Seit drei Tagen bin ich nun hier in Chiang Mai und eigentlich ist der Zeitpunkt perfekt für ein erstes Resümee.
Eigentlich. Nach all den Abenteuern der letzten sechs Wochen, nach all den Distanzen, die ich auf verschiedenste Weise zurückgelegt habe, all den Orten, die ich sehen durfte, all den Menschen, die ich kennenlernte, bin ich nun das erste Mal zum Stillstand gekommen. Ich bin auf eine befriedigende Art müde und erschöpft.
Ich schlafe lange und verbringe die Mittage in gemütlichen Cafès bei Pancakes mit Früchten, Cappuccino und Shakes. Nachmittags schlendere ich durch die Gassen Chiang Mai’s, genieße das wunderbare thailändische Streetfood und verweile andächtig in den unzähligen Tempeln der Altstadt. Und Abends besuche ich dann die Straßenmärkte in den verschiedenen Stadtvierteln jenseits der Stadtmauer und genieße abschließend ein Bierchen in den rustikalen Kneipen unweit meines Old Town-Guesthouses.
Es fühlt sich fremd und zugleich unglaublich entspannend an, einfach mal keine Verpflichtungen zu haben. Einfach mal den Tag zu leben. Einfach mal zu sein. Der westlich geprägte Teil in mir schreit hierbei natürlich auf. Für ihn ist es unverständlich, dass da kein Plan ist, keine Struktur, kein Ziel, dass es zu erreichen gilt. In mir herrscht ein Konflikt. Ein Konflikt zwischen meinem konsum- und erfolgsorientierten, auf das Prestige Wert legende Ich und meinem friedfertigen, naturverbundenen Selbst, dass einfach mal sein möchte und jetzt auch einfach mal ist.






