Italien, Rom, Das Römische Reich

Rom. Ich wollte schon immer mal hierher in die italienische Hauptstadt und nun endlich ist es soweit. Nachdem ich gestern Abend in meinem Hostel im Stadtteil Trastevere angekommen bin hab ich nicht mehr allzu viel gemacht. Doch warte…ich aß eine erste original italienische Pizza.

Meinen ersten Tag hier in Rom widme ich ganz der Vergangenheit. Schon beim Erreichen der Piazza Venezia im Stadtzentrum, in deren Süden das Kapitol liegt, werde ich von der Pracht alter Gebäude regelrecht übermannt. Die Kirche San Marco. Das Denkmal für Vittorio Emanuele II (auf italienisch: Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II), das vor dem Kapitol liegt. Das Kapitol selbst, das auf dem kleinsten der sieben Hügel Roms erbaut wurde. Die Basilika Santa Maria in Aracoeli, die aus dem sechsten Jahrhundert stammt und der dahinter liegende Kapitolsplatz, die Piazza del Campidoglio, die von Michelangelo neu entworfen wurde und wo heute das römische Rathaus steht. Ich schlendere durch enge Gässchen über uralte Pflastersteine in Richtung Süden und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Kleine Balkone und Erker an den Hauswänden, Gebäude verbindende Brückchen, imposante Statuen und Brunnen aus Marmor, alte Straßenlaternen, die das Stadtbild schmücken. Überall laden mich kleine Wasserspender dazu ein, meine Trinkflasche mit erfrischendem Trinkwasser aufzufüllen. Es ist heiß in Rom. Ich strahle von innen heraus, genieße jeden Schritt und weiß nicht, wo ich mein Kameraobjektiv als erstes hinrichten soll.

Ich finde mich schließlich vor dem Eingang zum Palatin wieder und steige den Hügel empor, auf dem einst, bereits im achten Jahrhundert vor Christus, die ersten und später dann zu Zeiten des römischen Reichs die prächtigsten Gebäude Roms standen. Was den Überlieferungen nach einst vor luxuriösen und reich geschmückten Palästen nur so erstrahlte, ist heute lediglich noch zu erahnen, doch selbst die Ruinen wirken mit etwas Fantasie majestätisch. Vom Palatin aus eröffnet sich mir ein atemberaubender Blick auf Rom und das Forum Romanum, wo weit vor unserer Zeit das Herz sowie der geschäftliche und politische Nabel des Römischen Reiches lag. Über breite Treppen aus weißem Marmor steige ich vom Palatin hinunter ins Forum Romanum, um die Ruinen uralter Tempel und Versammlungsorte auf mich wirken zu lassen.

Um 17.00Uhr habe ich ein Rendezvous, auf das ich mich schon seit Tagen freue. Bereits von weitem sehe ich das Kolosseum vor mir und umso näher ich komme, umso beeindruckender wirkt das alte Bauwerk auf mich. Einst fanden sich hier bis zu 50.000 Menschen der unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten ein, um Kämpfe gegen wilde Tiere aus aller Herren Länder und zwischen den Gladiatoren zu verfolgen. Wie ich das Kolosseum betrete und durch die großen Gänge auf uralten Treppen mit meterhohen Decken aus Travertinstein ins innere der Arena vordringe, kann ich mir vorstellen, wie laut es hier einst vor den Kämpfen war, wenn die Zuschauer zu ihren Rängen drängten. Als ich schließlich am Ende meiner Besichtigungstour den untersten der vier Ring erreiche und auf gleicher Höhe wie einst die Gladiatoren stehe, ergreift mich beim Blick hoch zu den Rängen ein ehrfürchtiges Gefühl. Vor meinem inneren Auge sehe ich tausende von jubelnden Menschen von den Rängen auf mich herabblicken. Zum Glück geht es bei mir jetzt nicht um Leben und Tod. Beeindruckend und erschaudernd zugleich.

Meinen Heimweg nehme ich über das Zentrum von Trastevere…und gönne mir echtes italienisches Eis.

