Sri Lanka, Ella, Ella Rock

Für meinen Geburtstag habe ich mir etwas Besonderes gegönnt und für drei Nächte im Ella Nature View eingecheckt. Ein großes, geräumiges Zimmer, ein riesiges Bett, ein Bad für mich ganz alleine und einen Balkon mit einer Aussicht, wie sie schöner nicht sein kann.

Um meinen Tag auf besondere Art zu beginnen, habe ich mir mein Frühstück für den heutigen Morgen aufs Zimmer bestellt…und werde prompt bereits 30 Minuten früher als vereinbart vom Hotelmanager mit einer kleinen Torte an meiner Zimmertüre überrascht. Nach einem ausgiebigen Frühstück, dass ich, bei strahlendem Sonnenschein und der klaren Sicht auf die umliegenden Berghänge sowie das Städtchen Ella im Tal, auf meinem privaten Balkon genieße, mache ich mich gemütlich für den Tag fertig. Als stahlharter Kerl möchte ich mir heute beweisen, dass ich trotz neuem Lebensjahr, dass mein Alter auf einen neuen Höchststand setzt, konditionstechnisch noch ganz der Junge bin. Der größte Berg um Ella ist der Ella Rock, der mir hierfür gerade recht kommt…und ich habe so Lust, mehr von dieser schönen Landschaft zu bestaunen!

Bevor ich mich auf den Weg mache, lasse ich mich vom hauseigenen TukTuk-Fahrer nach Ella ins Tal fahren, wo ich mich mit Wasser und Bananen eindecke. Und dann laufe ich los: Zunächst zurück zu den Bahngleisen und dann auf den Gleisen entlang in Richtung Süden. Ich bin spät losgekommen heute, wodurch mir viele Wanderer auf meinem Weg bereits entgegenkommen…dann habe ich den Gipfel schon für mich! Nach etwa 20 Minuten überquere ich eine alte Eisenbrücke und biege danach links auf einen kleinen Pfad ein, überquere einen kleinen Fluss über eine Steinbrücke (unter Steg stell ich mir irgendwie eher was selbst Zusammengebautes aus Holz vor) und beginne den Aufstieg über den kleinen Pfad, der mich mich zunächst in meterhohem Gras verlieren lässt. Keine Menschenseele kommt mir hier nun mehr entgegen, die ich nach dem Weg fragen könnte und so vertraue ich einzig auf das Kopfnicken eines jungen Mannes, der mir am Fluss entgegenkam und dem Pfad selbst, der sich unaufhörlich den Berg hochwindet. Schließlich wird das hohe Gras kürzer, ich sehe wieder Tageslicht und betrete eine Teeplantage, deren Bäume ich passiere, bevor ich erneut in hohes Gras eintauche. Als mein elektronischer Offline-Atlas mithilfe des GPS-Signals meines Mobiltelefons endlich meine Position im Nirgendwo lokalisiert hat, bekomme ich die Gewissheit, dass ich richtig bin. Und dann beginnt der Aufstieg…

Während sich das Wetter verschlechtert und sich Wolken über dem Tal am Ella Rock zusammenziehen, führt mich der Trampelpfad an einem Berghang entlang in das Waldgebiet am Fuße meines Ziels. Der Aufstieg ist hart und führt mich über Stock und Stein, mehr oder weniger querfeldein, durch den Wald nach oben. Die Steigung ist deutlich steiler als erwartet und meine Atmung wird tiefer…nicht nur einmal verwende ich zusätzlich meine Hände, um weiter nach oben zu gelangen…mit wandern hat das nichts mehr zu tun…oooh, wie ich das liebe! Ich spüre die Anstrengung in meinem ganzen Körper und merke, wie der Aufstieg an meinen Kräften zehrt, während ich den Hang zügig weiter nach oben klettere. Ich liebe es, eins mit der Natur zu sein und dabei den eigenen Körper zu spüren, auszulaugen. “Du alte Sau hast es aber auch ganz schön in dir…”.

Mit den ersten Regentropfen erreiche ich schwer atmend den Gipfel und der Aussichtspunkt, eine schmale Klippe aus Fels und Gestein, die sich über den Hang hinauslehnt, liegt vor mir. Die Wolken hängen tief über meinem Kopf und es ist deutlich kühler hier oben. Wie erwartet, sind kaum Menschen hier. Ich trete vorsichtig auf die höchste, durch den Regen nun nasse und rutschige Klippe des Ella Rock in den Nieselregen hinaus und bestaune die Gegend unter mir und um mich herum, während ich damit beginne, meine leckeren Bananen zu verspeisen. War gar nicht so ohne…aber ich hab’s noch drauf!

Happy Birthday!

0.00Uhr…
Geburtstagsfrühstück…

Die Aussicht von meinem Balkon…
Der Aufstieg zum Ella Rock…
Der Aufstieg zum Ella Rock…
Einer meiner zwei Weggefährten und Beschützer…
Der kleinere Nachbar: Little Adam’s Peak.
Ella…

Sleep well, Ella Rock…