Von Thailand weiter nach Deutschland, Ein Rückblick

Eine weitere Reise in der Ferne geht zu Ende. Knapp vier Monate war ich unterwegs und durfte in meiner Denkweise und meinen Ansichten, weit entfernt meiner Heimat, weiter reifen. Mein Weg führte mich abermals nach Australien und noch weiter ostwärts, nach Neuseeland. Ein langer Traum wurde war; niemals hatte ich damit gerechnet, einmal bis in dieses Land auf der anderen Seite der Welt vorzudringen. Unbeschreibliche Gewalten und phänomenale Naturwunder erwarteten mich und gaben mir neue Einblicke darüber, wie wundervoll unsere Erde ist. Dreh- und Angelpunkt meiner Reise war immer wieder Thailand und Bangkok. Teils weil sich diese Stadt hervorragend als Sprungbrett anbietet und die westlichen und östlichen Kontinente dank riesiger und technisch hochentwickelter Flughäfen ausgezeichnet miteinander verbindet, teils weil Thailand und die Hauptstadt ganz besondere Orte für mich geworden sind und ich mich jedesmal aufs Neue freue, hier etwas Zeit verbringen zu dürfen. Was mich dieses Mal leider sehr erschüttert hat, sind die unglaublichen Müllmassen, die sich an den Stränden der südlichen Inseln und im Meer um Thailand herum befinden. So viel Plastik, das großteils achtlos weggeworfen wird, ohne dass die Menschen darüber nachdenken, was damit geschieht. Das Problem beginnt bereits früher…bei der Verwendung.

Ich möchte meine letzten Sätze in diesem Reiseblog-Kapitel dazu verwenden, etwas stärker auf dieses Thema einzugehen und würde mich freuen, wenn ich deine zukünftige Denkweise in Bezug auf die Verwendung von Plastik ein wenig sensibilisieren kann…

Wusstest du, dass Singapur seit einigen Monaten die Benutzung von Strohhalmen untersagt? Weltweit haben Länder bereits Gesetze und Regelungen gegen deren Verwendung eingeführt, die EU diskutiert aktuell als geschlossene Gemeinschaft über ein Verbot. Strohhalme, die einmal verwendet werden und anschließend im Müll landen. Wir verwenden teilweise sogar Strohhalme, wenn wir im Restaurant oder in Bars sind, obwohl doch eigentlich nichts dagegen spricht, auf herkömmliche Art aus einem Glas zu trinken. Oder?

Einwegbecher sind ein anderes Übel. Getränke werden uns teilweise in Plastikbechern ausgegeben, obwohl die alternativen Gläser und Tassen hinter der Theke gespült in der Vitrine stehen. Natürlich…vielleicht sind wir auf dem Sprung! Vielleicht wollen wir unser Getränk mit auf den Weg nehmen! …doch ist es nicht viel schöner, sich kurz die Zeit zu nehmen und sich hinzusetzen; den heißen Cappuccino oder den erfrischenden Fruchtshake bewusst zu genießen, anstatt ihn auf dem Weg zu sich zu nehmen, während man mit dem Kopf schon wieder bei völlig anderen Dingen ist?

Die Plastiktüten. Plastiktüten, die nach dem Transport unserer gekauften Waren umweglos im Müll landen…wäre es so viel umständlicher, eine Stofftasche, einen Korb oder einen Rucksack zu verwenden, welche wir bei Nichtverwendung im Kofferraum unseres Autos oder bei unseren Jacken und Schuhen an der Garderobe zuhause “auf Abruf” deponieren? Kleinere Artikel würden doch auch in die Taschen unserer Hosen oder die Handtaschen unserer Freundinnen passen? Oder wir könnten die Plastiktüten zuhause noch als Mülltüte ein zweites Mal verwenden?

