Laos, Über den Mekong gen Westen (Teil3)

Es ist witzig und traurig zugleich: Auf Reisen lernt man oft freundliche und interessante Menschen kennen, deren Wege sich mit dem Eigenen kreuzen und manchmal ein Stück weit identisch verlaufen, bevor sie sich über kurz oder lang dann üblicherweise aber in verschiedene Himmelsrichtungen wieder auseinander bewegen.

So auch in Huay Xai. Regelrecht erholt sind wir am Abend des zweiten Tages unserer Tour gegen 17.00Uhr am Fährhafen in Huay Xai an Land gegangen und die Wege der einzelnen Passagiere trennten sich. Die meisten von ihnen versuchten zügig ein Tuk-Tuk in Richtung Grenzübergang aufzutreiben, um möglichst am Abend noch nach Thailand und von dort aus in aller Herren Länder weiterzuziehen. Ich schnappte mir gemütlich meine zwei Rucksäcke und machte mich, vorbei an der hektisch einen Fahrpreis aushandelnden Meute ins Zentrum von Huay Xai auf. Im Zentrum wollte ich mir eine Übernachtungsmöglichkeit suchen, von der mich am nächsten Morgen dann mein bereits im Vorhinein gebuchter Minivan nach Chiang Mai bringen würde.

Auch hier in Asien gibt es Zweitjobs und so ist mein Rezeptionist vom Vorabend nun witzigerweise auch mein Pick-Up zum Grenzübergang bzw. zunächst zum Transportunternehmen, wohin ich spontan auf dem Rücksitz seines Motorrollers gelange. Auf dem Weg zur Grenze hin treffe ich Herman wieder, den ich vom Slow Boat her bereits kenne und mit dem ich das ganze bürokratischen Grenzprozedere durchlaufe. Herman war über zwanzig Jahre in einem Museum in Amsterdam angestellt, für dass er überall auf der Welt Dokumentarfilme drehte…eine spannende Art sein Geld zu verdienen. Die Ausreise aus Laos und die darauf folgende Einreise nach Thailand verlaufen dieses Mal ohne Probleme. Ausreisestempel abholen, die letzten laotischen Kip in thailändische Baht tauschen, mit dem Grenzbus auf der “Freundschaftsbrücke” den Mekong und somit die Landesgrenze überqueren, am thailändischen Grenzposten den Einreisestempel und das für Deutsche kostenlose 30 Tage-Visum in den Reisepass eintragen lassen, im Minivan Platz nehmen und entspannen. Herman reist von hier aus mit einem anderen Bus weiter…wie geschrieben: Üblicherweise trennen sich die Wege über kurz oder lang wieder.

Bereits während der Fahrt spüre ich die Vorfreude, die sich in mir aufbaut. Thailand. Ich war im Januar 2016 schon einmal hier und freue mich darauf, dieses schöne Land mit all seiner kulturellen und kulinarischen Vielfältigkeit wieder bereisen zu können. Nach knapp sechs Stunden, auf 16.00Uhr, erreichen wir schließlich die Stadt Chiang Mai und ich kann es kaum erwarten, am Tha Phae Gate, auf der Ostseite der Altstadt aus dem Wagen zu steigen.

Sawadee khap, Thailand!

6 Gedanken zu „Laos, Über den Mekong gen Westen (Teil3)“

  1. Hey Andy

    Ich habe deine ganze Geschichte jetzt in einem Zug durchgelesen , sehr interessant , wirklich.

    Ich wünsch dir noch ganz viel Spaß, und viele schöne Eindrücke auf deiner weiteren Reise. Und bleib gesund .
    Lg isi

  2. Unglaublich mit wie viel Liebe zum Detail du deine Reise beschreibst. Man hat manchmal das Gefühl, neben dir zu sitzen…
    Deine Geschichte packt einen und ich kann kaum die nächsten Geschichten abwarten! Da ich deine Geschichten in einem Stück durchgelesen habe möchte ich mehr erfahren von deinen Abenteuern und bin ein wenig traurig darüber, dass deine Abenteuer noch im entstehen sind Bleib gesund und munter!

  3. Andi echt toll, dass du dich dazu entschlossen hast ein Blog zu machen. 🙂 So können wir dich doch ein wenig auf deine Reise begleiten.

    LG aus RV bei kalten Temperaturen und Schneeregen 😉

    Basti

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