nicht zum Verhängnis wird und somit lediglich für eine mystische Aura sorgt. Eine weitere Stunde Wartezeit lässt uns schlussendlich nach 27 Stunden um kurz nach 23.00Uhr in Luang Prabang ankommen. Ausgehungert und erschöpft verabschieden wir uns von unseren Reisebegleitern, die freundlich lächelnd zurückwinken und treten die 3 Kilometer Fussmarsch Richtung Stadtzentrum an…

Sabaidee Laos!

Unser Bus vor dem vietnamesischen Grenzposten.
Nebel zieht auf…
…und verleiht dem Verkehrsunfall…
…etwas mystisches.
Gegen die Kälte hilft nur ein kontrolliertes Waldbrändchen…

Vietnam, Sapa, My Tra Homestay

Das „My Tra“ Homestay ist ein kleines Häusschen im Dörfchen Ta Van, 8,5 Kilometer von Sapa entfernt und hält drei Doppelzimmer sowie einen 10Bett-Dorm bereit. Andrew aus Australien und seine vietnamesische Frau betreiben das Homestay seit 2012 und kümmern sich um alles hervorragend, während die 4 1/2jährige My die Gäste auf Trab hält. …am ersten Tag hat sie mir „geholfen“, meinen Rucksack auszupacken, heute waren wir als Chefköche damit beschäftigt, unsichtbare Gäste zu bewirten. …ach und gestern war überall Lava auf dem Boden.

Ich bin inzwischen seit Sonntag hier, werde morgen Abend aber Sapa und auch Vietnam mit dem Bus (25Stunden Busfahrt!) in Richtung Laos verlassen.

Die Leute hier kommen und gehen. Viele bleiben für 2 Nächte, manche für 3, ich für 4. Ich hab mich hier die letzten Tage sehr wohl gefühlt und hatte viel Spaß. Gerade Abends, durch das gemeinsame Homestay-Dinner um 6.30pm, sind alle Gäste zusammen im Aufenthaltsraum und nach regelrechten Festmahlen (reichlich und vielfältig) werden die Bierflaschen geköpft.

Canadian Strategys war ein cooles Kartenspiel, bei dem man nur zwei seiner vier vor sich liegenden Karten (von Ass-König) anschauen darf, wobei auf der Endabrechnung der schwarze König +25 gibt, während der rote König den Wert um -1 senkt.

Haben viel geredet, viel gelacht und 21 von „let’s start the game“ bis „last one is a penis pump“ geschafft.

…werde auf jeden Fall weiter an meinem Englisch arbeiten; wenn die Leute aus Australia, Canada und States erstmal loslegen, werden die Konservation anspruchsvoller…

Vietnam, Sapa

Sapa. 6 Stunden nordwestlich von Hanoi…

…und nochmal gut 20 Minuten mit dem Taxi in das kleine Dörfchen Ta Van zu meinem Homestay My Tra, wo ich mich für die nächsten 5 Tage einquartiert habe.

Ich habe so viel gute Dinge über die Region Sapa gehört, so viele schöne Bilder gesehen und so vielen spannenden Berichten von anderen Travellern gelauscht…leider waren die alle zu anderen Zeiten hier. Sapa begrüßt mich mit dichten Nebelschwaden, die sich rund um Sapa in den Tälern hartnäckig eingenistet haben. Es ist kalt und nass. Alles andere als das richtige Wetter für ausgiebige Wandertouren, für die ich eigentlich hierher gekommen bin.