Meine erste Pizza in Rom.
Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II.
Im Inneren der Kirche San Marco.
Im Inneren der Kirche San Marco.
Auf der Piazza del Campidoglio, dem Kapitolsplatz.
Auf dem Weg zum Palatin…
Auf dem Weg zum Palatin…
Auf dem Weg zum Palatin…
Auf dem Weg zum Palatin…
Der Palatin…
Der Blick vom Palatin in Richtung Kapitol.
Der Blick vom Palatin ins Forum Romanum.
Das Forum Romanum.
Das Forum Romanum.
Das Forum Romanum.
Das Forum Romanum.
Das Kolosseum.
Das Kolosseum.
Das Kolosseum.
Das Kolosseum.
Junge Liebe.
Der Tiber mit dem Petersdom am Horizont.
Mein erstes Eis in Rom.

Thailand, Ayutthaya

Ayutthaya…kaum ein Ort weist mehr Geschichte auf als die einstige Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs. Ein Imperium, das zu seiner Glanzzeit flächenmäßig größer war, als das heutige Frankreich und die UK zusammen.

Bereits bei meinem ersten Besuch in Thailand stand der geschichtsträchtige Ort, an dem heute lediglich noch Ruinen an den Reichtum und die Macht aus vergangenen Zeiten erinnern, ganz oben auf meiner Liste. Irgendwie haben meine Wege bisher aber immer daran vorbei geführt. Bis gestern…

Peeravit, der Manager meines Hostels, bot mir vorgestern in einem Gespräch urplötzlich an, mich nach Ayutthaya zu führen. In Thailand gilt es als Ehre, die starke Mönchskultur zu unterstützen und Peeravit hat gemeinsam mit seiner Schwester einige neue Roben, Sitzkissen und andere Utensilien für ein Kloster in Ayutthaya gekauft, in dem Peeravit selbst zwei Jahre als Mönch verbracht hat. Gestern war der Tag, an dem die beiden die Spenden übergeben wollten und ich nahm das Angebot an und fuhr mit. Als wir mit dem Auto im 1 ½ Stunden nördlich von Bangkok gelegenen Ayutthaya ankamen, besuchten wir zunächst einen großen Tempel, in dem wir Buddha unsere Ehre erwiesen, bevor wir zum “Teacher”, dem Oberhaupt eines Tempels etwas ausserhalb der Stadt, weiterfuhren. Vollbepackt mit orangenen und rotbraunen Paketen überquerten wir das Tempelareal, umrundeten den Haupttempel und steuerten auf einen kleinen Torbogen in der rückseitigen Tempelmauer zu. Wir betraten einen kleinen Innenhof, der mit durch die Sonne bereits ausgeblichenen, langen Holzdielen ausgelegt war, auf denen harmonisch zwei Katzen in der warmen Sonne dösten und an dessen Ende ein überdachter Durchgangsbereich die Freifläche mit den Behausungen der Mönche und anderen Klosterbewohnern verband. Unter dem Dach angekommen, legten wir die Spenden auf eine leicht erhöhte Fläche vor einem Sitzkissen ab und die beiden Thailänder knieten sich davor auf den Boden. Ich selbst platzierte mich mit etwa drei Metern Abstand hinter den beiden auf den einfachen Holzboden, gemäß dem Anstand meine nackten Füßen nach hinten abgewinkelt. Der “Teacher Monk”, wie ihn Peeravit betitelt, erschien nach etwa zehn Minuten in seiner einfachen orangefarbenen Robe und nahm auf dem Sitzkissen auf der Anhöhe Platz. Die drei unterhielten sich auf thailändisch und obwohl ich nichts verstehen konnte, wusste ich, dass meine Begleiter den Mönch um Rat ersuchten. Die Konversation war überlegt, alle Beteiligten sprachen ruhig und ohne Hast…ich übte mich in Respekt und Geduld. Der Buddhismus ist geprägt vom Glauben an die Wiedergeburt und nach einer knappen Stunde des Gesprächs wurde ich Zeuge eines Rituals, das man wohl etwa mit einer christlichen Beichte vergleichen könnte. Die Schwester von Peeravit hatte darum ersucht, “befreit zu werden” und während der Obermönch sie mit einem großen Tuch bedeckte und begann, unverständliche Worte zu murmeln, erklärte mir Peeravit, dass das alte Leben seiner Schwester nun enden und eine neue Lebenszeit ihres Selbsts beginnen wird. Peeravit stimmte als ehemaliger Mönch in das Gebet mit ein und ich wartete weiter. Als der Prozess schließlich beendet war und die drei von einer kleinen Buddha-Statue zurückkehrten, vor der sie im stillen Gebet und mit Räucherstäbchen in den gefalteten Händen verweilt hatten, bat mich der Obermönch zwischen meinen beiden Freunden vor ihm Platz zu nehmen. Er lud mich zum gemeinsamen Gebet ein und ich gab ab sofort mein Bestes, die auf thailändisch gesprochenen Gebetssätze des Mönches nachzusprechen. Peeravit übersetzte die Anweisungen des Gebetführers für mich und bat mich schließlich darum, an meine für mich wichtigsten Menschen zu denken, während vor uns dreien Wasser in kleine Schalen ausgegossen wurden. An meinen Gedanken festhaltend, standen wir nach Vollendung des Gebetes auf, gingen zu einem kleinen, grünen Baum in dem von Sonne gefluteten, abgeschotteten Innenhof und führten das Wasser langsam der ausgetrockneten Erde darunter zu. Wasser, als Geschenk für das Leben.

