Von Thailand weiter nach Deutschland, Ein Rückblick

Eine weitere Reise in der Ferne geht zu Ende. Knapp vier Monate war ich unterwegs und durfte in meiner Denkweise und meinen Ansichten, weit entfernt meiner Heimat, weiter reifen. Mein Weg führte mich abermals nach Australien und noch weiter ostwärts, nach Neuseeland. Ein langer Traum wurde war; niemals hatte ich damit gerechnet, einmal bis in dieses Land auf der anderen Seite der Welt vorzudringen. Unbeschreibliche Gewalten und phänomenale Naturwunder erwarteten mich und gaben mir neue Einblicke darüber, wie wundervoll unsere Erde ist. Dreh- und Angelpunkt meiner Reise war immer wieder Thailand und Bangkok. Teils weil sich diese Stadt hervorragend als Sprungbrett anbietet und die westlichen und östlichen Kontinente dank riesiger und technisch hochentwickelter Flughäfen ausgezeichnet miteinander verbindet, teils weil Thailand und die Hauptstadt ganz besondere Orte für mich geworden sind und ich mich jedesmal aufs Neue freue, hier etwas Zeit verbringen zu dürfen. Was mich dieses Mal leider sehr erschüttert hat, sind die unglaublichen Müllmassen, die sich an den Stränden der südlichen Inseln und im Meer um Thailand herum befinden. So viel Plastik, das großteils achtlos weggeworfen wird, ohne dass die Menschen darüber nachdenken, was damit geschieht. Das Problem beginnt bereits früher…bei der Verwendung.

Ich möchte meine letzten Sätze in diesem Reiseblog-Kapitel dazu verwenden, etwas stärker auf dieses Thema einzugehen und würde mich freuen, wenn ich deine zukünftige Denkweise in Bezug auf die Verwendung von Plastik ein wenig sensibilisieren kann…

Wusstest du, dass Singapur seit einigen Monaten die Benutzung von Strohhalmen untersagt? Weltweit haben Länder bereits Gesetze und Regelungen gegen deren Verwendung eingeführt, die EU diskutiert aktuell als geschlossene Gemeinschaft über ein Verbot. Strohhalme, die einmal verwendet werden und anschließend im Müll landen. Wir verwenden teilweise sogar Strohhalme, wenn wir im Restaurant oder in Bars sind, obwohl doch eigentlich nichts dagegen spricht, auf herkömmliche Art aus einem Glas zu trinken. Oder?

Einwegbecher sind ein anderes Übel. Getränke werden uns teilweise in Plastikbechern ausgegeben, obwohl die alternativen Gläser und Tassen hinter der Theke gespült in der Vitrine stehen. Natürlich…vielleicht sind wir auf dem Sprung! Vielleicht wollen wir unser Getränk mit auf den Weg nehmen! …doch ist es nicht viel schöner, sich kurz die Zeit zu nehmen und sich hinzusetzen; den heißen Cappuccino oder den erfrischenden Fruchtshake bewusst zu genießen, anstatt ihn auf dem Weg zu sich zu nehmen, während man mit dem Kopf schon wieder bei völlig anderen Dingen ist?

Die Plastiktüten. Plastiktüten, die nach dem Transport unserer gekauften Waren umweglos im Müll landen…wäre es so viel umständlicher, eine Stofftasche, einen Korb oder einen Rucksack zu verwenden, welche wir bei Nichtverwendung im Kofferraum unseres Autos oder bei unseren Jacken und Schuhen an der Garderobe zuhause “auf Abruf” deponieren? Kleinere Artikel würden doch auch in die Taschen unserer Hosen oder die Handtaschen unserer Freundinnen passen? Oder wir könnten die Plastiktüten zuhause noch als Mülltüte ein zweites Mal verwenden?

