Neuseeland, Christchurch

Ich bin tatsächlich bis nach Neuseeland gekommen.

Am vergangenen Dienstag bin ich von Sydney aus nach Christchurch auf die Südinsel Neuseelands geflogen und befinde mich seither in dem Land, das bereits seit Beginn meiner langen Reise im November des vergangenen Jahres ganz weit oben auf meiner Liste steht. Neuseeland ist nach den Cook Islands, die nochmal 3.232 Kilometer weiter östlich im Südpazifik liegen, das am weitesten von Deutschland entfernt liegende Land der Welt. Ich befinde mich in der Zeitzone +12 und somit aufgrund der momentanen europäischen Sommerzeit ganze 10 Stunden vor meiner Familie und Freunden in meiner Heimat. Wenn wir hier übermorgen die Uhren um eine Stunde auf die neuseeländische Sommerzeit vorstellen werden, sind es 11 Stunden Unterschied und Ende Oktober werden es dann sogar 12 Stunden sein, wenn die Winterzeit in Deutschland begonnen hat.

…beim nochmaligen Lesen dieser Tatsache ergreift mich jetzt gerade schon wieder die Ehrfurcht, PaLi! 🙂

Im Jahr 2011 wurde Christchurch leider von einem schrecklichen Erdbeben heimgesucht, das einen Großteil der Stadt zerstört hat. Bis heute sind viele Gebäude beschädigt und teilweise sogar für den Zutritt gesperrt. Die Stadt besteht heute aus einem Mix antiker Gebäude, die die Tragödie überstanden haben, hochmodernen Neubauten, etlichen Baustellen und riesigen geräumten Flächen, auf denen die zu stark beschädigten Gebäude bereits abgerissen aber mit dem Bau neuer Gebäude noch nicht begonnen wurde. Hinter jeder Wegbiegung zeigt sich die größte Stadt der Südinsel von einer völlig anderen Seite.

Ich wohne seit meiner Ankunft im Jailhouse am südwestlichen Stadtrand von Christchurch, einem alten Gefängnis, dass bis 1999 in Betrieb war und nach dessen Auflösung in ein Hostel umgebaut wurde. Die wesentlichen Merkmale eines Gefängnisses wurde dabei beibehalten; es gibt bis auf zwei 10Bett- und einen 6Bett-Dorm ausschließlich 2Bett-Zimmer, die sich allesamt in den ehemaligen Zellen mit dicken Stahltüren und Gittern vor den Fenstern befinden. Ein ganz besonderes Flair; glücklicherweise habe ich einen Schlüssel zu meiner Kerkertür. Dass mir Christchurch als Stadt gefällt, muss ich leider verneinen. Ich fühle mich allerdings wohl und habe meine Haftzeit aufgrund dessen heute morgen nun nochmal um vier weitere Nächte verlängert…

Die Straßen von Christchurch…
Die Straßen von Christchurch…
Die Straßen von Christchurch…
Die Straßen von Christchurch…

Auch Christchurch hat einen sehr schönen botanischen Garten…
…mit allerlei Blumen…
…und anderen Pflanzen. Ich stehe auf Farne!
…nachts im Museum.
Das Jailhouse Hostel.
Das Jailhouse Hostel.
Eine Gedenkstätte für die 185 Todesopfer des Erdbebens im Jahr 2011.

Australien, Sydney, Kunst-Flash

Was ich in Sydney definitiv bin? Aktiv! Innerhalb der ersten drei Tage habe ich vermutlich so viel Sightseeing gemacht wie sonst in einer Woche. Und wieso? Weil es Spaß macht; hier gibt es immer wieder nochmal etwas Neues zu entdecken. Leider ist das Wetter die letzten beiden Tage etwas abgekühlt, aber in der Hauptstadt des Bundesstaates New South Wales gibt es zum Glück auch ein paar Gebäude, die es sich von innen anzuschauen lohnt. Nachdem ich gestern das Australische Museum besucht habe, wage ich mich heute in die Kunstgalerie von New South Wales.