Nach der Zeremonie fuhren wir gemeinsam zu einem weiteren Tempel außerhalb der Stadt. Der Obermönch vertraute mir seine Tasche zur Aufbewahrung an und auch wenn ich praktisch als Taschenträger missbraucht wurde, empfand ich die Aufgabe, gleich wie es jeder asiatische Buddhist empfinden würde, als große Ehre. Der Obermönch bat schließlich Peeravit darum, ein Foto von uns zu machen und mein Freund übersetzte für mich lachend dessen Bemerkung: Normalerweise tragen Thailänder oder jüngere Mönche meine Tasche; ein Farang (zu deutsch: Ein Ausländer) hat das bisher noch nicht für mich übernommen.

Als es an den Abschied ging, bat mich der Mönch dann nochmal, alleine vor ihm niederzuknien. Während er mir ein Armbändchen umband, sprach er ein buddhistisches Gebet und als er meine Hand und auch meinen Unterarm fest umfasste, gab er mir im Geiste Glück mit auf meinen Weg.

Peeravit und seine Schwester sind dann gestern Abend wieder heimgefahren und ich habe die Nacht in einem kleinen, gemütlichen Hostel verbracht. Bereits gestern Abend bin ich noch durch den historischen Park von Ayutthaya gewandelt und hatte das Glück, die diesjährige Light & Sound-Show mitzuerleben. Seit dem Jahr 1991 zählt die Ruinenstadt zum UNESCO Weltkulturerbe und jedes Jahr wird diese Ehrung mit der einwöchigen Ayutthaya World Heritage Fair gefeiert. Die Tempel erstrahlen in Scheinwerferlicht, ein riesiges Freilichttheater erzählt (auf thailändisch) die Geschichte des Königreichs, allerlei Stände bieten kulinarische Köstlichkeiten und historische Produkte an und bereits am Eingang tauscht man sein Geld gegen spezielle Steine, die einst wohl als Zahlungsmittel verwendet wurden.

Bevor ich heute Abend zurück nach Bangkok fahre, schaue ich mir heute nochmal das Areal bei Tageslicht an. Alte Ruinen, über denen die Magie längst vergangener Tage schwebt…voll mein Ding!

Im Wat Chaiwatthanaram.
Im Wat Chaiwatthanaram.
Im Wat Chaiwatthanaram.
Etwas außerhalb von Ayutthaya…
…als ich die Tasche des Teachers trug.
Peeravit und ich gemeinsam beim Gebet.
Die Ayutthaya World Heritage Fair.
Das Freilichttheater…
…mit echten Elefanten…
…und unzähligen Darstellern.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya.
Ayutthaya…völlig relaxed.

Australien, Sydney, Kunst-Flash

Was ich in Sydney definitiv bin? Aktiv! Innerhalb der ersten drei Tage habe ich vermutlich so viel Sightseeing gemacht wie sonst in einer Woche. Und wieso? Weil es Spaß macht; hier gibt es immer wieder nochmal etwas Neues zu entdecken. Leider ist das Wetter die letzten beiden Tage etwas abgekühlt, aber in der Hauptstadt des Bundesstaates New South Wales gibt es zum Glück auch ein paar Gebäude, die es sich von innen anzuschauen lohnt. Nachdem ich gestern das Australische Museum besucht habe, wage ich mich heute in die Kunstgalerie von New South Wales.

