Laos, Vientiane

Vientiane ist die Hauptstadt und mit Abstand größte Stadt in Laos. Im gesamten Ballungsraum leben etwas mehr als 750.000 Menschen und somit über 10% der Gesamtbevölkerung (Zum Vergleich: Die zweitgrößte Stadt Pakse hat eine Einwohnerzahl von 90.000).

Und trotzdem ist alles ziemlich gemütlich hier…

Vat Sisaket, das älteste erhaltene Kloster Vientianes. Baujahr 1818.
Anousavari (Patuxai) erinnert an die vielen Soldaten, die auf königlicher Seite vor 1975 für Laos gefallen sind.
Die Deckenmalerei des Anousavari (Patuxai).

That Luang, Nationalsymbol und bedeutenstes religiöses Monument von Laos.
Tempel in unmittelbarer Nähe zum That Luang.

Laos, Vientiane, book exchange

Ich finde die Idee des “book exchange” in den Hostels total cool!

Wo immer sich ein sogenannter “book exchange” in einem Hostel befindet, schaue ich mir direkt die Schätze an, die dort so rumstehen. Abgegriffene Reiseführer vom jeweiligen Land (oft Lonely Planet oder Stefan Loose) und teils den Nachbarländer, wenn der Grenzübertritt des Vorbesitzers zu rasch erfolgte. Bestseller im Taschenbuchformat. Verschiedene Romane in den unterschiedlichsten Sprachen. Ein gelesenes Buch wird hier einem unbekannten, anderen Reisenden zur Verfügung gestellt und gleichzeitig lässt man sich selbst von etwas Neuem inspirieren. Ich mag die Idee. Okay, ich habe viele Menschen gehört, die das klassische Buch längst dem Altpapier des Fortschritts zugeschrieben haben. “In der Zeit von elektronischen Massenspeichern, digitalen Medien und technischen Lesegeräten sind Bücher viel zu teuer, viel zu sperrig und für die Abholzung der Urwälder sind sie auch mitverantwortlich”, begründen sie. Aber ist das richtig? Ist es nicht gerade der Unterschied, der das Besondere ausmacht? Ich finde es schön, ein gutes Buch in den Händen zu halten. Die Seiten zu fühlen, die man gelesen hat und die einen tiefer und tiefer in die Erzählung hineinführen. Den Einband und das Gewicht zu spüren, während man zum Abschluss eines Buchs nochmal die kurze Einführung auf der Rückseite ließt und sich an die Gedanken zurückerinnert, die man vor dem Anfang noch hatte. Ich habe ein Reisebuch mit griffigem, schönem Einband geschenkt bekommen, in das ich jetzt Reisebekanntschaften schreiben lasse, an die ich mich gerne zurückerinnern möchte; Digital hätte das wohl kaum den selben Charme.

Aber gut. Auf was ich eigentlich hinaus wollte: Ich bin zwischenzeitlich in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, angekommen und habe mich hier in ein gemütliches Hostel etwas außerhalb des Zentrums einquartiert. Da ich zuletzt gesundheitlich etwas angeschlagen war, habe ich mich dazu entschieden, zunächst etwas ruhiger anzugehen. Im gerade einmal mit fünf Büchern ausgestatteten “book exchange” des Sailomyen-Hostels bin ich jetzt prompt mit großer Freude über “Die Kunst des Liebens” von Erich Fromm gestolpert. Ich kenne den Autor bereits von seinem anderen Bestseller “Haben oder Sein” und kann beide Bücher nur wärmstens empfehlen. Schwere Kost, die aber den Blick fürs Wesentliche schärft und definitiv zum Nachdenken anregt.

Glücklicherweise habe ich sogar ein anderes Buch zum tauschen dabei…ein Buch, dass sich damit beschäftigt, wie man Frauen am besten anspricht. Selbstverständlich das Buch eines Freundes. Seine Mutter hat ihm das Buch einmal geschenkt, nachdem es ihr beim Aufräumen zufällig in die Hände fiel (vermutlich hat sie es gezielt zwischen ihren ganzen Büchern gesucht, weil sie in Sorge war, sie könne womöglich Enkellos bleiben). Einem Freund ist dieses Buch dann wieder in die Hände gefallen, als er sich auf eine große Reise vorbereitet hatte und er entschloss sich kurzerhand dazu, das Buch mitzunehmen…und es mir dann für den Tausch zu überlassen.

…auf jeden Fall habe ich das genannte Buch, von einem Freund selbstverständlich bereits gelesen, gegen das Buch von Erich Fromm getauscht. Und so sitze ich nun hier in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, trinke Tee und lese etwas über die Kunst des Liebens…