Ich widme diesen beiden Museen einen eigenen Eintrag, weil ich tatsächlich völlig überwältigt bin. Das Australische Museum bietet eine riesen Vielfalt an unterschiedlichsten Themenbereichen. Ein Bereich befasst sich mit den 200 einzigartigsten Artefakten der australischen Historie wie zum Beispiel dem ersten ausgestellten Bankscheck des Kontinents oder dem größten je gefundene Goldnugget mit 72 Kilogramm. Ein Bereich konzentriert sich auf die Tierwelt des Kontinents, einer auf die gefährlichsten Reptilien und Amphibien von Down Under, andere auf zum Beispiel die Entdeckung durch die Engländer um James Cook und selbstverständlich auf die Aborigines-Kultur. Mein Fokus lag vor allem auf der momentanen Australian Geographic-Sonderausstellung mit dem Thema “Naturfotograf des Jahres”. Ich bin immernoch begeistert von all den fotografischen Meisterwerken und platze geradezu vor neuer Inspiration. Von der Sonderausstellung kann ich wohl behaupten, dass sie eins meiner Highlights bei meinem Besuch in der größten Stadt Australiens war.

Was die Kunstgalerie angeht, so war diese definitiv ebenfalls einen Besuch wert. Am besten haben mir hier dann allerdings doch die europäischen Gemälde aus dem 16ten bis 18ten Jahrhundert sowie die zeitgenössische Kunst gefallen.

Der Wunsch, eines Tages das Louvre in Paris zu besuchen ist damit eindeutig weiter gewachsen…

Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.
Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.
Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.
Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.
Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.
Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.
Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.
Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”.
Australian Geographic-Sonderausstellung;  Thema “Naturfotograf des Jahres”. …das Foto wurde von einem 14-jährigen im Zoo gemacht!
In der Kunstgalerie von New South Wales.
In der Kunstgalerie von New South Wales.
In der Kunstgalerie von New South Wales.
In der Kunstgalerie von New South Wales. …ein Gemälde im Postkartenformat!
In der Kunstgalerie von New South Wales.

Australien, Sydney

Vergleiche ich die beiden Großstädte Australiens, Melbourne und Sydney, miteinander, so ist definitiv Sydney die Stadt, die als klassische Metropole aus dem Vergleich hervorgeht. Sydney ist größer, Sydney ist hektischer, Sydney ist lauter, Sydney ist teurer als Melbourne, bietet dafür allerdings auch mehr Abwechslung als die Stadt im Süden.

…und wenn man sich dann erstmal etwas in den Straßen auskennt…ist’s hier richtig schön. Die Infrastruktur ist gut, die Leute sind gut drauf. Es fühlt sich gut an, hier zu sein!

By the way: Happy Birthday, mein Bester!

Sydney.
Sydney.
Sydney.
St. Mary’s Cathedral.
St. Mary’s Cathedral.
Sydney Opera House.
Sydney Harbour Bridge.
Sydney Darling Harbour.
Sydney Hornby Lighthouse (Entrance to the Sydney Harbour).
Surfers close to Bondi Beach.
Cacadus at the botanical garden.

Australien, Melbourne

…Melbourne rockt.

Bei meiner ersten Australienreise war ich für knapp zwei Tage in Melbourne und hatte damals einen kurzen Blick ins Stadtzentrum erhascht, was mir gut gefallen hat und wodurch ich hier unbedingt nochmal hin wollte. Mit knapp 5 Tagen hatte ich dieses Mal etwas mehr Zeit für die Stadt im Süden und gleichzeitig immer noch zu wenig.

Melbourne rockt.

How is going, Melbourne?
Hallo Stadt.
St. Patrick’s Cathedral (in der ich einen super Gottesdienst miterleben durfte!).
St. Patrick’s Cathedral in schwarz/weiß.
St. Patrick’s Cathedral.
St. Patrick’s Cathedral von innen.
Streetart in Melbourne.
Streetart in Melbourne.
Die Hosier Lane in Melbourne.
Die Hosier Lane in Melbourne.
Sonnenuntergang am St. Kilda Beach.
Sonnenuntergang am St. Kilda Beach.