Ich widme diesen beiden Museen einen eigenen Eintrag, weil ich tatsächlich völlig überwältigt bin. Das Australische Museum bietet eine riesen Vielfalt an unterschiedlichsten Themenbereichen. Ein Bereich befasst sich mit den 200 einzigartigsten Artefakten der australischen Historie wie zum Beispiel dem ersten ausgestellten Bankscheck des Kontinents oder dem größten je gefundene Goldnugget mit 72 Kilogramm. Ein Bereich konzentriert sich auf die Tierwelt des Kontinents, einer auf die gefährlichsten Reptilien und Amphibien von Down Under, andere auf zum Beispiel die Entdeckung durch die Engländer um James Cook und selbstverständlich auf die Aborigines-Kultur. Mein Fokus lag vor allem auf der momentanen Australian Geographic-Sonderausstellung mit dem Thema “Naturfotograf des Jahres”. Ich bin immernoch begeistert von all den fotografischen Meisterwerken und platze geradezu vor neuer Inspiration. Von der Sonderausstellung kann ich wohl behaupten, dass sie eins meiner Highlights bei meinem Besuch in der größten Stadt Australiens war.

Was die Kunstgalerie angeht, so war diese definitiv ebenfalls einen Besuch wert. Am besten haben mir hier dann allerdings doch die europäischen Gemälde aus dem 16ten bis 18ten Jahrhundert sowie die zeitgenössische Kunst gefallen.

Der Wunsch, eines Tages das Louvre in Paris zu besuchen ist damit eindeutig weiter gewachsen…

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”. …das Foto wurde von einem 14-jährigen im Zoo gemacht!

In der Kunstgalerie von New South Wales.

In der Kunstgalerie von New South Wales.

In der Kunstgalerie von New South Wales.

In der Kunstgalerie von New South Wales. …ein Gemälde im Postkartenformat!

In der Kunstgalerie von New South Wales.

Sri Lanka, Galle

Das Beeindruckendste in Galle ist sicher das Fort, dass mehrere Jahrhunderte lang die Bucht und den Hafen von Galle bewachte und sich auch heute noch erfolgreich gegen den Verfall durch Wind und Wetter wehrt. 1588 von den Portugiesen erbaut, 1649 von den Niederländern erobert und ausgebaut, 1796 dann von den Briten übernommen, fiel es erst 1948 in srilankische Hand, als Sri Lanka für unabhängig erklärt wurde und die Briten wieder nach hause segelten. Direkt an der Küste gelegen, sieht man auf den mächtigen Mauern aus Stein stehend, hinaus in die Weiten des indischen Ozeans. Heute schlagen die Wellen nur sanft gegen den Felsen unter mir, vom Meer her weht eine leichte Brise und es duftet nach Salz und frischem Fisch.

Myanmar, Bagan, Part2

…09.00Uhr. Ich starte den Motor meines gemieteten E-Bikes und mache mich gemeinsam mit Shelby und Maja, die bereits von Mandalay aus mit uns zusammen über den Irrawaddy-Fluss nach Bagan aufgebrochen ist, auf den Weg nach Old Bagan. Ich möchte unbedingt mehr von der wundervollen Umgebung Bagan’s erkunden.

Auch entlang der Hauptstraße zum früheren Bagan finden sich viele verschiedene Pagoden und Stupas, um die sich herum verschiedene Straßenhändler und Souvenirverkäufer versammelt haben, um möglichst mit einem von uns Touristen das große Geschäft zu machen. Die Menschen in Myanmar sprechen ein erstaunlich gutes Englisch und wo immer schließlich auch wir an den zahlreichen religiösen Stätten halten, kommen freundliche Gespräche zustande, die stets von viel Lachen begleitet werden. Myanmar ist besonders.

Gegen 11.30Uhr trenne ich mich schließlich von den beiden Mädels, um das Areal in Flußnähe noch für mich alleine etwas zu genießen, bevor ich mich auf 14.00Uhr mit Ludek treffe, um nochmal im Detail über die Reise in den Westen Myanmar’s zu sprechen. Eigentlich habe ich mich ja bereits entschieden.

Ich alter Abenteurer…

Für dieses Bild kniete ich knapp 10 Minuten regungslos auf dem Boden und wartete geduldig, bis der gnädige Flattermann die Güte besaß…

Die Welt ist groß…

…und die See ist rau.

