Während des zweiten Indochinakriegs unter CIA-Mitarbeitern als Lima Site 6 bekannt, ist Vang Vieng heute als die Touristenhochburg in aller Munde. Klar, dass wenn ich komme, keine Sau da ist. Irgendwas läuft gerade ziemlich verkehrt in Asien: Trotz sogenannter High-Season bleiben die großen Besucherzahlen aus…ob das an dem ungewöhnlich stark durchwachsenen Wetter liegt, dass seit Wochen in Vietnam herrscht und das seine Schatten natürlich auch ins Landesinnere wirft?
Das Wetter in Vang Vieng ist heute gut. Nein, es ist Bombe! Während ich gemütlich meinen Vormittags-Pancake mit Banane und Schokosauce in einem der zahlreichen Straßenrestaurants verputze (mit einem Blick auf die Uhr wäre Frühstück gefühlt einfach nicht mehr richtig), kommt nach Tagen zum ersten Mal bereits Vormittags die Sonne in ihrer vollen Pracht zum Vorschein und es wird augenblicklich warm.
Vang Vieng ist für vieles bekannt. Unter anderem fürs Tubing. Beim Tubing haut man sich mit einem Gummi-Reifen auf den Nam Xong-Fluß und lässt sich diesen runtertreiben. In regelmäßigen Abständen laden Bars am Flußufer zum Verweilen ein…kein schlechter Plan für den Nachmittag.
By the way: 30. November. Happy Birthday, Prinzessin!
Meine Tubing-CrewBei meiner Größe definitiv ein Joker-TypOhne Worte
Luang Prabang. Mit etwas mehr als 50.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt von Laos und das Tor zum Norden. Vielleicht mag ich dieses Städtchen, weil es nicht viel größer als meine eigene Heimatstadt und dadurch gewohnt überschaubar ist. Und vielleicht, weil mich die Stadt von ihrem Stil her etwas an Hanoi erinnert. Ganz sicher aber auch, weil sie etwas Einzigartiges an sich hat. Den Mekong-River, der ihr einen vielfältigen Reichtum an Nahrung beschert, auf der einen Seite, ist die Stadt auf den restlichen Seiten von Bergen umgeben und vermittelt ein gewisses Gefühl von gemütlicher Verschlafenheit. Das Stadtzentrum ist geprägt von französischer Kolonialarchitektur und die vielen kleinen Restaurants und Cafès vermitteln zusätzlichen Charme. Luang Prabang ist zurecht seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe.
Zunächst zwei Nächte gebucht und schlussendlich für fünf Nächte geblieben. …ein schönes Fleckchen Welt, das ich gerne nochmal besuchen würde.
7.45Uhr: Zum Frühstück gibt’s Banana-Pancakes im Hostel
8.20Uhr: Ich treffe mich mit Trevor und Irene bei “Tiger Trail” und wir haben gemeinsam mit zwei anderen Travellern und einem Local-Guide einen nicht zu übertreffenden Tages-Trek im Norden Luang Prabangs. Ablauf: 30Minuten mit dem Mini-Van nordwärts aus der Stadt raus. Eine kurze Bootstour zu unserem Ausgangspunkt im Nirgendwo. Trekking-Tour über etwa 5Stunden, die uns sowohl auf befestigten Wegen als auch schmalen Trampelpfaden durch den Dschungel und die berühmten Karst-Landschaften führt. Während der Tour besuchen wir zwei abgelegene Dörfer laotischer Urvölker und erfahren ein bisschen etwas über deren Lebensweise. Der Trek endet mit einem Kaffee an einem superschönen Wasserfall und einer etwa 20-minütigen Bootsfahrt zurück zum Ausgangspunkt. Zurück in die Stadt bringt uns ein TukTuk. Das Wetter ist den Tag über nicht zu warm und nicht zu kalt, es ist trocken und nachmittags kommt passend zum Ende des Trekkings die Sonne hinter den Wolken hervor.
17.15Uhr: Sonnenuntergang direkt am Mekong-River mit einem kühlen Bier (ein Meckatzer-Bier wäre an dieser Stelle dann wohl wirklich zu viel des Guten).
18.00Uhr: Eine heiße Dusche mit entkalkter Brause.
18.45Uhr: Eine 1-stündige Vollkörper-Massage mit Öl (witzigerweise bietet solche Sachen hier u.a. das rote Kreuz an).
20.00Uhr: Über den Nightmarket schlendern und an einem dieser Straßenstände supervielfältig und lecker zu Abend essen
21.45Uhr: Ein ordentliches Stück Schokoladen-Toffee-Torte als Dessert.