Australien, Halbfinale der Australian Football League

Durch Zufall bin ich auf das Top-Spiel am heutigen Samstag gestoßen. Heute morgen in Melbourne gelandet, habe ich mich nach meiner Ankunft im Hostel zunächst nochmal auf die Suche nach “Melbournes must see” im Internet gemacht und bin dabei recht schnell auf das MCG (Melbourne Cricket Ground) Stadion im Yarra Park gestoßen. Durch die frühe Eröffnung im Jahre 1854 und die vielen dadurch bereits stattgefundenen Ereignisse ist das Stadion eines der bedeutendsten Australiens und durch den 2006 abgeschlossenen Umbau mit 100.024 Sitzplätzen heute eines der größten Stadien der Welt. Und prompt sehe ich, dass sich die AFL aktuell in der Finalserie der Pokalspiele befindet und am heutigen Abend das Halbfinale zwischen dem Team des Melbourner Stadtteils Collingwood und den GWS Giants, einem Team aus dem Westen Sydneys stattfindet. Tickets waren noch verfügbar…online gekauft.

Das Spiel startet um 19.25Uhr aber da ich keine Ahnung habe, was mich erwartet, bin ich früh dran und marschiere bereits gegen 18.00Uhr auf das Stadion-Areal. Bereits jetzt ist einiges los und ich befinde mich inmitten schwarz-weiß gekleideter Menschen, den Fans des Melbourner Teams, “The Magpies”. Das Stadion ist gewaltig und es dauert einige Zeit, bis ich meinen Sitzplatz finde…und dann warte ich. Es hat zwischenzeitlich angefangen zu regnen und ich freue mich, dass sich mein Sitzplatz im überdachten, windstillen, nordwestlichen Flügel befindet. Im Vergleich zu Darwin, wo ich die vorherigen Tage verbracht habe, ist es leider empfindlich kalt in Melbourne. Über Nacht sind die Temperaturen in den einstelligen Bereich gefallen und ich trage über meinem Tank Top mein Longsleeve Shirt, meinen grauen Hoodie und meine Regenjacke, um mich vor der Kälte zu schützen.

TaTwo, Bolle, könnt ihr euch noch erinnern: …tropf…

…und dann beginnt die Nationalhymne. Ich habe leider nirgends einen Anhaltspunkt darüber erhalten, wie viele Gäste im Stadion sind aber schätze grob 65.000, die nun alle stehen und lautstark mitsingen. Wow! Ich hatte mich zuvor noch ein wenig in die Regeln eingelesen, um zumindest etwas vom Spiel und der Spielweise zu verstehen, aber was sich mir hier nun als nächstes bietet, ist einfach nur hart. Beim Australian Football sind pro Mannschaft 18 Spieler auf dem Platz, die alle auf den Ball gehen, einen Torwart gibt es nicht. Also 36 Leute, die einem Ball hinterherrennen und etwas rundes muss hier auch in nichts eckiges. Bei dem Ball handelt es sich um einen länglichen Football, bei den Toren um vier Stangen, die gerade in den Himmel ragen und je nachdem, wo der Ball durchgeht, werden unterschiedlich viele Punkte gewertet. Aufgrund der Ballform springt dieser kreuz und quer auf dem Spielfeld umher, man darf schubsen, ziehen und den Ball in die Hand nehmen, den der Ball kann per Fußkick und Handpass gespielt werden. Es scheint im ersten Moment, als sei das einzige Hindernis das Prellen des Balls, das spätestens alle 15 Meter erfolgen muss. Die Grundregeln sind schnell verstanden, aber das Spiel ist wie auch Eishockey schnell und hart. Die meisten australischen Männer sind groß und breit gebaut, wie auch die Spieler hier auf dem Feld. Hünen, die verbissen um jeden Meter Ballbesitz kämpfen und dabei wirklich vollen Körpereinsatz zeigen. Es macht unheimlich Spaß zuzuschauen!