Myanmar, Bagan

Ich bin nun den zweiten Tag in Bagan. Gestern habe ich mir gemeinsam mit Shelby einen Überblick über die kleine Stadt “New Bagan” verschafft, war lecker essen und schaute mir nachmittags mit einem gemieteten E-Bike einen ersten Teil der Tempellandschaft rund um Bagan an. Für heute habe ich mich zu einer Tempeltour angemeldet, die von meinem Hostel angeboten wird und durch die ich mir nun weitere, fundiertere Informationen und Eindrücke über die Gegend erhoffe.

Mein Tag beginnt sehr früh. Shelby und ich haben gestern während unserer Entdeckungstour etwas Abseits der üblichen Wege einen coolen Tempel gefunden, zu dessen Spitze man steigen kann und von dort aus den Sonnenuntergang angesehen. Nach diesem Spektakel haben wir dann direkt vereinbart, dass wir heute vom Nachbartempel aus den Sonnenaufgang verfolgen wollen. Wir treffen uns um 05.45Uhr im Erdgeschoss an der Rezeption und machen uns nach einem schnellen Kaffee auf zum E-Bike-Verkaufsshop des Vortages, um dort erneut einen fahrbaren Untersatz für den Tag zu mieten. Ein Gesetz in Myanmar verbietet regionenbezogen das Fahren sowie auch bereits das Vermieten von Motorrädern und Scootern an Ausländer, in Bagan sind jedoch Elektroroller erlaubt und überall erhältlich. Ich finde das großartig!

Es ist noch dunkel, als wir am Tempel ankommen und durch einen schmalen, unscheinbaren Seitengang die Treppen nach oben ertasten. Oben angekommen, beginnt sich der Himmel nach kurzer Zeit dann schließlich von schwarz zu grau und grau zu blau zu färben. Uns eröffnet sich die gleiche atemberaubende Aussicht wie am Vortag. Weite Flächen mit sandigem Grund, niedrigem Buschwerk und den Tempeln, die überall elegant und mystisch zugleich aus dem Boden ragen. Die Nächte in Myanmar sind recht kalt und zwischen den Büschen und kleineren Bäumen hängen die Nebelschwaden. Nach und nach lichtet sich der Nebel und gibt unserem Sichtfeld weitere Tempel frei. Und wie sich der Himmel langsam rosa färbt, steigen wenige hundert Meter weiter nördlich die Ballons auf… Die Tempellandschaft von Bagan zum Sonnenaufgang aus einem Heißluftballon heraus zu bestaunen, ist sehr gefragt und teuer zugleich. Der stolze Preis für eine etwa 60 minütige Fahrt liegt bei grob 430,- US-Dollar. Und die Anbieter sind Tage im Voraus ausgebucht! …die Ballons steigen höher und höher in Richtung Firmament hinauf und mit ihnen die Sonne. Was zunächst nach einem Flop aussieht, entpuppt sich als wahres Wunder. Die Sonne steigt ohne große Vorankündigung in Form von Morgenrot oder Sonnenstrahlen aus den dichten Nebelschwaden am Horizont empor. Rund und leuchtend rot wie ein Feuerball. Schlagartig erhellt sich die Landschaft um uns herum und was wenige Minuten zuvor noch grau schien, färbt sich jetzt in sattes grün. Es ist kalt. Und es ist still. Und wie die Ballons näherkommen, ist das einzige Geräusch, dass zu vernehmen ist, das gelegentliche Rauschen der Gasbrenner, die die Luft im Inneren der Ballons erhitzen, um höher hinauf zu steigen.

Um 7.45Uhr bin ich schließlich am Hostel zurück und nach einem kurzen Frühstück finde ich mich auf 08.30Uhr mit meinem E-Bike vor dem Hostel ein, von wo aus die mittels Tourguide geführte Besichtigungstour startet. Wir sind insgesamt 24 Personen, was normalerweise deutlich zu viel für meinen Geschmack ist. Hier sind jedoch die meisten Teilnehmer Alleinreisende und ich lerne bereits auf der 10 minütigen Fahrt zur ersten Pagoda Leute aus Israel, Vietnam, der Schweiz und den Niederlanden kennen, was wirklich witzig ist. Nach und nach werden es dann mehr; nochmal Israel, Thailand, Japan, Indien, China, Brasilien, tschechische Republik….die ganze Welt scheint vertreten zu sein und unser birmanischer Tourguide sorgt mit unglaublichem Wissensschatz dafür, dass uns nicht langweilig wird.