Irgendwann fällt einem dann aber selbst im schönsten Homestay die Decke auf den Kopf und so ziehe ich zum ersten Mal meine neue blaue Regenjacke über, die ich von meinen Geschwistern „zum Geburtstag“ geschenkt bekommen hab und gehe vor die Tür…

Leider kann ich durch den dichten Nebel, der sich einfach nicht lichten möchte, nicht sonderlich viel von meiner Umgebung sehen. Dennoch laufe ich drauf los und lasse das kleine Dörfchen Ta Van schon bald hinter mir. Ich halte mich entlang der asphaltierten Hauptstraße Richtung Sapa, um grob die Orientierung zu behalten und biege erst nach etwa 30 Minuten auf einen kleinen Pfad ab, der mich tiefer in die Reisterrassen führt. Mir kommt eine Frau vom Stamm der „Red Dao“ entgegen und beginnt mir grinsend ihren Warenkorb zu präsentieren. Obwohl ich sogleich beteuere, dass ich nichts benötige, komme ich nicht darum herum, mir ihre ganzen Schätze wie Armbänder, traditionelle Shirts, Halstücher und traditionelle Zupf-Blas-Instrumente (selbstverständlich alles selbstgemacht) anzusehen. Sie spricht ein erstaunlich gutes Englisch und verabschiedet sich nach ein paar Minuten intensivem Verhandlungsgespräch trotz unverkaufter Ware mit ein paar nett gemeinten Tipps für meinen Weg und einem lächelnden „see you later“.  Mein kleiner Trip führt mich weiter durch Reisterrassen bergabwärts hin zu einem noch kleineren Dörfchen, dass prompt aus dem Nichts heraus auftaucht und welches ich ebenfalls passiere, bevor mir völlig unerwartet der Weg versperrt wird. Mitten auf dem vielleicht irgendwie als Trampelpfad zu bezeichnenden Untergrund, unmittelbar vor mir, steht ein Schild und hindert mich am Betreten des kleinen Stegs, der mich über einen Bach führen würde. Auf das nicht all zu grosse Schild aus dünnem Holz wurde von jemandem handschriftlich ein vietnamesischer Text angebracht, den ich nicht zu lesen vermag. Am Ende des Textes erkenne ich dann aber deutlich in auch mir bekannten Ziffern die Zahl 5.000 und das Kürzel VND, was für die vietnamesische Währung Dong steht. Ich schaue nach links und rechts, kann den geschäftstüchtigen Wachmann aber nicht entdecken, der hier offensichtlich durch das Kassieren von Brückenzoll (umgerechnet etwa EUR0,20) Reichtum anzuhäufen versucht. Unabhängig davon: Es ist spät geworden…ich entscheide mich dazu, den Heimweg anzutreten und es beginnt schließlich tatsächlich bereits Nacht zu werden, als ich nach meinem knapp vierstündigen Erkundungstrip ins „My Tra“ Homestay zurückkomme. Genau rechtzeitig für eine heiße Dusche und das gemeinsame Homestay-Dinner um 6.30pm. Wie sagt man so schön, Jimmy:

Das Wandern ist des Mayers Lust…

Manche der Bauern hier besitzen wirklich nur etwas Land und eine Kuh…

Cheers!

Vietnam, Hanoi, The Note Coffee

11:20 Uhr. Das kleine, unscheinbare Cafè „The Note“ liegt unmittelbar am Hoan-Kiem-See im Zentrum Hanoi’s. Bei einem ersten Blick auf die überschaubare Speisekarte sehe ich nichts auffälliges, laut einiger Internet-Stimmen erwartet mich hier aber wohl ein hervorragender Kaffee; das Personal ist schon mal gewohnt freundlich.

Ich bestelle einen Cappuccino und mach mich über eine für Europäer fast zu schmale Treppe in den zweiten Stock auf, wobei mich der „Aufstieg“ eher an Klettern denn an Treppensteigen erinnert. Im zweiten Stock angekommen, betrete ich das Zimmer zu meiner Linken und setze mich links an den kleinen Ecktisch. Das Zimmer ist durch zwei große Fenster sehr hell, drei der insgesamt sieben Tische sind durch andere Weltenbummler bereits belegt und ich konzentriere mich auf die Sticker…

Das „The Note“ ist von der Türschwelle im Eingangsbereich bis hoch in den dritten Stock mit farbigen Herzchen-Stickern beklebt, auf denen allerlei Grüßen, Wünschen und Weisheiten von Gästen zu lesen sind, die sich hier mit ihrem Besuch verewigt haben.  Ich sehe Sticker an den Wänden und an der Decke, auf dem Tisch vor mir und an den hölzernen Fensterläden zu meiner Rechten, an der Lampe in der Mitte des Raums und den verschiedenen Stühlen um mich herum.