…und so ziehen die 4 Quarter mit je etwa 30 Minuten Spielzeit langsam vorbei, das Spiel ist größtenteils ausgeglichen und es bleibt bis zuletzt spannend. Als der Schlusspfiff ertönt, liegen die Magpies mit 69 zu 59 Punkten in Front. Heimsieg.

Was für ein Spaß!

Das legendäre MCG (Melbourne Cricket Ground) Stadion im Yarra Park.
…und von überall her stürmen schwarz-weiß gekleidete Magpies-Fans.
Mein erster Blick aufs Spielfeld.
Go Magpies!
Letztes Quarter und die Teams sind verbissen wie im Ersten.
Präsentation des Magpies-Nachwuchs in der Spielpause. Niedlich wie die Bambinis vom Eishockeyverein EV Ravensburg. 🙂

Australien, Darwin

Darwin…ich bin bereits zum zweiten mal hier und es ist schön, wenn einem eine Umgebung etwas vertraut vorkommt. Der Vorteil in Darwin ist natürlich: Ich kenne ein paar Leute und muss mich nicht groß um eine Unterkunft bemühen. Dieses Mal schlafe ich bei einer Freundin von Sophie im Stuart Park…Alex.

Ich fühle mich wohl in Darwin, wodurch die Zeit leider nur so vorbei rennt und ich gar nicht genau weiß, was ich in der vergangenen Woche eigentlich alles gemacht habe. Am Montag waren wir fischen…am Dienstag waren wir am Hafen essen und hatten dieses leckere Buffet mit allerlei Meeresfrüchten, Shrimps, verschiedenen asiatischen Leckereien und diesem uuunvergesslichen Schokoladenkuchen…Dienstag und gestern war ich an der Waterfront im Meerwasser baden. Die einzige Stelle, an der man hier um Darwin herum ins Wasser gehen kann, weil zur offenen See hin ein großes Netz gespannt ist, um die Krokodile fernzuhalten…heute haben wir Alex ihren Garten auf Vordermann gebracht. Ein paar Bäume versetzt, ein wenig Unkraut gejätet, diverse Topfpflanzen umgetopft…und all die Zeit über ist es heiß. Tropisch heiß. Wieder einmal einfach zu heiß…

Darwin mag ich trotzdem!

Eines Tages an der Waterfront…
Der Garten…
Der Garten…
Der Garten…und die kleine Ananas.
Not macht erfinderisch…wer entdeckt die Shisha-Kohle?
Ich sehe was, was du nicht siehst? …im Getränkehandel…
…und war geschockt!
Umgerechnet knapp EUR12,- für nen Sixpack Oettinger Dosenbier!
Darwin…East Point.
Darwin…East Point. Cheers, Sophie!

Australien, Fischen im Kakadu Nationalpark

Bist du im Northern Territory unterwegs, so kommst du mit einem Thema definitiv in Berührung. Fischen. Hier im Norden Australiens dreht sich alles um den großen Fang. Man könnte mich wohl als Fisherman’s Friend betiteln, denn mein Kumpel Kyle ist definitiv jemand, der weiß, wie man fischen geht. Bei meinem letzten Aufenthalt vor einem guten Jahr in Kyle seinem Haus sind wir einen Tag mit dessen Boot auf den Adelaide River zur Krabenjagd rausgefahren, heute konzentrieren wir uns aufs Angeln mit der Route und lassen die Gitterboxen zuhause im Schopf.

Die rote Kühlbox hingegen kommt wie gewohnt mit und ist mit ausreichend Bier sowie Jack’s für Kyle gefüllt. Ein paar Snacks sind im Boot verstaut, die spezielle Fischerkleidung ist angelegt. Los geht’s. Nach circa 45 Minuten, von denen wir etwa die Hälfte auf unbefestigten Feldwegen aus Sand und Staub zurücklegen, erreichen wir eine staubige, kahle Fläche, auf deren äußerem Rand ein paar Mülltonnen aufgestellt wurden…ein Parkplatz mitten im Nirgendwo…außer uns ist niemand da. Direkt hinter dem Stellplatz erstreckt sich der Billabong at Hardy’s am Rande des Kakadu Nationalparks, den Kyle als Ziel für heute auserkoren hat. Billabong ist ein Begriff aus der Sprache der Aborigines, den Ureinwohnern Australiens, und steht für ein Gewässer, dass sich während der Regenzeit mit Wasser füllt und über die trockenen Monate hinweg dann langsam austrocknet.