22.30Uhr: Ein weiteres, gekühltes Bierchen. Draußen im Vorhof einer kleinen, gemütlichen Bar. Bei grob 20°C Aussentemperatur. Mit getrockneten Bananen-Scheibchen als Snack, ruhiger Rock-Musik im Hintergrund und Leuten, die man gern hat.
to be continued…
Auch hier gibt es Schulen……und Kindergartenschwänzer
…hab ich mich gestern doch wirklich dazu entschieden, heute nen Bicycle-Trip mit Irene und Trevor mitzumachen (man könnte durchaus auch schreiben, ich nehme an einer Fahrradtour teil aber dann würde sich das Ganze nicht so cool anhören und außerdem würde es dem Trip nicht gerecht). Ziel sollte der Kouang Si Wasserfall sein und die Tagesdistanz liegt bei stolzen 60 Kilometern.
Was soll ich groß schreiben: Ich hab’s geschafft und bin echt stolz drauf! …das schwierigste Stück der Strecke ist definitiv der steile Berg kurz vor Luang Prabang auf dem Rückweg, dessen kleine Serpentinen man auf dem Hinweg noch (bei dem Zustand des Asphalts fast schon Downhill, MT) runterrast und somit den ganzen Tag im Hinterkopf behält. In einer besonders steilen Kurve bin ich auf dem Rückweg dann schließlich vom Rad gestiegen und wie ich das Rad um die nächste Wegbiegung schiebe, sehe ich prompt den Berggipfel 100 Meter vor mir, direkt vor mir. Witzigerweise habe ich vor lauter darauf warten, dass es endlich zu hart für mich wird, gar nicht gemerkt, dass ich diesen für mich zu harten Berg bereits am hochbicyceln war. Für diese letzten Meter zum Gipfel bin ich dann natürlich nochmal aufs Rad gestiegen…und was den Wasserfall angeht:
Mister Kouang Si höchstpersöhnlichFried Rice und Mekong-Flussfisch; DAS war geschmacklich der absolute Wahnsinn!
Das Wetter in Sapa wird einfach nicht besser und so spricht wenig dagegen, meinen Weg fortzusetzen. Es ist Zeit, Vietnam zu verlassen. Was ich bereits im Vorhinein grob recherchiert habe, bestätigt mir Andrew nochmal im Detail: Es gibt eine Direktverbindung mit dem Bus von Sapa nach Luang Prabang. Aber Andrew warnt mich auch: Es ist ein verdammt langer Weg.
Ich denke gar nicht erst darüber nach, mich über einen Flug von Hanoi aus zu informieren. Ich wollte doch ein Abenteuer. Mein Taxi zum Busbahnhof kommt also um 5, der Sleeping-Bus startet pünktlich um 19.00Uhr.
Ich merke bereits im Sleeping-Bus den Unterschied zu bisherigen Fahrten. Der Weg ist sehr kurvenreich und uneben. Was den Busfahrer angeht, so muss er sich bei seinem, trotz Regenwetter, rasanten Fahrstil bestens auf diesen schmalen Sträßchen durch das bergige Ödland auskennen…ich hoffe es zumindest. Es ist das erste Mal, dass ich mich im Bus anschnalle…um nicht aus dem „Bett“ zu fallen. Wir fahren tiefer und tiefer in die abgelegenen Gegenden des nordwestlichen Hochlands und ich zwinge mich in den Schlaf.
Wir erreichen den Busbahnhof von Dien Bien Dong gegen 5.00am und ich habe einen zweistündigen Zwischenstopp, bevor ich auf einen kleineren, lokalen Bus (25-Sitzer) umsteigen darf. Ich nutze die Zeit für ein vorerst letztes, typisch vietnamesisches Frühstück: Pho Suppe. Neben Trevor, den ich bereits vom Bus aus Sapa kenne, gesellen sich zwei Mädels aus der französischen Schweiz, eine Portugiesin, drei Leute aus Kanada und ein Pärchen aus London zu mir in den Bus. Unser Gepäck wird, anders als bei den großen Bussen, auf dem Dach verstaut. Nach und nach kommen Einheimische zu uns in den Bus. Es werden etliche Säcke voller Reis und Mais sowie diverse Pakete und weitere Taschen auf das Dach gepackt und wir hoffen, dass es dabei bleibt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Geflügel oder auch Ziegen und Schafe mit solchen lokalen Bussen transportiert werden.