Nachdem wir Dhammayazaka, die einzige Pagoda in ganz Bagan mit fünf Eingängen, verlassen, führt uns unser Weg in ein kleines Dorf weiter, in dem allerlei einheimische Handwerkskunst zu bestaunen ist. Die Leute sind nett hier und bieten uns allerlei Waren zu einem “good price” an. Während sich die anderen Tourteilnehmer die Kunstwerke anschauen oder sich in Verkaufsverhandlung begeben, komme ich mit Ludek aus Tschechien ins Gespräch. Ludek ist etwas älter als ich, alleine reisend und sucht einen Travel Buddy für einen Trek weiter im Westen. Er möchte mit dem Bus in das sieben Stunden entfernte Mindat fahren und dort einen Local Guide anheuern, der ihn von Mindat aus in einem 3 Tage-Trek auf den zweithöchsten Berg Myanmars, auf den Mount Victoria, führt. Mindat liegt im westlich von Bagan gelegenen Chin-Staat, dem ärmsten Staat Myanmars, der erst seit drei Jahren überhaupt für den Tourismus geöffnet ist und nördlich der Rakhine-Provinz liegt, in der seit Monaten ein Glaubenskrieg in der Bevölkerung herrscht. Warmwasser, Internet und auch Touristen findet man in Mindat und Mindat’s Umgebung nur sehr selten; die Vorstellung gefällt mir gut. Da ich ohnehin keinen wirklichen Plan für die Zeit nach Bagan habe, verabrede ich mich mit Ludek auf den nächsten Tag, um weitere Informationen zu seiner Idee, dem Chin-Staat und nicht zuletzt auch über Ludek selbst zu erhalten.

Unsere Bagan-Tour führt uns bis in den Nachmittag hinein zu verschiedenen Tempeln der insgesamt über 2.000 Monumente…Bagan ist beeindruckend.

Bin unheimlich stolz auf dieses Bild!

Die Zeichnungen an der Wand sind aus dem 11. Jahrhundert!

…auch hier: 1.000 Jahren alt!

DAS ist Bagan!

Thailand, Sukhothai

Im Jahr 1238 n.Ch. als neues Thai-Königreich gegründet, herrschte die Sukhothai-Dynastie ziemlich genau 200 Jahre lang, bevor die Hauptstadt Sukhothai im Jahr 1438 an Ayutthaya (gut 380 Kilometer weiter südlich gelegen) fiel. Das Königreich Sukhothai hatte in seiner Blütezeit Mitte des 13.Jahrhunderts bis ins späte 14.Jahrhundert hinein immensen Einfluß auf die Kunst, die Sprache, die Literatur und die Religion der modernen thailändischen Gesellschaft und gilt nicht zuletzt aufgrund seiner Größe im frühen 14.Jahrhundert, die flächenmäßig über das heutige Thailand hinausragte, zu einem der bedeutendsten Thai-Königreiche der Geschichte. Leider ist von diesem einst so mächtigen Imperium und dessen Zentrum heute kaum noch etwas zu sehen.

Ich bin gestern Abend in Sukhothai oder, genauer beschrieben, in der Neustadt Sukhothai, etwa 12 Kilometer östlich der ehemaligen Metropole gelegen, angekommen. Die kleine Ortschaft hat leider nicht all zu viel zu bieten: Die typischen Massage-Salons, die in gefühlt jeder Straße Thailand’s zu finden sind, den klassischen night/food market, auf dem man so wunderbar gut essen kann (bereits seit Vietnam verfolgt mich ein Gericht/Beilage/Gemüse, dass ich zu lieben gelernt habe: Fried Morning Glory WITH GARLIC and Rice), zwei Tempel, drei 7/11-Supermärkte, eine Handvoll Bars, Restaurants und kleinerer Unterkünfte sowie Yo. Yo hat die ersten 23 Jahre seines Lebens in den Niederlanden verbracht, ist vor vier Jahren mit seiner thailändischen Mutter nach Suhkothai gezogen und hat vor einer Woche als Rezeptionist in “meinem” Hostel angefangen. Sein Vorname ist japanisch, sein Nachname der seines französischen Vaters, sein Humor der meine. Cooler Typ.