Kyle fährt mit seinem Auto rückwärts die Rampe aus festgetretenem Dreck zum Ufer runter, bis der Anhänger und das Boot vollständig im Wasser stehen. Kleine Wellen schwappen in Richtung Gewässermitte davon. Die Sonne scheint am wolkenlosen azurblauen Himmel, es ist mit etwa 35°C und deutlich höherer Luftfeuchtigkeit als in Europa schon fast zu heiß und das Wasserloch, das sich von hier aus kilometerweit über schmalere und breitere Läufe ausgebreitet hat, ruht still vor uns…fast habe ich vergessen, dass es hier giftige Spinnen gibt, Schlangen gibt und vor allem ganz gefährlich…Krokodile gibt. Mit wachen Augen treten Kyle und ich ins Wasser und machen das Boot los, während Sophie bereits an Land aufs Boot geklettert ist und nun von Bord aus die Umgebung und das Wasser um uns herum beobachtet. Das Wasser ist ruhig…zu sehen ist in der braunen Suppe ohnehin nichts. Während Kyle das Auto wegfährt, stehe ich mit einem mulmigen Gefühl am Uferrand und halte das Boot mithilfe eines Taus fest.

Fünf Minuten später haben wir alle drei im Boot Platz genommen und Kyle steuert das Boot in den Billabong hinaus. Ich öffne das erste Bier der Marke Great Northern und lehne mich in meinen Campingstuhl zurück. Ich genieße den kühlen Fahrtwind und beobachte das vorbeiziehende Ufer, während Kyle nach einer geeigneten Stelle Ausschau hält, an der es die Köder auszuwerfen lohnt.

…und wie wir über die Ausläufe des Billabong dahin schippern, ändert der Himmel langsam seine Farbe von blau zu orange und die ersten Tiere kommen aus ihrem Unterschlupf, der sie vor der heißen Mittagssonne Australiens beschützt hat, hervor, um am Ufer zu grasen oder sich im Wasser zu erfrischen. Wallabys, Kängurus, Vögel in jeglicher Größe und Farbvariation, Wasserbüffel und auch ein paar erste kleinere Krokodile. Gerade die Kängurus und Wallabys wieder in freier Wildbahn zu sehen, erfüllt mich mit einer großen Zufriedenheit. Ein sehr schöner Moment. Wir werfen den Anker schließlich in einer kleinen Bucht aus und die Fischköder an unseren Angelhaken sinken zusammen mit der Sonne aus unserem Blickfeld.

Der Himmel ist sternenklar, doch die Nacht ist dunkel. Es ist Neumond. Mit Stirnlampen ausgerüstet sitzen wir gemütlich im Boot, werfen den Haken ein ums andere mal aus und genießen die abgekühlte Nachtluft. Es ist einer dieser perfekten Abende…solange die Lampen ausbleiben. Schalte ich meine Stirnleuchte an, um die Angel vor mir zu prüfen, so stürzen sich augenblicklich gefühlt alle Fluginsekten Nordaustraliens auf den Lichtkegel über meinen Augen und sowohl sehen als auch atmen fällt mir schwer. Die Schnur ist richtig aufgewickelt…schnell wieder ausschalten…jetzt hat Sophie ihre Lampe angeknipst…ich atme tief durch den offenen Mund.