Es ist kurz nach 7, das Dach ist vollbepackt und alle 25 Sitze sind belegt. Ready for takeoff…denken wir. Doch es kommen noch immer weitere Fahrgäste zum Bus gelaufen. Weitere weiße und orangene Säcke werden aufs Dach gehievt und unsere Armlehnen zum Mittelgang hin werden prompt zur Seite geklappt, um weitere Sitzfläche zu schaffen. Um 7.30Uhr starten wir endlich…und halten nach wenigen Metern erneut. Vier weitere Gäste steigen ein und dann über die vorderen Passagiere hinweg, um sich bei uns im hinteren Bereich mit auf die Notsitze zu quetschen. Rein rechnerisch besitze ich nur noch 50% meines Sitzes, dafür aber nun auch etwa 25% des Sitzes meiner Sitznachbarin. Kurz: Es ist eng. Die neuen Gepäckstücke werden aufs Dach geladen und die Getreidesäcke, die zuvor noch auf dem Dach verstaut waren, kurzerhand abgeladen und zwischen unseren Sitzen sowie dem Mittelgang auf dem Boden verteilt. Und ab jetzt wirds scheiße!
Nach zwei Stunden erreichen wir den Grenzübergang Nähe Panghok. Als wir das vietnamesische Grenzhäusschen erreichen und aus dem Bus steigen, kommt prompt einer der vier asiatischen Passagiere von der Rückband mit einer riesengroßen Machete, eingewickelt in Stoff und mit Garn verschnürt, auf meine Höhe und versteckt das gute Stück unter der Sitzreihe neben mir. Die Formalitäten auf vietnamesischer Seite gehen recht sauber über die Bühne und 45 Minuten später durchqueren wir im Bus sitzend das No-Mans-Land zwischen Vietnam und Laos. 5 Minuten Fahrzeit später der zweite Part: Registrierung und Visumerteilung auf laotischem Grund. Die Kosten für ein 30 Tage-Visum variieren je nach Staatszugehörigkeit. Als deutscher Staatsbürger fahre ich dabei mit 30,- US-Dollar (USD) recht günstig. Sofern alles rechtens abläuft…
Nachdem ich auf den drei mir ausgehändigten Formularen alle Felder ausgefüllt habe, gehe ich zu Schalter Nummer 1 und reiche dem Zollbeamten gegenüber meinen Pass, die ausgefüllten Formulare und das Bargeld (1×20,-USD, 1×10,-USD) durch. Der Beamte schaut erst mich, dann das Geld an, prüft beide Scheine auf Unversehrtheit und gibt mir prompt die 20,-USD zurück. „Den möchte ich nicht“. Ich bin verdutzt und erkläre ihm, dass ich noch weitere 15,-USD und somit nicht ausreichend Bargeld bei mir habe. Seinem Blick nach interessiert ihn das kein bisschen. Er schlägt mir vor, ich solle die Banknote irgendwo tauschen und ich erinnere ihn daran, dass wir uns auf einem Gebirgspass inmitten von Bergen befinden, sich hier weder ein Geldautomat noch eine Wechselstube befindet und mein Bus auf der anderen Seite der Zollstation auf die Weiterfahrt wartet. Ich bitte ihn, er möge sich den Geldschein doch nochmal ansehen, doch er schaut mich unverändert gelangweilt und gleichgültig an und ich muss erkennen, dass diese „Beamten“ hier machen, auf was sie gerade Lust haben. Trevor steht hinter mir und hat die Idee, in der Landeswährung zu bezahlen. Der Mann hinter der Scheibe willigt ein und Trevor legt mir das nötige Geld aus, dass er aufgrund des Umtausches seiner übriggebliebenen vietnamesischen Dong in der Tasche hat. 200.000,- laotische Kip (LAK). Mein Pass geht weiter zu Schalter Nummer 2, wo ich für die Ausstellung des Visums weitere 2,-USD „Bearbeitungsgebühr“ bezahlen muss, bevor ich am Schalter Nummer 3 für den offiziellen Einreisestempel die 3,-USD zu zahlen habe, die ich gerade noch in meiner Hand halte. Plötzlich steht Trevor neben mir und zeigt auf eine Umrechnungstabelle auf seinem Handy, wonach 200.000,-LAK = 25,-USD sind. Ich habe definitiv zu viel für mein Visum bezahlt. Durch den gesamten Prozess bereits leicht gereizt, gehe ich zum Schalter Nummer 1 zurück und konfrontiere den Mann hinter der Scheibe mit der Tatsache. Er hört mir aufmerksam zu und bittet mich darum, ihm nochmal meinen Pass zu geben. Das hätte ich nicht tun sollen. Er legt den Pass neben sich, schmeißt mir die 200.000,- LAK regelrecht entgegen und erklärt ohne eine Mine zu verziehen, ich könne zurückkommen, wenn ich das Geld getauscht habe. Ich bin schockiert über seine Reaktion und erkenne urplötzlich, dass ich ihm völlig ausgeliefert bin. Zu meiner Situation: Ich befinde mich zwischen zwei Staaten und während ich nach Laos nicht einreisen kann, kann ich nach Vietnam ohne Visum nicht zurück. Ich gebe mich erschöpft geschlagen und erhalte nach zweimaligem, demütigem Bitten meinen Pass zurück. Herzlichen Dank, du korrupte Sau.