…das sind lediglich drei Produkte, die wir nur allzu oft aus Bequemlichkeit verwenden ohne sie wirklich zu benötigen. Weitere Beispiele: Die dünnen reißanfälligen Plastiktüten, in die wir im Supermarkt lediglich einen oder zwei Äpfel einpacken, obwohl wir die meisten Obst- und Gemüsesorten doch auch ohne nochmal zusätzliche Verpackungen transportieren könnten. Die PET-Wasserflasche, die wir zum Sport mitnehmen, obwohl wir uns ebenso gut etwas in eine Trinkflasche abfüllen könnten. In Plastik eingeschweißte Snacks, obwohl wir auch etwas an der Frischetheke kaufen könnten, was im Einzelfall etwas teurer, dafür aber vermutlich auch gesünder sein würde. Die Plastikbecher in Flugzeugen, von denen selbst für das Nachfüllen von Wasser ein neuer Becher verwendet wird, obwohl wir doch auch unseren bereits verwendeten Becher zum Nachfüllen anbieten könnten. Die Utensilien aus Plastik, die wir zum Mischen unserer Getränke mit Milch, Zucker oder ähnlichem benutzen, obwohl meistens auch ein Teelöffel aus Metall auf Nachfrage zur Verfügung liegen würde. Diese blöden Tütchen, die man über den Heckscheibenwischer gezogen bekommt, wenn man durch die Auto-Waschanlage fährt; meist vergisst man doch sogar, diese anschließend wieder zu entfernen, wodurch der Fahrtwind diese früher oder später irgendwo Richtung Straßenrand wirbelt. Heute Mittag habe ich tatsächlich einen westlich aussehenden Mann entdeckt, der frittiertes Fingerfood mit einem Einweg-Plastikhandschuh über seiner rechten Hand gegessen hat! Der Mann saß zwischen den großen Einkaufszentren Siam Discovery und Siam World, welche beide riesige, kostenlose Toilettenräume im Untergeschoss beherbergen, die aus allen erdenklichen Richtungen ausgeschildert sind und wo man sich problemlos die Hände waschen kann. Die Möglichkeiten, etwas Müll einzusparen und so die Umwelt etwas zu entlasten sind grenzenlos…vielleicht möchtest du das ja mal im Hinterkopf behalten?

Ich sitze nun am Bangkoker Suvarnabhumi-Flughafen und freue mich auf zuhause. Deutschland, ich komme!

Chinatown Bangkok.
Der Wat Traimit in Chinatown.
Die weisen Thailänder…oder weise Deutsche?

Thailand, Von Koh Lipe zurück in Richtung Norden

Mein Kopf ist nach links geneigt und mein Blick schweift über die letzten 3 Sitzreihen hinweg in Richtung See. Koh Lipe, das kleine Stück Land, auf dem ich die letzten 1 ½ Wochen verbracht habe, verschwindet langsam am Horizont. Das Schnellboot nimmt Kurs auf Pak Bara…

Zuletzt war Koh Lipe fast schon ein Stück Heimat für mich wenn ich den Hauptweg, die “Walking Street”, zwischen dem Pattaya und dem Sunrise Beach entlang gewandelt bin. Das liebe Ehepaar von Tonkow, zu denen ich meine Wäsche gebracht habe und die mir geholfen haben, als ich Probleme mit meinem Ohr bekam. Mathew vom Cafè Kali, die Mädels von der Corner-Bar. Das Mädel vom Reisebüro Thai Beach Travellers, die große Familie vom Juu Huu-Restaurant. Die lieben Leute vom Bloom Cafè&Hostel, bei denen ich jeden Tag meinen Cappuccino (manchmal auch zwei) genossen habe. Das Team von Forra Diving am Pattaya Beach, allen voran mein Tauchbuddy Oli und die Store Managerin Su, mit der ich unzählige nette Gespräche führte und wo ich stets willkommen war. Und neben unzähligen weiteren Menschen, die in unterschiedlichen Restaurants, Cafès, Massagesalons oder Souvenirläden entlang der Walking Street arbeiten und die mir jedes Mal freundlich lächelnd zunickten, natürlich das Personal vom A+ Hotel, wo ich 10 Tage lang Nacht um Nacht “extendete”. Bei letzterem vor allem die vier lieben Trainees Feem, Fiat, Ploy und Benz, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Ich war zeitweise etwas unzufrieden auf Koh Lipe, da meine Tage meiner Ansicht nach vor allem aus “Nichts tun” bestanden. Dabei hatte ich meine sehr geschätzten Smalltalks mit meinen Lieblingstrainees, meinen Cappuccino im Bloom Cafè, zu dem ich meine Gedanken in meinem Reisetagebuch ordnete oder meinen Reiseblog aufarbeitete, meine Erkundungstouren über die Insel und meine entspannten Gespräche oder Dives mit den Leuten von Forra Diving. Oli meinte in einem Gespräch: “You don’t doing nothing. You are travelling in asia…and your “doing nothing” sounds like relaxing.”. Produktiv sein…etwas Sinnvolles mit meiner Zeit anfangen…ein Thema, dass immer wieder Besitz von mir ergreift und immer wieder sind es Menschen um mich herum, die mich daran erinnern, dass es ok ist, ab und zu auch einfach mal “Nichts zu tun”. Claudia aus Wales hat mich einige Male daran erinnert und mir so immer wieder mal ein bisschen den Wind aus den Segeln genommen beziehungsweise ein Stück weit die Ruhe in mich zurückkehren lassen…