Gegen 23.00Uhr drängt uns nach sechs Stunden dann schließlich langsam der Hunger zur Rückkehr. Mit Scheinwerfern, die am Bug des Bootes angebracht sind, tasten wir uns behutsam zurück zum Anlegeplatz und ich achte mithilfe meiner Stirnlampe auf aus dem Wasser herausragende Bäume und Steine. Regelmäßig trifft der Lichtstrahl meiner Stirnlampe nun auch auf kleine reflektierende Punkte im Uferbereich; die Augen von Krokodilen, die im seichten Wasser auf Beute lauern. Die aktive Zeit der Urwesen ist angebrochen…aber um unsere Anlegestelle am äußeren Rand des Billabong herum ist es zum Glück ruhig und unsere Lichtstrahlen werden von nichts reflektiert.

Thanks for a new awesome experience, mate!

Bereit zur Abfahrt.
…und rein mit dem Kahn.
Der Billabong.

Ob das wohl der aus dem Film Crocodile Dundee ist…

Cheers mate!

Thailand, Bangkok

Was soll ich groß berichten…Bangkok halt. Ich liebe diese Stadt!

Da wir zu zweit unterwegs sind, haben Sophie und ich uns dazu entschieden, für unsere drei Nächte in der Hauptstadt etwas edler abzusteigen und haben uns ein Hotel mit Pool in der Nähe der Khao San Road gebucht. Unsere Tage bestehen aus Relaxen am Pool, günstigem Chang-Bier in den Bars des Khao San-Areals, leckerem thailändischem Essen und täglichen Massagen.

Heute nehme ich mir etwas Zeit für mich. Während Sophie nach dem Frühstück in Richtung Pool schlendert, ziehe ich zu Fuß los in Richtung Wat Saket, dem golden Mountain. Ich erweise Buddha die Ehre, zünde eine Kerze an und verweile ein paar Minuten mit geschlossenen Augen in einer Nebennische. Vom Wat Saket nehme ich das Langboot durch die Kanäle Bangkoks in Richtung Siam Center und genieße ganz traditionell einen Cappuccino im Cafè “The Coffee Bean & Tea Leaf”. Nach einem kurzen Abstecher ins MBK-Einkaufszentrum mache ich mich auf den Rückweg zum Hotel, um mich für den Abend frisch zu machen. Ich brauche nicht viel, um mich in Bangkok glücklich zu fühlen. Ein kleiner Plausch hier, ein freundliches Nicken da, etwas Zeit für mich an meinen besonderen Orten…

Gegen 18.30Uhr steigen Sophie und ich in das Taxi ein und machen uns auf den Weg zum Sofitel. Heute werde ich zum ersten Mal auf eine Skybar in Bangkok gehen. Als wir am Hotel ankommen, wird uns die Autotüre geöffnet und der Hotelpage zeigt einladend zur großen Eingangspforte aus Glas. Drinnen erwartet uns eine große Eingangshalle und eine freundliche Rezeptionistin navigiert uns zu den Aufzügen, von denen uns einer in den 9. Stock katapultiert und einen Moment später rasen wir in einem zweiten Lift in die 29. Etage. Oben angekommen, weht uns eine sanfte Brise entgegen, klassische Musik im Hintergrund bekräftigt die verbeugende Geste des Obers und wie ich das Panorama vor mir zur Kenntnis nehme, stockt mir kurz der Atem. Wow!

Auf 21.00Uhr verabschiede ich mich schließlich von Sophie, die mit dem Taxi zurück in die Khao San Road fährt und mache mich zu Fuß in eine etwa 30 Minuten entfernte Bar auf, in der ich mich mit Mind treffe, die ich bereits seit meinem ersten Besuch in Bangkok kenne. Laut Mind gibt es hier eine der besten Shishas der Stadt, was man allerdings nicht zu laut sagen sollte, da das Shisha rauchen in Thailand strikt verboten ist. Mit Mind lasse ich schließlich den Abend und auch meinen vierten Bangkok-Aufenthalt gemütlich bei Tiger-Bier und einer Shisha mit Minzgeschmack ausklingen. Morgen geht’s weiter nach Süden…

How is going, Australia?