Der Bus setzt sich wieder in Bewegung. Die Lust auf Laos ist mir erstmal vergangen. Nach wenigen Straßenbiegungen stoppen wir mitten im Nirgendwo und der Kamerad von der Rückbank steigt mit einem anderen Mann zusammen aus dem Bus, inklusive Machete. Wohin sie wollen, ist mir ein Rätsel. Hier ist nichts. Alles in allem haben wir etwa 2 Stunden für den Grenzübergang benötigt und die ursprüngliche Ankunft in Luang Prabang verzögert sich bereits um 2 Stunden auf 22.00Uhr. Der Bus setzt sich abermals in Bewegung und wir kommen ohne weitere Unterbrechungen voran. Unser Weg führt uns nun über ein verlassenes Bergsträßchen entlang eines Flusses durch die für diese Region so typische Karstlandschaft und schon bald ist der Stress von der Grenze beim Anblick der wunderschönen Wälder und Berge um uns herum vergessen.
Leider bleibt uns eine weitere Unterbrechung etwa zwei Stunden später nicht erspart und so erreichen wir prompt eine Unfallstelle, die die gesamte Straße und somit den Verkehr auf beiden Seiten blockiert. Während es allmählich dunkel wird, zieht Nebel auf und die Sicht verschlechtert sich, was uns am Ende glücklicherweise nicht zum Verhängnis wird und somit lediglich für eine mystische Aura sorgt. Eine weitere Stunde Wartezeit lässt uns schlussendlich nach 27 Stunden um kurz nach 23.00Uhr in Luang Prabang ankommen. Ausgehungert und erschöpft verabschieden wir uns von unseren Reisebegleitern, die freundlich lächelnd zurückwinken und treten die 3 Kilometer Fussmarsch Richtung Stadtzentrum an…
Sabaidee Laos!
Unser Bus vor dem vietnamesischen Grenzposten.Nebel zieht auf……und verleiht dem Verkehrsunfall……etwas mystisches.Gegen die Kälte hilft nur ein kontrolliertes Waldbrändchen…
Das „My Tra“ Homestay ist ein kleines Häusschen im Dörfchen Ta Van, 8,5 Kilometer von Sapa entfernt und hält drei Doppelzimmer sowie einen 10Bett-Dorm bereit. Andrew aus Australien und seine vietnamesische Frau betreiben das Homestay seit 2012 und kümmern sich um alles hervorragend, während die 4 1/2jährige My die Gäste auf Trab hält. …am ersten Tag hat sie mir „geholfen“, meinen Rucksack auszupacken, heute waren wir als Chefköche damit beschäftigt, unsichtbare Gäste zu bewirten. …ach und gestern war überall Lava auf dem Boden.
Ich bin inzwischen seit Sonntag hier, werde morgen Abend aber Sapa und auch Vietnam mit dem Bus (25Stunden Busfahrt!) in Richtung Laos verlassen.
Die Leute hier kommen und gehen. Viele bleiben für 2 Nächte, manche für 3, ich für 4. Ich hab mich hier die letzten Tage sehr wohl gefühlt und hatte viel Spaß. Gerade Abends, durch das gemeinsame Homestay-Dinner um 6.30pm, sind alle Gäste zusammen im Aufenthaltsraum und nach regelrechten Festmahlen (reichlich und vielfältig) werden die Bierflaschen geköpft.
Canadian Strategys war ein cooles Kartenspiel, bei dem man nur zwei seiner vier vor sich liegenden Karten (von Ass-König) anschauen darf, wobei auf der Endabrechnung der schwarze König +25 gibt, während der rote König den Wert um -1 senkt.
