Sapa. 6 Stunden nordwestlich von Hanoi…
…und nochmal gut 20 Minuten mit dem Taxi in das kleine Dörfchen Ta Van zu meinem Homestay My Tra, wo ich mich für die nächsten 5 Tage einquartiert habe.
Ich habe so viel gute Dinge über die Region Sapa gehört, so viele schöne Bilder gesehen und so vielen spannenden Berichten von anderen Travellern gelauscht…leider waren die alle zu anderen Zeiten hier. Sapa begrüßt mich mit dichten Nebelschwaden, die sich rund um Sapa in den Tälern hartnäckig eingenistet haben. Es ist kalt und nass. Alles andere als das richtige Wetter für ausgiebige Wandertouren, für die ich eigentlich hierher gekommen bin.
Irgendwann fällt einem dann aber selbst im schönsten Homestay die Decke auf den Kopf und so ziehe ich zum ersten Mal meine neue blaue Regenjacke über, die ich von meinen Geschwistern „zum Geburtstag“ geschenkt bekommen hab und gehe vor die Tür…
Leider kann ich durch den dichten Nebel, der sich einfach nicht lichten möchte, nicht sonderlich viel von meiner Umgebung sehen. Dennoch laufe ich drauf los und lasse das kleine Dörfchen Ta Van schon bald hinter mir. Ich halte mich entlang der asphaltierten Hauptstraße Richtung Sapa, um grob die Orientierung zu behalten und biege erst nach etwa 30 Minuten auf einen kleinen Pfad ab, der mich tiefer in die Reisterrassen führt. Mir kommt eine Frau vom Stamm der „Red Dao“ entgegen und beginnt mir grinsend ihren Warenkorb zu präsentieren. Obwohl ich sogleich beteuere, dass ich nichts benötige, komme ich nicht darum herum, mir ihre ganzen Schätze wie Armbänder, traditionelle Shirts, Halstücher und traditionelle Zupf-Blas-Instrumente (selbstverständlich alles selbstgemacht) anzusehen. Sie spricht ein erstaunlich gutes Englisch und verabschiedet sich nach ein paar Minuten intensivem Verhandlungsgespräch trotz unverkaufter Ware mit ein paar nett gemeinten Tipps für meinen Weg und einem lächelnden „see you later“. Mein kleiner Trip führt mich weiter durch Reisterrassen bergabwärts hin zu einem noch kleineren Dörfchen, dass prompt aus dem Nichts heraus auftaucht und welches ich ebenfalls passiere, bevor mir völlig unerwartet der Weg versperrt wird. Mitten auf dem vielleicht irgendwie als Trampelpfad zu bezeichnenden Untergrund, unmittelbar vor mir, steht ein Schild und hindert mich am Betreten des kleinen Stegs, der mich über einen Bach führen würde. Auf das nicht all zu grosse Schild aus dünnem Holz wurde von jemandem handschriftlich ein vietnamesischer Text angebracht, den ich nicht zu lesen vermag. Am Ende des Textes erkenne ich dann aber deutlich in auch mir bekannten Ziffern die Zahl 5.000 und das Kürzel VND, was für die vietnamesische Währung Dong steht. Ich schaue nach links und rechts, kann den geschäftstüchtigen Wachmann aber nicht entdecken, der hier offensichtlich durch das Kassieren von Brückenzoll (umgerechnet etwa EUR0,20) Reichtum anzuhäufen versucht. Unabhängig davon: Es ist spät geworden…ich entscheide mich dazu, den Heimweg anzutreten und es beginnt schließlich tatsächlich bereits Nacht zu werden, als ich nach meinem knapp vierstündigen Erkundungstrip ins „My Tra“ Homestay zurückkomme. Genau rechtzeitig für eine heiße Dusche und das gemeinsame Homestay-Dinner um 6.30pm. Wie sagt man so schön, Jimmy:
Das Wandern ist des Mayers Lust…