…das sind lediglich drei Produkte, die wir nur allzu oft aus Bequemlichkeit verwenden ohne sie wirklich zu benötigen. Weitere Beispiele: Die dünnen reißanfälligen Plastiktüten, in die wir im Supermarkt lediglich einen oder zwei Äpfel einpacken, obwohl wir die meisten Obst- und Gemüsesorten doch auch ohne nochmal zusätzliche Verpackungen transportieren könnten. Die PET-Wasserflasche, die wir zum Sport mitnehmen, obwohl wir uns ebenso gut etwas in eine Trinkflasche abfüllen könnten. In Plastik eingeschweißte Snacks, obwohl wir auch etwas an der Frischetheke kaufen könnten, was im Einzelfall etwas teurer, dafür aber vermutlich auch gesünder sein würde. Die Plastikbecher in Flugzeugen, von denen selbst für das Nachfüllen von Wasser ein neuer Becher verwendet wird, obwohl wir doch auch unseren bereits verwendeten Becher zum Nachfüllen anbieten könnten. Die Utensilien aus Plastik, die wir zum Mischen unserer Getränke mit Milch, Zucker oder ähnlichem benutzen, obwohl meistens auch ein Teelöffel aus Metall auf Nachfrage zur Verfügung liegen würde. Diese blöden Tütchen, die man über den Heckscheibenwischer gezogen bekommt, wenn man durch die Auto-Waschanlage fährt; meist vergisst man doch sogar, diese anschließend wieder zu entfernen, wodurch der Fahrtwind diese früher oder später irgendwo Richtung Straßenrand wirbelt. Heute Mittag habe ich tatsächlich einen westlich aussehenden Mann entdeckt, der frittiertes Fingerfood mit einem Einweg-Plastikhandschuh über seiner rechten Hand gegessen hat! Der Mann saß zwischen den großen Einkaufszentren Siam Discovery und Siam World, welche beide riesige, kostenlose Toilettenräume im Untergeschoss beherbergen, die aus allen erdenklichen Richtungen ausgeschildert sind und wo man sich problemlos die Hände waschen kann. Die Möglichkeiten, etwas Müll einzusparen und so die Umwelt etwas zu entlasten sind grenzenlos…vielleicht möchtest du das ja mal im Hinterkopf behalten?

Ich sitze nun am Bangkoker Suvarnabhumi-Flughafen und freue mich auf zuhause. Deutschland, ich komme!

Chinatown Bangkok.
Der Wat Traimit in Chinatown.
Die weisen Thailänder…oder weise Deutsche?

Thailand, Ayutthaya

Ayutthaya…kaum ein Ort weist mehr Geschichte auf als die einstige Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs. Ein Imperium, das zu seiner Glanzzeit flächenmäßig größer war, als das heutige Frankreich und die UK zusammen.

Bereits bei meinem ersten Besuch in Thailand stand der geschichtsträchtige Ort, an dem heute lediglich noch Ruinen an den Reichtum und die Macht aus vergangenen Zeiten erinnern, ganz oben auf meiner Liste. Irgendwie haben meine Wege bisher aber immer daran vorbei geführt. Bis gestern…