…thank you for that, welsh girl!

Claudia erwähnte mir gegenüber dabei einmal den Begriff F.O.M.O., “Fear of missing out”. Zu deutsch: Die Angst davor, etwas zu verpassen. Nicht genug zu erleben. Nicht das Beste zu erleben. Ich kenne diesen Zustand aus früheren Jahren auch von mir selbst. Ständig auf Achse. Ständig unterwegs. Ständig von “Event” zu “Event” lebend. Oft habe ich schon geäußert, dass ich mich wohl dabei fühle, älter zu sein. Und das stimmt! Mit zunehmendem Alter hat der Drang nachgelassen, überall dabei sein zu wollen. Überall dabei sein zu müssen. Heute genieße ich es, Zeit mit mir selbst zu verbringen oder meine ganze Zeit einem einzelnen Menschen zu widmen statt auf zehn gleichzeitig konzentriert zu sein und dadurch lediglich Oberflächlichkeiten mitzubekommen. Ich bin ruhiger geworden und genieße mehr den Augenblick.

Beobachte ich die heutige Gesellschaft, so ist der Begriff F.O.M.O. allerdings leider durchaus Ernst zu nehmen. Die Menschheit hetzt regelrecht von Ereignis zu Ereignis, ist ständig in Eile und mit dem Kopf nur allzu selten in der Gegenwart. Durch den technischen Wandel der letzten Jahre hat dieser Zustand noch zugenommen. Das Internet hat unsere Gesellschaft zeit- und ortsunabhängig gemacht und die ständige Erreichbarkeit verstärkt die Tatsache, dass wir rund um die Uhr über Ereignisse unserer Mitmenschen auf dem Laufenden gehalten werden. Wir versuchen all das zu kompensieren, in dem wir selbst ständig über Ereignisse unseres Lebens berichten. Wir wechseln bald wöchentlich unsere Profilbilder auf den gängigen Social Media-Plattformen, markieren uns an teilweise völlig irrelevanten Orten, posten allerlei Ereignisse und sogar Stimmungslagen und erhoffen uns dabei stets die Anteilnahme, oder schlimmer noch, einfach nur die zur Kenntnisnahme unseres Umfeldes. Normale Ereignisse reichen dabei oft nicht mehr aus und wir greifen auf Bilder und Erinnerungen längst vergangener Erlebnisse zurück oder entstellen unsere Bilder und Posts mithilfe von Filtern so sehr, dass sie am Ende kaum noch der Realität entsprechen. Das Resultat: Unzufriedenheit.

