…nach den ersten Tagen im Süden Vietnams habe ich mich inzwischen soweit ins Backpacker-Leben zurückgefunden und die Ideen bezüglich Orten, Städten und Ländern, die ich gerne besuchen möchte, sprudeln nur so aus mir heraus. Bevor ich meine Reise nun endgültig alleine (oder zumindest ohne bekanntes Gesicht an meiner Seite) fortsetze, führt mich mein Weg nun zunächst nochmal, von Dalat aus, weiter in den Südwesten nach Ha Tien. Und von dort aus dann mit der Fähre weiter auf Vietnam’s größte Insel. Phu Quoc.
K’ho Coffee ist ein Zusammenschluss von rund 60 Kaffee-Farmerfamilien aus dem Norden Dalat’s. Rund um Dalat, dass für Kaffeeanbau sowie Blumenaufzucht bekannt ist und etwa 300 Kilometer nordöstlich von Ho Chi Minh City liegt, sind insgesamt allerdings weitaus mehr, nämlich in etwa 2.000 Kaffee-Farmerfamilien, ansässig. Sicher gehört Vietnam nicht zu den Ländern, die für einen besonders guten Kaffee bekannt sind. Im asiatischen Hochland gedeiht die Robusta-Kaffeebohne allerdings so gut, dass es Vietnam trotzdem geschafft hat, in den letzten Jahren zum zweitgrößten Kaffeelieferanten der Welt aufzusteigen.
Die Kooperation „K’ho Coffee“ versucht durch eigene Vertriebskanäle sowie einen eigenen Marketing-Apparat den Großhandel zu umgehen und so etwas mehr Ertrag für die einzelnen Farmer herauszuholen. Ebenfalls auf die Fahnenstange geschrieben hat sich „K’ho Coffee“, das Image für vietnamesischen Kaffee in der Welt zu verbessern.
www.khocoffee.com
Als großer Kaffee-Liebhaber ist es für mich eine wahre Freude, das Herzstück von „K’ho Coffee“ zu besuchen, dass sich in der Rösterei, dem Trockenlager und dem Versandlager wiederspiegelt.
Ich habe Glück. Ausgerechnet heute ist ein Vertreter eines japanischen Unternehmens zu Besuch, dass die Kooperation zukünftig mit Know-How und einem großen Partnernetzwerk unterstützen möchte. Wir werden gemeinsam durch die Anlage geführt und ich erhalte von beiden Seiten zusammen mehr Informationen zu Kaffee, dem Prozess und dem Farmer-Zusammenschluss als eigentlich üblich. Zum Schluss werde ich dann prompt noch zur Kaffeeverkostung, auch Cupping genannt, eingeladen und beurteile gemeinsam mit meinem japanischen Kaffee-Freund den Geruch und den Geschmack von Kaffee mit Bohnen aus Vietnam, Laos, Sri Lanka, Bolivien und Panama. Aus Letzterem stammen übrigens wohl die, unter Kennern eindeutig bestimmt, qualitativ hochwertigsten aber auch teuersten Kaffeebohnen der Welt.
Mit einer der besten Cappuccinos, die ich je getrunken habe!In der Erntezeit von Oktober-Dezember arbeiten die Farmer Hand in Hand, bis zu 16 Stunden am Tag.Hier trocknen die Kaffeebohnen zwei Wochen lang und müssen dabei mehrmals am Tag gedreht werden……und müssen dabei mehrmals am Tag gedreht werden!Die Vorbereitungen fürs Cupping sind getroffen……und das Cupping kann beginnen.