Peeravit, der Manager meines Hostels, bot mir vorgestern in einem Gespräch urplötzlich an, mich nach Ayutthaya zu führen. In Thailand gilt es als Ehre, die starke Mönchskultur zu unterstützen und Peeravit hat gemeinsam mit seiner Schwester einige neue Roben, Sitzkissen und andere Utensilien für ein Kloster in Ayutthaya gekauft, in dem Peeravit selbst zwei Jahre als Mönch verbracht hat. Gestern war der Tag, an dem die beiden die Spenden übergeben wollten und ich nahm das Angebot an und fuhr mit. Als wir mit dem Auto im 1 ½ Stunden nördlich von Bangkok gelegenen Ayutthaya ankamen, besuchten wir zunächst einen großen Tempel, in dem wir Buddha unsere Ehre erwiesen, bevor wir zum “Teacher”, dem Oberhaupt eines Tempels etwas ausserhalb der Stadt, weiterfuhren. Vollbepackt mit orangenen und rotbraunen Paketen überquerten wir das Tempelareal, umrundeten den Haupttempel und steuerten auf einen kleinen Torbogen in der rückseitigen Tempelmauer zu. Wir betraten einen kleinen Innenhof, der mit durch die Sonne bereits ausgeblichenen, langen Holzdielen ausgelegt war, auf denen harmonisch zwei Katzen in der warmen Sonne dösten und an dessen Ende ein überdachter Durchgangsbereich die Freifläche mit den Behausungen der Mönche und anderen Klosterbewohnern verband. Unter dem Dach angekommen, legten wir die Spenden auf eine leicht erhöhte Fläche vor einem Sitzkissen ab und die beiden Thailänder knieten sich davor auf den Boden. Ich selbst platzierte mich mit etwa drei Metern Abstand hinter den beiden auf den einfachen Holzboden, gemäß dem Anstand meine nackten Füßen nach hinten abgewinkelt. Der “Teacher Monk”, wie ihn Peeravit betitelt, erschien nach etwa zehn Minuten in seiner einfachen orangefarbenen Robe und nahm auf dem Sitzkissen auf der Anhöhe Platz. Die drei unterhielten sich auf thailändisch und obwohl ich nichts verstehen konnte, wusste ich, dass meine Begleiter den Mönch um Rat ersuchten. Die Konversation war überlegt, alle Beteiligten sprachen ruhig und ohne Hast…ich übte mich in Respekt und Geduld. Der Buddhismus ist geprägt vom Glauben an die Wiedergeburt und nach einer knappen Stunde des Gesprächs wurde ich Zeuge eines Rituals, das man wohl etwa mit einer christlichen Beichte vergleichen könnte. Die Schwester von Peeravit hatte darum ersucht, “befreit zu werden” und während der Obermönch sie mit einem großen Tuch bedeckte und begann, unverständliche Worte zu murmeln, erklärte mir Peeravit, dass das alte Leben seiner Schwester nun enden und eine neue Lebenszeit ihres Selbsts beginnen wird. Peeravit stimmte als ehemaliger Mönch in das Gebet mit ein und ich wartete weiter. Als der Prozess schließlich beendet war und die drei von einer kleinen Buddha-Statue zurückkehrten, vor der sie im stillen Gebet und mit Räucherstäbchen in den gefalteten Händen verweilt hatten, bat mich der Obermönch zwischen meinen beiden Freunden vor ihm Platz zu nehmen. Er lud mich zum gemeinsamen Gebet ein und ich gab ab sofort mein Bestes, die auf thailändisch gesprochenen Gebetssätze des Mönches nachzusprechen. Peeravit übersetzte die Anweisungen des Gebetführers für mich und bat mich schließlich darum, an meine für mich wichtigsten Menschen zu denken, während vor uns dreien Wasser in kleine Schalen ausgegossen wurden. An meinen Gedanken festhaltend, standen wir nach Vollendung des Gebetes auf, gingen zu einem kleinen, grünen Baum in dem von Sonne gefluteten, abgeschotteten Innenhof und führten das Wasser langsam der ausgetrockneten Erde darunter zu. Wasser, als Geschenk für das Leben.

Nach der Zeremonie fuhren wir gemeinsam zu einem weiteren Tempel außerhalb der Stadt. Der Obermönch vertraute mir seine Tasche zur Aufbewahrung an und auch wenn ich praktisch als Taschenträger missbraucht wurde, empfand ich die Aufgabe, gleich wie es jeder asiatische Buddhist empfinden würde, als große Ehre. Der Obermönch bat schließlich Peeravit darum, ein Foto von uns zu machen und mein Freund übersetzte für mich lachend dessen Bemerkung: Normalerweise tragen Thailänder oder jüngere Mönche meine Tasche; ein Farang (zu deutsch: Ein Ausländer) hat das bisher noch nicht für mich übernommen.

Als es an den Abschied ging, bat mich der Mönch dann nochmal, alleine vor ihm niederzuknien. Während er mir ein Armbändchen umband, sprach er ein buddhistisches Gebet und als er meine Hand und auch meinen Unterarm fest umfasste, gab er mir im Geiste Glück mit auf meinen Weg.