Es kann wohl leider nur jeder für sich selbst entscheiden, wie stark er in diesem perversen Hamsterrad mitwirken will. Seine Gewohnheiten und Denkweisen zu ändern ist stets eine Herausforderung und aller Anfang ist schwer. Als Belohnung winkt dafür mehr Gelassenheit und mehr Zufriedenheit. Mehr Ruhe. Ich habe mich durch all meine Reisen verändert, bin nachdenklicher geworden. Ich versuche meine Tage stets sinnvoll zu nutzen und erlaube mir selten unproduktiv zu sein…genieße dann aber dafür auch bewusst, was ich tue.

Jeden Abend kam dieser liebe Straßenhund vor mein Hotel und holte sich seine Streicheleinheiten ab.
Die Mädels von der Corner-Bar.
Ploy vom A+ Hotel.
Bloom Cafè&Hostel…ich liebe diesen Platz.
Bloom Cafè&Hostel…ich liebe diesen Platz.
Tschüss Boot!
Tschüss Pattaya Beach!
Tschüss Sunset am Sunrise Beach!
Tschüss Krustentier!
Tschüss sieben Wochen alte Miezekatze!
Tschüss Koh Lipe!

Thailand, Bangkok

…und wieder einmal sitze ich in der Hauptstadt Thailands. Ich habe keine wirklichen Pläne und lasse mich treiben.

Ich versuche dieses Mal zunächst ein kleines Guesthouse in der Nähe von Chinatown aus, das sich in italienischer Hand befindet und bin definitiv zufrieden. Das “La Locanda” ist sauber, gemütlich und befindet sich in einer hervorragenden Lage, wenn man zügig in unterschiedliche Stadtteile gelangen möchte.

Leider kann ich meinen Aufenthalt nicht verlängern und pilgere so nach zwei Nächten weiter in Richtung Khao San Road, wo ich spontan an die Türe des günstigen Hotels klopfe, in dem ich vor knapp 3 Jahren meine allerersten Nächte in Thailand verbracht hatte und habe Glück. Ein kleines Einzelzimmer mit Ventilator und Gemeinschaftsbad auf dem Gang ist noch frei. Ich nehm es…und taste mich trotz meiner neuen, sehr westlichen Ausgangslage mit meinen Erkundungstouren weiter Richtung östlicher Stadtteile vor.

Die letzten beiden Nächte ziehe ich dann mal noch in einen für mich völlig neuen Stadtteil von Bangkok. Eine Freundin hat mich eingeladen, in ihrer Wohnung zu schlafen und so wandere ich nach 4 Nächten mit meinen beiden Rucksäcken auf den Schultern mittels Rivertaxi und BTS ins 1 ½ Stunden entfernte Sukhumvit 48 auf der anderen Seite der Stadt weiter.

Bei all meinen bisherige Bangkokbesuchen hatte ich stets das Glück, durch alte oder neue Kontakte mir bis dahin unbekannte Teile der Stadt zu entdecken und jedes Mal wächst mein Hunger an der Stadt des Lebens.

khop kun krap, Bangkok!

Thailand, Bangkok

Was soll ich groß berichten…Bangkok halt. Ich liebe diese Stadt!

Da wir zu zweit unterwegs sind, haben Sophie und ich uns dazu entschieden, für unsere drei Nächte in der Hauptstadt etwas edler abzusteigen und haben uns ein Hotel mit Pool in der Nähe der Khao San Road gebucht. Unsere Tage bestehen aus Relaxen am Pool, günstigem Chang-Bier in den Bars des Khao San-Areals, leckerem thailändischem Essen und täglichen Massagen.