Guuut…King Christian wünscht sich einfach nur, dass man im „Boobs“ und „Vaginas“ zeigt und Patricia von Melbourne liebt offenbar Vietnam „very much“. Immerhin Anna aus Norwegen wünscht mir einen schönen Tag…scheint eine nette Person zu sein, diese Anna.

Der Cappuccino ist wirklich sehr gut. …und zum Schluss klebe ich selbstverständlich auch noch einen Sticker mit großem, roten Herz an die Wand:

„tomorrow it’s a better day to be in a bad mood“

Vietnam, Hanoi

Ich liebe diese Stadt…und ich liebe das Old Quarter View Hanoi Hostel.

Nach einem zweistündigen Flug von Phu Quoc bin ich vor knapp 4 Stunden im Norden Vietnams, in Hanoi, angekommen. Nach einer gut 30minütigen Uber-Fahrt, deren Kosten ich mir mit zwei sehr freundlichen, in England lebenden Polen teilen konnte, erreichte ich das „Old Quarter“ gegen 20.00Uhr. Es ist das zweite Mal, dass ich hier bin und die Straßen kommen mir vertraut vor…ich mag diese alten, teils mit Pflasterstein ausgelegten, belebten Straßen Hanoi’s, auf denen die Restaurants und Bars ihre kleinen Stühle und Tischchen bis weit über den Bordstein herausstellen und durch die sich der nicht enden wollende Fluß aus Touristen, Backpackern, Locals und den für Asien typischen Motorrollern windet. Irgendwie ist das hier im „Old Quarter“ anders als in den anderen Städten Vietnams. Irgendwie fühle ich mich hier direkt wohl.

Ich komme nach einem kurzen Fußmarsch, bei dem ich mich von meinen beiden Begleitern verabschiede, im Old Quarter View Hanoi Hostel an. Auch hier bin ich heute nicht zum ersten Mal und verspüre sogleich das schöne Gefühl von Behaglichkeit. Obwohl mein erster Aufenthalt hier etwas mehr als 5 Monate zurückliegt, begrüßt mich die Dame an der Rezeption mit einem grinsenden „Welcome again“ und hält mir den Dorm-Schlüssel sowie das gewohnte, frische Handtuch mit der orangenen Stoffschleife außenrum entgegen. Schnell das Gepäck im Schließfach unter meinem Bett verstaut, setze ich mich entspannt im Aufenthaltsraum auf die Eckbank und bestelle ein regionales „Hanoi-Beer“, während ich mich ins hausinterne WLAN einwähle. Ein Passwort brauch ich  nicht…ich war ja schonmal hier.

www.oldquarterviewhanoihostel.com

Vietnam, Phu Quoc

Phu Quoc im Schnell-Überblick:

  • Super Burger bei Pizza Regina & ein täglicher Nightmarket mit Straßen-Restaurants mit hervorragender südvietnamesischer Küche (Seefood & Shrimps). #solecker
  • Pepper-Farm und Pearl-Factory…wohl die peinlichsten Touristenattraktionen, die ich je besuchen musste…
  • Sehr interessantes/erschreckendes Gefängnismuseum „Nha Tu Phu Quoc“ im Süden der Insel (Menschen können so herzlos sein).
  • Die wunderschöne Pagoda „Chua Ho Quoc“ und das Glockenspiel im linken Turm.
  • ERSCHRECKEND viel Plastikmüll an den Stränden und auch im Meer davor.
  • Drei gemeinsame Tage mit meinen Freunden Sophie & Kyle !!!
Phu Quoc ist sehr bekannt für seine Fischsoßen-Fabrik.