Peeravit und seine Schwester sind dann gestern Abend wieder heimgefahren und ich habe die Nacht in einem kleinen, gemütlichen Hostel verbracht. Bereits gestern Abend bin ich noch durch den historischen Park von Ayutthaya gewandelt und hatte das Glück, die diesjährige Light & Sound-Show mitzuerleben. Seit dem Jahr 1991 zählt die Ruinenstadt zum UNESCO Weltkulturerbe und jedes Jahr wird diese Ehrung mit der einwöchigen Ayutthaya World Heritage Fair gefeiert. Die Tempel erstrahlen in Scheinwerferlicht, ein riesiges Freilichttheater erzählt (auf thailändisch) die Geschichte des Königreichs, allerlei Stände bieten kulinarische Köstlichkeiten und historische Produkte an und bereits am Eingang tauscht man sein Geld gegen spezielle Steine, die einst wohl als Zahlungsmittel verwendet wurden.

Bevor ich heute Abend zurück nach Bangkok fahre, schaue ich mir heute nochmal das Areal bei Tageslicht an. Alte Ruinen, über denen die Magie längst vergangener Tage schwebt…voll mein Ding!

Im Wat Chaiwatthanaram.
Im Wat Chaiwatthanaram.
Im Wat Chaiwatthanaram.
Etwas außerhalb von Ayutthaya…
…als ich die Tasche des Teachers trug.
Peeravit und ich gemeinsam beim Gebet.
Die Ayutthaya World Heritage Fair.
Das Freilichttheater…
…mit echten Elefanten…
…und unzähligen Darstellern.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya…völlig relaxed.

Thailand, Von Koh Lipe zurück in Richtung Norden

Mein Kopf ist nach links geneigt und mein Blick schweift über die letzten 3 Sitzreihen hinweg in Richtung See. Koh Lipe, das kleine Stück Land, auf dem ich die letzten 1 ½ Wochen verbracht habe, verschwindet langsam am Horizont. Das Schnellboot nimmt Kurs auf Pak Bara…

Zuletzt war Koh Lipe fast schon ein Stück Heimat für mich wenn ich den Hauptweg, die “Walking Street”, zwischen dem Pattaya und dem Sunrise Beach entlang gewandelt bin. Das liebe Ehepaar von Tonkow, zu denen ich meine Wäsche gebracht habe und die mir geholfen haben, als ich Probleme mit meinem Ohr bekam. Mathew vom Cafè Kali, die Mädels von der Corner-Bar. Das Mädel vom Reisebüro Thai Beach Travellers, die große Familie vom Juu Huu-Restaurant. Die lieben Leute vom Bloom Cafè&Hostel, bei denen ich jeden Tag meinen Cappuccino (manchmal auch zwei) genossen habe. Das Team von Forra Diving am Pattaya Beach, allen voran mein Tauchbuddy Oli und die Store Managerin Su, mit der ich unzählige nette Gespräche führte und wo ich stets willkommen war. Und neben unzähligen weiteren Menschen, die in unterschiedlichen Restaurants, Cafès, Massagesalons oder Souvenirläden entlang der Walking Street arbeiten und die mir jedes Mal freundlich lächelnd zunickten, natürlich das Personal vom A+ Hotel, wo ich 10 Tage lang Nacht um Nacht “extendete”. Bei letzterem vor allem die vier lieben Trainees Feem, Fiat, Ploy und Benz, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Ich war zeitweise etwas unzufrieden auf Koh Lipe, da meine Tage meiner Ansicht nach vor allem aus “Nichts tun” bestanden. Dabei hatte ich meine sehr geschätzten Smalltalks mit meinen Lieblingstrainees, meinen Cappuccino im Bloom Cafè, zu dem ich meine Gedanken in meinem Reisetagebuch ordnete oder meinen Reiseblog aufarbeitete, meine Erkundungstouren über die Insel und meine entspannten Gespräche oder Dives mit den Leuten von Forra Diving. Oli meinte in einem Gespräch: “You don’t doing nothing. You are travelling in asia…and your “doing nothing” sounds like relaxing.”. Produktiv sein…etwas Sinnvolles mit meiner Zeit anfangen…ein Thema, dass immer wieder Besitz von mir ergreift und immer wieder sind es Menschen um mich herum, die mich daran erinnern, dass es ok ist, ab und zu auch einfach mal “Nichts zu tun”. Claudia aus Wales hat mich einige Male daran erinnert und mir so immer wieder mal ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen beziehungsweise ein Stück weit die Ruhe in mich zurückkehren lassen…

…thank you for that, welsh girl!