Heute nehme ich mir etwas Zeit für mich. Während Sophie nach dem Frühstück in Richtung Pool schlendert, ziehe ich zu Fuß los in Richtung Wat Saket, dem golden Mountain. Ich erweise Buddha die Ehre, zünde eine Kerze an und verweile ein paar Minuten mit geschlossenen Augen in einer Nebennische. Vom Wat Saket nehme ich das Langboot durch die Kanäle Bangkoks in Richtung Siam Center und genieße ganz traditionell einen Cappuccino im Cafè “The Coffee Bean & Tea Leaf”. Nach einem kurzen Abstecher ins MBK-Einkaufszentrum mache ich mich auf den Rückweg zum Hotel, um mich für den Abend frisch zu machen. Ich brauche nicht viel, um mich in Bangkok glücklich zu fühlen. Ein kleiner Plausch hier, ein freundliches Nicken da, etwas Zeit für mich an meinen besonderen Orten…

Gegen 18.30Uhr steigen Sophie und ich in das Taxi ein und machen uns auf den Weg zum Sofitel. Heute werde ich zum ersten Mal auf eine Skybar in Bangkok gehen. Als wir am Hotel ankommen, wird uns die Autotüre geöffnet und der Hotelpage zeigt einladend zur großen Eingangspforte aus Glas. Drinnen erwartet uns eine große Eingangshalle und eine freundliche Rezeptionistin navigiert uns zu den Aufzügen, von denen uns einer in den 9. Stock katapultiert und einen Moment später rasen wir in einem zweiten Lift in die 29. Etage. Oben angekommen, weht uns eine sanfte Brise entgegen, klassische Musik im Hintergrund bekräftigt die verbeugende Geste des Obers und wie ich das Panorama vor mir zur Kenntnis nehme, stockt mir kurz der Atem. Wow!

Auf 21.00Uhr verabschiede ich mich schließlich von Sophie, die mit dem Taxi zurück in die Khao San Road fährt und mache mich zu Fuß in eine etwa 30 Minuten entfernte Bar auf, in der ich mich mit Mind treffe, die ich bereits seit meinem ersten Besuch in Bangkok kenne. Laut Mind gibt es hier eine der besten Shishas der Stadt, was man allerdings nicht zu laut sagen sollte, da das Shisha rauchen in Thailand strikt verboten ist. Mit Mind lasse ich schließlich den Abend und auch meinen vierten Bangkok-Aufenthalt gemütlich bei Tiger-Bier und einer Shisha mit Minzgeschmack ausklingen. Morgen geht’s weiter nach Süden…

How is going, Australia?

…irgendeinen Bekannten trifft man hier immer!

Die Aussicht von der 29sten Etage des Sofitels aus…

…der Skypool befindet sich im 10ten Stock.

Bangkok!

Thailand, Bangkok, happy new year

Ein 01. Januar gehört grundsätzlich nicht zu meinen Lieblingstagen…aber die Nacht war cool. Silvester 2017/2018. One Night in Bangkok.

Ich wünsche dir an dieser Stelle von Herzen alles Gute, vor allem viel Gesundheit und schöne Erlebnisse, für das neue Jahr 2018!

„Gutes Neues“ von der Siam Journey Guesthouse-Crew.

…neues Jahr; neue Fachgebiete, die man erkunden könnte…

…und dann stand dort Tom.

Thailand, Bangkok

Bangkok. Die Stadt der Engel.

Nachdem ich gestern Morgen mit dem Zug aus Chiang Mai gekommen bin und die erste Nacht unweit der Khao San Road verbracht habe, ziehe ich heute in ein anderes Hostel um. Nirgends reihen sich mehr preisgünstige Hotels, Restaurants und Massagesalons aneinander und viele der berühmten Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Gehminuten von der Khao San Road entfernt. Für einen ersten Besuch in Bangkok ist eine Unterkunft in dem Gebiet im Westen der Stadt also absolut empfehlenswert. Ich bin jetzt bereits das dritte Mal in Bangkok und habe das Gebiet westlich vom Golden Mountain mehrfach besucht. Auch die anderen Viertel der Stadt haben eine Menge zu bieten, wodurch ich gerne etwas mehr ins Zentrum sowie näher an die Stationen des öffentlichen Nahverkehrs heran möchte.

Um ihn selbst nicht zu vergessen, muss ich an dieser Stelle den Massagesalon “Massage in Garden” unweit der Khao San Road erwähnen, in dem ich gestern Abend eine absolut phantastische Ganzkörper-Öl-Massage bekommen habe. Wer mal in der Nähe ist: Umgerechnet etwa 9,00 € für 60 Minuten…ich tendiere dazu, das als meine beste Massage zu betiteln, die ich bisher genießen durfte!