Haben viel geredet, viel gelacht und 21 von „let’s start the game“ bis „last one is a penis pump“ geschafft.
…werde auf jeden Fall weiter an meinem Englisch arbeiten; wenn die Leute aus Australia, Canada und States erstmal loslegen, werden die Konservation anspruchsvoller…
…und nochmal gut 20 Minuten mit dem Taxi in das kleine Dörfchen Ta Van zu meinem Homestay My Tra, wo ich mich für die nächsten 5 Tage einquartiert habe.
Ich habe so viel gute Dinge über die Region Sapa gehört, so viele schöne Bilder gesehen und so vielen spannenden Berichten von anderen Travellern gelauscht…leider waren die alle zu anderen Zeiten hier. Sapa begrüßt mich mit dichten Nebelschwaden, die sich rund um Sapa in den Tälern hartnäckig eingenistet haben. Es ist kalt und nass. Alles andere als das richtige Wetter für ausgiebige Wandertouren, für die ich eigentlich hierher gekommen bin.
Irgendwann fällt einem dann aber selbst im schönsten Homestay die Decke auf den Kopf und so ziehe ich zum ersten Mal meine neue blaue Regenjacke über, die ich von meinen Geschwistern „zum Geburtstag“ geschenkt bekommen hab und gehe vor die Tür…
Leider kann ich durch den dichten Nebel, der sich einfach nicht lichten möchte, nicht sonderlich viel von meiner Umgebung sehen. Dennoch laufe ich drauf los und lasse das kleine Dörfchen Ta Van schon bald hinter mir. Ich halte mich entlang der asphaltierten Hauptstraße Richtung Sapa, um grob die Orientierung zu behalten und biege erst nach etwa 30 Minuten auf einen kleinen Pfad ab, der mich tiefer in die Reisterrassen führt. Mir kommt eine Frau vom Stamm der „Red Dao“ entgegen und beginnt mir grinsend ihren Warenkorb zu präsentieren. Obwohl ich sogleich beteuere, dass ich nichts benötige, komme ich nicht darum herum, mir ihre ganzen Schätze wie Armbänder, traditionelle Shirts, Halstücher und traditionelle Zupf-Blas-Instrumente (selbstverständlich alles selbstgemacht) anzusehen. Sie spricht ein erstaunlich gutes Englisch und verabschiedet sich nach ein paar Minuten intensivem Verhandlungsgespräch trotz unverkaufter Ware mit ein paar nett gemeinten Tipps für meinen Weg und einem lächelnden „see you later“. Mein kleiner Trip führt mich weiter durch Reisterrassen bergabwärts hin zu einem noch kleineren Dörfchen, dass prompt aus dem Nichts heraus auftaucht und welches ich ebenfalls passiere, bevor mir völlig unerwartet der Weg versperrt wird. Mitten auf dem vielleicht irgendwie als Trampelpfad zu bezeichnenden Untergrund, unmittelbar vor mir, steht ein Schild und hindert mich am Betreten des kleinen Stegs, der mich über einen Bach führen würde. Auf das nicht all zu grosse Schild aus dünnem Holz wurde von jemandem handschriftlich ein vietnamesischer Text angebracht, den ich nicht zu lesen vermag. Am Ende des Textes erkenne ich dann aber deutlich in auch mir bekannten Ziffern die Zahl 5.000 und das Kürzel VND, was für die vietnamesische Währung Dong steht. Ich schaue nach links und rechts, kann den geschäftstüchtigen Wachmann aber nicht entdecken, der hier offensichtlich durch das Kassieren von Brückenzoll (umgerechnet etwa EUR0,20) Reichtum anzuhäufen versucht. Unabhängig davon: Es ist spät geworden…ich entscheide mich dazu, den Heimweg anzutreten und es beginnt schließlich tatsächlich bereits Nacht zu werden, als ich nach meinem knapp vierstündigen Erkundungstrip ins „My Tra“ Homestay zurückkomme. Genau rechtzeitig für eine heiße Dusche und das gemeinsame Homestay-Dinner um 6.30pm. Wie sagt man so schön, Jimmy:
Das Wandern ist des Mayers Lust…
Manche der Bauern hier besitzen wirklich nur etwas Land und eine Kuh…
11:20 Uhr. Das kleine, unscheinbare Cafè „The Note“ liegt unmittelbar am Hoan-Kiem-See im Zentrum Hanoi’s. Bei einem ersten Blick auf die überschaubare Speisekarte sehe ich nichts auffälliges, laut einiger Internet-Stimmen erwartet mich hier aber wohl ein hervorragender Kaffee; das Personal ist schon mal gewohnt freundlich.