Claudia erwähnte mir gegenüber dabei einmal den Begriff F.O.M.O., “Fear of missing out”. Zu deutsch: Die Angst davor, etwas zu verpassen. Nicht genug zu erleben. Nicht das Beste zu erleben. Ich kenne diesen Zustand aus früheren Jahren auch von mir selbst. Ständig auf Achse. Ständig unterwegs. Ständig von “Event” zu “Event” lebend. Oft habe ich schon geäußert, dass ich mich wohl dabei fühle, älter zu sein. Und das stimmt! Mit zunehmendem Alter hat der Drang nachgelassen, überall dabei sein zu wollen. Überall dabei sein zu müssen. Heute genieße ich es, Zeit mit mir selbst zu verbringen oder meine ganze Zeit einem einzelnen Menschen zu widmen statt auf zehn gleichzeitig konzentriert zu sein und dadurch lediglich Oberflächlichkeiten mitzubekommen. Ich bin ruhiger geworden und genieße mehr den Augenblick.

Beobachte ich die heutige Gesellschaft, so ist der Begriff F.O.M.O. allerdings leider durchaus Ernst zu nehmen. Die Menschheit hetzt regelrecht von Ereignis zu Ereignis, ist ständig in Eile und mit dem Kopf nur allzu selten in der Gegenwart. Durch den technischen Wandel der letzten Jahre hat dieser Zustand noch zugenommen. Das Internet hat unsere Gesellschaft zeit- und ortsunabhängig gemacht und die ständige Erreichbarkeit verstärkt die Tatsache, dass wir rund um die Uhr über Ereignisse unserer Mitmenschen auf dem Laufenden gehalten werden. Wir versuchen all das zu kompensieren, in dem wir selbst ständig über Ereignisse unseres Lebens berichten. Wir wechseln bald wöchentlich unsere Profilbilder auf den gängigen Social Media-Plattformen, markieren uns an teilweise völlig irrelevanten Orten, posten allerlei Ereignisse und sogar Stimmungslagen und erhoffen uns dabei stets die Anteilnahme, oder schlimmer noch, einfach nur die zur Kenntnisnahme unseres Umfeldes. Normale Ereignisse reichen dabei oft nicht mehr aus und wir greifen auf Bilder und Erinnerungen längst vergangener Erlebnisse zurück oder entstellen unsere Bilder und Posts mithilfe von Filtern so sehr, dass sie am Ende kaum noch der Realität entsprechen. Das Resultat: Unzufriedenheit.

Es kann wohl leider nur jeder für sich selbst entscheiden, wie stark er in diesem perversen Hamsterrad mitwirken will. Seine Gewohnheiten und Denkweisen zu ändern ist stets eine Herausforderung und aller Anfang ist schwer. Als Belohnung winkt dafür mehr Gelassenheit und mehr Zufriedenheit. Mehr Ruhe. Ich habe mich durch all meine Reisen verändert, bin nachdenklicher geworden. Ich versuche meine Tage stets sinnvoll zu nutzen und erlaube mir selten unproduktiv zu sein…genieße dann aber dafür auch bewusst, was ich tue.

Jeden Abend kam dieser liebe Straßenhund vor mein Hotel und holte sich seine Streicheleinheiten ab.
Die Mädels von der Corner-Bar.
Ploy vom A+ Hotel.
Bloom Cafè&Hostel…ich liebe diesen Platz.
Bloom Cafè&Hostel…ich liebe diesen Platz.
Tschüss Boot!
Tschüss Pattaya Beach!
Tschüss Sunset am Sunrise Beach!
Tschüss Krustentier!
Tschüss sieben Wochen alte Miezekatze!
Tschüss Koh Lipe!

Thailand, Koh Lipe

Nach einer guten Woche verabschiede ich mich von Bangkok und fliege in Richtung Süden. Ich lande in Trang, wo ich schließlich auch die Nacht verbringe und dadurch Zeit habe, mir die kleine Stadt genauer anzuschauen. Naja, um ehrlich zu sein, muss ich sie mir anschauen!