Voller Vorfreude auf den Tag springe ich mit Leichtigkeit um kurz vor 8 aus dem Bett und begebe mich nach einer viel zu kalten Dusche (das mit dem Warmwasser funktioniert hier manchmal nicht so) in den Aufenthaltsraum und zum kostenlosen Frühstück. Toast und Marmelade sind nichts weltbewegendes, aber mit selbstgemachter Erdbeer-, Ananas- und Bananen-Marmelade einfach nur lecker.

Anmerkung nach Palmerston: “Da kommen dann schon auch mal schnell 12 zusammen”.

Nach einem ausgedehnten Frühstück, bei dem ich mit Yalan aus Mexico und Shelby aus Arizona, U.S. mit großer Wahrscheinlichkeit meine Gesellschaft für Weihnachten gefunden habe, mache ich mich per wooden bus (einem überdimensionalen Tuk Tuk) für umgerechnet etwa 0,80€ in die Altstadt unweit dem Historical Park auf. Angekommen, miete ich mir ein Fahrrad für den Tag (weitere 0,80€), löse ein Eintrittsticket für die zentrale Zone (mit Fahrrad 2,85€), gönn mir noch kurz einen Cappuccino und radel mit meinem Drahtesel am Ticket-Kontrollhäuschen vorbei, rein in den Historical Park. Durch Alleen hindurch, an künstlich angelegten Seen vorbei, sind mein Ziel die letzten Überbleibseln der einst so mächtigen Stadt.

Leider ist es mir nicht möglich, mit meinen Fotos auszudrücken, was ich sehe und fühle. Sicher, man vermag mit einem Bild das Objekt zu zeigen, doch wird dadurch nie die Besonderheit des Moments vermittelt. Weder kann man die Geräusche der flatternden und gurrenden Tauben hören, die sich hier überall in den steinernen Überbleibseln eingenistet haben noch das Summen der Insekten, die über die Grünflächen entlang der Fuß-Rad-Wege schwirren. Weder kann man die Wärme der Sonne spüren, die von oben auf einen herab scheint, noch die Wärme der Steine ehemaliger Tempelanlagen, auf denen ich mich niederlasse, um die alten Gebäude in Ruhe zu bestaunen und auf mich wirken zu lassen. Weder kann man die Magie spüren, die von den alten Tempelbauten ausgeht, noch die stille Ehrfurcht der wenigen anderen Besucher, die mir an diesem Tag entgegenkommen…

Nördlich der zentralen Zone.

Wat Mahathat in der zentralen Zone.

Wat Mahathat in der zentralen Zone.

Wat Mahathat in der zentralen Zone. Vor diesem Panorama hab ich deinen Brief gelesen, Mona!

Wat Mahathat in der zentralen Zone.

In der westlichen Zone…

In der nördlichen Zone…

Laos, Phonsavan, Plaine de Jarres

Phonsavan hält selbst nicht viel bereit. Ein kleines Örtchen, dass es mit etwas Glück zur Provinzhauptstadt geschafft hat.

Nennenswert ist das SOS-Kinderdorf, welches ich von außen bestaunen kann, die Mulberries-Farm, wo ich etwas über die Entstehung von Seide lerne und selbstverständlich die Plaine de Jarres.

Rund um Phonsavan finden sich an wenigen verschiedenen Stätten Hunderte von ausgehöhlten Monolithen. Die riesigen Steinkrüge sind einmalig auf der südostasiatischen Halbinsel und bis heute ist ungeklärt, welcher Zivilisation die Krüge entstammen. Man geht davon aus, dass es sich dabei um Begräbnisstätten handelt, da im Inneren der Krüge Überreste eingeäscherter Knochen und farbiger Glasperlen gefunden wurden. Das grobe Alter wird auf etwa 500-100 v.Chr. datiert.

Einer thailändischen Legende nach handelt es sich bei den Steinkrügen um gigantische Becher, aus denen die Riesen vor Tausenden von Jahren Reiswein tranken…

Das Bild ist aus einem Schützengraben heraus entstanden. Bei den dunklen kreisrunden Flächen auf der Ebene vor uns handelt es sich um Bombenkrater aus dem zweiten Indochinakrieg.