Ich bestelle einen Cappuccino und mach mich über eine für Europäer fast zu schmale Treppe in den zweiten Stock auf, wobei mich der „Aufstieg“ eher an Klettern denn an Treppensteigen erinnert. Im zweiten Stock angekommen, betrete ich das Zimmer zu meiner Linken und setze mich links an den kleinen Ecktisch. Das Zimmer ist durch zwei große Fenster sehr hell, drei der insgesamt sieben Tische sind durch andere Weltenbummler bereits belegt und ich konzentriere mich auf die Sticker…
Das „The Note“ ist von der Türschwelle im Eingangsbereich bis hoch in den dritten Stock mit farbigen Herzchen-Stickern beklebt, auf denen allerlei Grüßen, Wünschen und Weisheiten von Gästen zu lesen sind, die sich hier mit ihrem Besuch verewigt haben. Ich sehe Sticker an den Wänden und an der Decke, auf dem Tisch vor mir und an den hölzernen Fensterläden zu meiner Rechten, an der Lampe in der Mitte des Raums und den verschiedenen Stühlen um mich herum.
Guuut…King Christian wünscht sich einfach nur, dass man im „Boobs“ und „Vaginas“ zeigt und Patricia von Melbourne liebt offenbar Vietnam „very much“. Immerhin Anna aus Norwegen wünscht mir einen schönen Tag…scheint eine nette Person zu sein, diese Anna.
Der Cappuccino ist wirklich sehr gut. …und zum Schluss klebe ich selbstverständlich auch noch einen Sticker mit großem, roten Herz an die Wand:
Ich liebe diese Stadt…und ich liebe das Old Quarter View Hanoi Hostel.
Nach einem zweistündigen Flug von Phu Quoc bin ich vor knapp 4 Stunden im Norden Vietnams, in Hanoi, angekommen. Nach einer gut 30minütigen Uber-Fahrt, deren Kosten ich mir mit zwei sehr freundlichen, in England lebenden Polen teilen konnte, erreichte ich das „Old Quarter“ gegen 20.00Uhr. Es ist das zweite Mal, dass ich hier bin und die Straßen kommen mir vertraut vor…ich mag diese alten, teils mit Pflasterstein ausgelegten, belebten Straßen Hanoi’s, auf denen die Restaurants und Bars ihre kleinen Stühle und Tischchen bis weit über den Bordstein herausstellen und durch die sich der nicht enden wollende Fluß aus Touristen, Backpackern, Locals und den für Asien typischen Motorrollern windet. Irgendwie ist das hier im „Old Quarter“ anders als in den anderen Städten Vietnams. Irgendwie fühle ich mich hier direkt wohl.
Ich komme nach einem kurzen Fußmarsch, bei dem ich mich von meinen beiden Begleitern verabschiede, im Old Quarter View Hanoi Hostel an. Auch hier bin ich heute nicht zum ersten Mal und verspüre sogleich das schöne Gefühl von Behaglichkeit. Obwohl mein erster Aufenthalt hier etwas mehr als 5 Monate zurückliegt, begrüßt mich die Dame an der Rezeption mit einem grinsenden „Welcome again“ und hält mir den Dorm-Schlüssel sowie das gewohnte, frische Handtuch mit der orangenen Stoffschleife außenrum entgegen. Schnell das Gepäck im Schließfach unter meinem Bett verstaut, setze ich mich entspannt im Aufenthaltsraum auf die Eckbank und bestelle ein regionales „Hanoi-Beer“, während ich mich ins hausinterne WLAN einwähle. Ein Passwort brauch ich nicht…ich war ja schonmal hier.
Super Burger bei Pizza Regina & ein täglicher Nightmarket mit Straßen-Restaurants mit hervorragender südvietnamesischer Küche (Seefood & Shrimps). #solecker
Pepper-Farm und Pearl-Factory…wohl die peinlichsten Touristenattraktionen, die ich je besuchen musste…
Sehr interessantes/erschreckendes Gefängnismuseum „Nha Tu Phu Quoc“ im Süden der Insel (Menschen können so herzlos sein).
Die wunderschöne Pagoda „Chua Ho Quoc“ und das Glockenspiel im linken Turm.
ERSCHRECKEND viel Plastikmüll an den Stränden und auch im Meer davor.
Drei gemeinsame Tage mit meinen Freunden Sophie & Kyle !!!
Phu Quoc ist sehr bekannt für seine Fischsoßen-Fabrik.