Als ich auf dem kleinen Flughafen in Trang lande, lasse ich mich an den lokalen Busbahnhof fahren, um mich nach den Busverbindungen zu erkundigen und die kleinen Minivans fahren erst am nächsten Morgen wieder Richtung Küste. Ich buche fix ein Zimmer in einem Guesthouse, dass im Internet gute Bewertungen bekommen hat und schaue leider erst anschließend nach dem Standort der Unterkunft…anderer Stadtrand…ich schultere meinen großen 18 Kilogramm-Backpack, spanne mir meinen kleineren 7 Kilogramm-Rucksack auf die Brust und beginne zu laufen.

12 Stunden später sitze ich in einem Schnellboot in Richtung Koh Lipe, eine der südlichsten Inseln der Westküste und gleichzeitig Thailands. Nach einer guten Stunde erreichen wir die Insel, die uns mit türkisfarbenem Wasser und dem weißen etwa 1 Kilometer langen Pattaya Beach begrüßt.

Heute ist Tag 6 auf der Insel und ich habe mich inzwischen recht gut eingelebt. Ich habe den besten Cappuccino der Insel gefunden, weiß wo ich frischen Ingwertee bekomme und wo die Einheimischen günstig Essen gehen. Ich hab ein professionelles Tauchzentrum ausgekundschaftet, mit dem ich bereits zwei Tage “draußen” war, bin auf den Berg der Nachbarinsel Koh Adang geklettert und habe in den besten Bars der Insel gefeiert.

Mir gefällt es hier gut und jeden Abend stoppe ich auf dem Weg zu meinem Schlafsaal an der Rezeption und verlängere meinen Aufenthalt, mit einem Geldschein wedelnd, bei dem liebevollen Personal des A+ Hotels um “one more night”.

Das Leben ist schön!

…bei Pancake…
…und Cappuccino.
Superleckeres grünes Curry an Plätzen, an denen die Einheimischen essen…
…ab und zu auch mal nicht ganz so einheimisch.
Hauptsache relaxed!
Und selbstverständlich habe ich auch versucht, meine „Aufgaben“ zu lösen. Eine davon: Finde den besten Erdbeer-Milchshake der Welt!
Das Meer.
Koh Lipe.
Ein altes Boot.
…und dann ich beim tauchen.
Fische beim tauchen.
Alle zusammen beim tauchen.
Ich.

Thailand, Bangkok

…und wieder einmal sitze ich in der Hauptstadt Thailands. Ich habe keine wirklichen Pläne und lasse mich treiben.

Ich versuche dieses Mal zunächst ein kleines Guesthouse in der Nähe von Chinatown aus, das sich in italienischer Hand befindet und bin definitiv zufrieden. Das “La Locanda” ist sauber, gemütlich und befindet sich in einer hervorragenden Lage, wenn man zügig in unterschiedliche Stadtteile gelangen möchte.

Leider kann ich meinen Aufenthalt nicht verlängern und pilgere so nach zwei Nächten weiter in Richtung Khao San Road, wo ich spontan an die Türe des günstigen Hotels klopfe, in dem ich vor knapp 3 Jahren meine allerersten Nächte in Thailand verbracht hatte und habe Glück. Ein kleines Einzelzimmer mit Ventilator und Gemeinschaftsbad auf dem Gang ist noch frei. Ich nehm es…und taste mich trotz meiner neuen, sehr westlichen Ausgangslage mit meinen Erkundungstouren weiter Richtung östlicher Stadtteile vor.

Die letzten beiden Nächte ziehe ich dann mal noch in einen für mich völlig neuen Stadtteil von Bangkok. Eine Freundin hat mich eingeladen, in ihrer Wohnung zu schlafen und so wandere ich nach 4 Nächten mit meinen beiden Rucksäcken auf den Schultern mittels Rivertaxi und BTS ins 1 ½ Stunden entfernte Sukhumvit 48 auf der anderen Seite der Stadt weiter.

Bei all meinen bisherige Bangkokbesuchen hatte ich stets das Glück, durch alte oder neue Kontakte mir bis dahin unbekannte Teile der Stadt zu entdecken und jedes Mal wächst mein Hunger an der Stadt des Lebens.

khop kun krap, Bangkok!