…irgendeinen Bekannten trifft man hier immer!
Die Aussicht von der 29sten Etage des Sofitels aus…
…der Skypool befindet sich im 10ten Stock.
Bangkok!

Ukraine, Kiew

…erneut zieht es mich in die Welt hinaus.

Nach einer mehrmonatigen Pause, in der ich den Jahrhundertsommer in meiner Heimat genoss, habe ich mich dazu entschieden, meine ursprünglich geplante Reise weiterzuführen…zu einem Abschluss zu bringen…zurück nach Asien…und dann weiter in Richtung Süden. Und wie die Maschine auf dem Flughafen Frankfurt abhebt, spüre ich das alte vertraute Gefühl, den Wunsch nach einem Abenteuer. Es geht wieder los…

Bereits um 5 Uhr in der Früh hebt unser Flugzeug ab und bringt meine gute Freundin Sophie, die mich zunächst noch begleiten wird, und mich in das per Flug 2 ½ Stunden entfernte Kiew, die Hauptstadt der Ukraine. Unser Flugplan sieht hier einen Zwischenstopp von 11 Stunden vor und so treten Sophie und ich durch die Passkontrolle und fahren mit dem Flughafen-Shuttle ins Stadtzentrum der Hauptstadt.

Angekommen, machen wir uns auf den Weg zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die wir heute besuchen möchten und werden prompt Zeuge eines Übergriffs durch Taschendiebe…auf uns.

Eine Gruppe von etwa zehn Mädchen im Alter zwischen 14 und 22 steht um den Treppenabgang zu einer Unterführung herum; was die Herkunft angeht, so stammen die jungen Frauen vermutlich aus einem der Länder des ehemaligen Jugoslawiens. Wie wir an den Mädchen vorbei treten, treffen sich meine Blicke mit denen der vermutlichen Rädelsführerin, die daraufhin aufgeregt mit ihrer Freundin tuschelt. Ich fühle mich noch geschmeichelt, vor allem auch, weil Sophie bemerkt, dass die junge Frau sie anschließend komisch mustert. Wir laufen die Treppen zur Unterführung hinunter und wie wir die vorletzte Stufe erreichen, höre ich Sophie “hey” rufen. Die Gruppe aus jungen Frauen ist uns die Treppen hinab gefolgt. Der Reißverschluss meines Rucksack, den ich auf dem Rücken trage, ist halb geöffnet, mein Stoffbeutel, in dem ich den ganzen Kleinkram von mir aufbewahre, hängt aus dem Rucksack heraus und der Geldbeutel von Sophie befindet sich zwischen den Fingern der Diebin. Durch den Ruf aufgeschreckt, lässt die enttarnte Diebin den Geldbeutel fallen und die Gruppe zieht ungeniert schmunzelnd an uns vorbei. Ich realisiere die Situation noch immer nicht und wie Sophie erzählt, was gerade passiert ist, ziehe ich meinen Rucksack von der Schulter und denke “f*ck, ich hab meinen Rucksack gar nicht geschlossen”. Ich habe weder ein Ziehen noch ein Drücken bemerkt. Ich bin perplex…ich hab nicht gedacht, dass mir sowas mal passieren wird.

Den restlichen Tag verbringen wir ohne weitere Zwischenfälle im Zentrum von Kiew. Wir schauen uns das goldene Tor, die Sophienkathedrale, das St. Michaelskloster und schließlich den Majdan an. Zurück zum Hauptbahnhof, von wo aus uns das Flughafen-Shuttle zu unserem Anschlussflug chauffiert, fahren wir mit der Metro. Kiew besitzt die tiefsten Metrostationen der Welt.

Und dann geht’s auch schon weiter Richtung Osten…nächster Stopp: Bangkok.

Das goldene Tor.
Die Sophienkathedrale.
Somewhere in kiev…
Das St. Michaelskloster.
Das St. Michaelskloster.
Somewhere in kiev…
Somewhere in kiev…
Es wird Herbst in Kiew…
…Kiew besitzt die tiefsten Metrostationen der Welt.