Vietnam, Dalat

10 Tage sind bereits vergangen…

…nach den ersten Tagen im Süden Vietnams habe ich mich inzwischen soweit ins Backpacker-Leben zurückgefunden und die Ideen bezüglich Orten, Städten und Ländern, die ich gerne besuchen möchte, sprudeln nur so aus mir heraus. Bevor ich meine Reise nun endgültig alleine (oder zumindest ohne bekanntes Gesicht an meiner Seite) fortsetze, führt mich mein Weg nun zunächst nochmal, von Dalat aus, weiter in den Südwesten nach Ha Tien. Und von dort aus dann mit der Fähre weiter auf Vietnam’s größte Insel. Phu Quoc.

Goodbye, Dalat…

Vietnam, Dalat, K’ho Coffee

K’ho Coffee ist ein Zusammenschluss von rund 60 Kaffee-Farmerfamilien aus dem Norden Dalat’s. Rund um Dalat, dass für Kaffeeanbau sowie Blumenaufzucht bekannt ist und etwa 300 Kilometer nordöstlich von Ho Chi Minh City liegt, sind insgesamt allerdings weitaus mehr, nämlich in etwa 2.000 Kaffee-Farmerfamilien, ansässig. Sicher gehört Vietnam nicht zu den Ländern, die für einen besonders guten Kaffee bekannt sind. Im asiatischen Hochland gedeiht die Robusta-Kaffeebohne allerdings so gut, dass es Vietnam trotzdem geschafft hat, in den letzten Jahren zum zweitgrößten Kaffeelieferanten der Welt aufzusteigen.

Die Kooperation „K’ho Coffee“ versucht durch eigene Vertriebskanäle sowie einen eigenen Marketing-Apparat den Großhandel zu umgehen und so etwas mehr Ertrag für die einzelnen Farmer herauszuholen. Ebenfalls auf die Fahnenstange geschrieben hat sich „K’ho Coffee“, das Image für vietnamesischen Kaffee in der Welt zu verbessern.

www.khocoffee.com

Als großer Kaffee-Liebhaber ist es für mich eine wahre Freude, das Herzstück von „K’ho Coffee“ zu besuchen, dass sich in der Rösterei, dem Trockenlager und dem Versandlager wiederspiegelt.

Ich habe Glück. Ausgerechnet heute ist ein Vertreter eines japanischen Unternehmens zu Besuch, dass die Kooperation zukünftig mit Know-How und einem großen Partnernetzwerk unterstützen möchte. Wir werden gemeinsam durch die Anlage geführt und ich erhalte von beiden Seiten zusammen mehr Informationen zu Kaffee, dem Prozess und dem Farmer-Zusammenschluss als eigentlich üblich. Zum Schluss werde ich dann prompt noch zur Kaffeeverkostung, auch Cupping genannt, eingeladen und beurteile gemeinsam mit meinem japanischen Kaffee-Freund den Geruch und den Geschmack von Kaffee mit Bohnen aus Vietnam, Laos, Sri Lanka, Bolivien und Panama. Aus Letzterem stammen übrigens wohl die, unter Kennern eindeutig bestimmt, qualitativ hochwertigsten aber auch teuersten Kaffeebohnen der Welt.

 

Mit einer der besten Cappuccinos, die ich je getrunken habe!
In der Erntezeit von Oktober-Dezember arbeiten die Farmer Hand in Hand, bis zu 16 Stunden am Tag.
Hier trocknen die Kaffeebohnen zwei Wochen lang und müssen dabei mehrmals am Tag gedreht werden…
…und müssen dabei mehrmals am Tag gedreht werden!
Die Vorbereitungen fürs Cupping sind getroffen…
…und das Cupping kann beginnen.