Zurück zu meiner Stadt. Ich war in der Vergangenheit stets ein großer Fürsprecher Bangkok’s und die letzten Tage dann sehr gespannt darauf, wie ich mich dieses Mal hier wohl fühlen würde, nachdem ich so viele andere Orte auf dieser schönen Welt seit meinem letzten Aufenthalt vor knapp zwei Jahren gesehen habe und kennenlernen durfte. Was sich gestern dann zunächst tatsächlich etwas fremd angefühlt hat, ändert sich nun schlagartig, nachdem ich meinen Unterkunftswechsel in das “Siam Journey Guesthouse”, zwischen den BTS-Stationen Ratchathewi und Phaya Thai gelegen, vollzogen habe und mich zu Fuß den Phaya Thai Road in Richtung der großen Siam-Einkaufszentren und dem MBK aufmache. Es ist schön, wenn man seine Umgebung kennt und ich verspüre unendliche Freude in mir aufkommen, als die Straßen beginnen, mir vertrauter zu erscheinen. Es scheint alles so unverändert. Die unzähligen Cafès entlang der Straße, all die unterschiedlichen Essensstände auf den Gehwegen davor, die vollen Straßen, die sich übereinanderwinden, bevor die BTS-Bahn ganz oben darüber hinwegrauscht, all die unterschiedlich aussehenden Menschen, die mir entgegenkommen oder an mir vorbeieilen.

Ich entscheide mich in das Siam-Center zu gehen und finde mich vor dem Cafè “the coffee bean and tea leaf” wieder, in dem ich vor knapp zwei Jahren, bei meinem letzten Aufenthalt in Bangkok, am Abend vor meinem Rückflug nach Deutschland einen Cappuccino getrunken habe. Ich muss bei der Sicht auf den Preis für einen Cappuccino kurz schmunzeln; hatte ich damals wirklich so viel bezahlt!? Reist man mit einem festen Tagesbudget, lernt man die günstigeren Plätze zu finden und trinkt (zumindest) nicht täglich Kaffee in der Nobel-Mall. Nun gut. Ich bestelle das gleiche Getränk wie damals, wähle den gleichen Platz hinten rechts in dem vielleicht 50 Quadratmeter großen Raum, dessen zwei Außenwände aus einer gut isolierten Glasfassade bestehen und sitze so mit meinem Cappuccino an dem mir bereits bekannten Tischchen mit dem Rücken zur Wand. Zu meiner Rechten, etwa 4 Meter unter mir, windet sich der stark befahrene, sechsspurige Rama I. Road unter der BTS-Station Siam hindurch, auf dem Verkehrspolizisten versuchen, den Verkehr in die und aus der Parkhaus-Einfahrt des Siam Centers zu lotsen und gerade aus, auf meiner Höhe, springen die durch all die Lichter und Leuchten funkelnden Wasserfontänen vor dem Eingang zum Siam Paragon in regelmäßigen Abständen in die Höhe. Wie ich so da sitze, fühle ich mich prompt in die Zeit meines letzten Besuchs zurückversetzt und ich fühle in mir das gleiche, zufriedene und stolze Gefühl, wie ich es damals in mir getragen habe.

Bangkok. Schön, hier zu sein…

Bangkok…Stadt der Engel.

Mit dem Slowboat durch die Kanäle…

Wat Arun jenseits des großen Flußes.

Buddha-Statue am Wat Saket; Golden Mountain.

Das Krematorium zu Ehren des verstorbenen Königs Rama IX.

Garuda, der Götterbote.

Das Geleit des toten Königs.

Der Rama I. Road unterhalb der BTS-Station Siam.

Bangkok, City of Life.

Thailand, Chiang Mai, Overnight nach Bangkok

Das Weihnachtsfest neigt sich dem Ende zu.

Nach einem ersten Weihnachtsfeiertag, der von intensiven und tiefgründigen Gesprächen mit für mich besonders gewordenen Menschen aus meinem Guesthouse und darum herum geprägt war, fühle ich eine tiefe Zufriedenheit in mir. Ich bin ein Stück weit gesättigt und sehne mich nach allein sein, um die ganzen Erlebnisse der letzten Tage und die Gesprächsinhalte von gestern zu verarbeiten.

Mir fehlt etwas die Lust auf Chiang Rai, das als nächstes auf meiner Liste steht, bevor es dann in drei Tagen für Silvester nach Bangkok geht. Die letzten Tage waren hier einfach zu schön und ich hatte keine Energie, um mich wirklich mit meinem nächsten Reiseziel zu befassen. Dennoch buche ich bei einem letzten Kaffee vor dem Vida Guesthouse zwei Nächte in einem Hostel in Chiang Rai und mache mich anschließend auf zum Bahnhof, um noch das Ticket für den Nighttrain nach Bangkok in ein paar Tagen zu buchen.

Ein paar Tage ist gut. Als ich am Bahnhof ankomme und mich nach einem Ticket erkundige, offenbart mir der Herr hinter der Ticketschalterscheibe, das alle Express- und Nachtzüge bis Silvester ausgebucht sind. Ich entscheide mich unter Erwägung aller Möglichkeiten für eine Fahrt mit dem normalen, öffentlichen Zug. Freitag, 6.30Uhr-21.10Uhr, DRITTE Klasse.

Vom Bahnhof geht’s mit dem Tuk Tuk (wer sich diesen Namen ernsthaft und langsam durch den Kopf gehen lässt und vielleicht noch zwei bis drei Mal leise vor sich hin murmelt, muss feststellen…dass der Fahrzeugname schon echt dümmlich ist) weiter zum Busbahnhof, von wo ich nach Chiang Rai aufbrechen werde. Ein Ticket hab ich noch nicht gekauft, da die Busse stündlich fahren und die Busse immer ein Plätzchen frei haben. Hatten! …steh ich vor der Scheibe, schaut die Ticketschalterscheibendame mich an und erzählt mir ernsthaft, dass jeder Bus restlos ausgebucht ist. Sie versucht mir ein Ticket für den Folgetag, 11.00Uhr, anzudrehen, doch ich lehne ab. Ich muss erstmal realisieren, dass ich heute nicht mehr in den Norden komme…und habe eine Idee.

By the way: Wie die Dame hinter der Scheibe mir zum Beweis den Sitzplan der voll gebuchten Busse zeigt, erkenne ich auf dem Computerbildschirm, dass die doch ernsthaft Symbole für männliche und weibliche Passagiere führen sowie separate Symbole für Onlinebuchungen und Mönche haben. Letzteres eventuell, weil Mönche vermutlich kostenlos fahren dürfen. Süß, die Thailänder.

Ich laufe zurück zum Bahnhof, zurück zu dem Mann, der mir vor einer knappen Stunde das Ticket nach Bangkok verkauft hat und frage ihn, ob ich das Ticket umtauschen kann. Es ist inzwischen 16.00Uhr. Er fragt mich, wann ich gehen möchte und ich antworte “jetzt”. Er schaut kurz in seinen Computer und bestätigt, was ich erhofft habe. Da sind Plätze in einem Nighttrain vorhanden, der in einer Stunde abfährt. Gebucht!

Ich vertreibe mir die letzten 60 Minuten mit einer leckeren Portion “Fried Basil Pork with Rice” und ein paar Einkäufen im 7/11-Supermarkt, bevor ich kurz vor 17.00Uhr am Gleis Nummer 3 stehe (Nein, nicht 9 ¾…dieses Gleis befindet sich in London und ich will schließlich nach Bangkok). Manchmal laufen die Dinge anders als erwartet…

…und ich spüre, dass dies der richtige Weg ist.

Goodbye, Chiang Mai.

Nur keine Eile; wir haben noch Zeit.

Nighttrain bei Tag…

…und Nighttrain bei Nacht.