Nachdem ich in den vergangenen Tagen eine grobe Route über die Südinsel Neuseelands erarbeitet und mich nach einer günstigen Fortbewegungsmöglichkeit umgesehen habe, geht es heute endlich los. Ich habe mich dazu entschieden, einen Campervan für 3 ½ Wochen zu mieten und schlage damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen bin ich unabhängig, was meine Reiseroute angeht und zum anderen spare ich Geld bei den Unterkünften, da sich mein Nachtlager in Form einer großen Matratze über die Rücksitze erstreckt. Im Kofferraum habe ich zusätzlich eine kleine Küche in Form eines Spülbeckens, einem gasbetriebenen Campingkocher und allem notwendigen Geschirr mit im Gepäck. Ich hoffe, 3 ½ Wochen sind ausreichend…oh man, ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind an Weihnachten!
Mein Weg führt mich nach Süden und meine ersten Kilometer erstrecken sich über die kurvigen Landstraßen der Banks Peninsula (einer Halbinsel im Südosten von Christchurch). Bereits nach den ersten Minuten bin ich geflasht von dem Anblick, der sich mir hier außerhalb der Stadt bietet. Saftige grüne Wiesen, große grasbewachsene Hügel und auf der rechten Seite der Straße schroffe felsige Klippen, die in der Gischt des stürmischen Pazifik-Wassers verschwinden.
Das kulturelle Highlight der Halbinsel ist Akaroa und ich habe von verschiedensten Seiten gehört, dass ich hierhin unbedingt einen Abstecher machen muss. Eingebettet zwischen grasbewachsenen Hügeln, die momentan aufgrund der hier weit verbreiteten und sich momentan in der Blüte befindenden Stechginster alle in gelb erstrahlen, liegt das hübsche Küstendörfchen in einer kleinen Bucht geschützt vor dem rauen pazifischen Ozean. Nachdem ich meinen Van geparkt habe, laufe ich gemütlich die Uferpromenade entlang und schlendere durch die verwinkelten Souvenirlädchen auf der Suche nach “etwas Besonderem”. Wie ich schließlich am Hafen ankomme und den Bootssteg aus Holz rauslaufe, finde ich “etwas Besonderes” in Form einer alten Dame in einem kleinen Fish&Chips-Verkaufswagen, die mich freundlich fragt, ob ich vom Schiff komme, dass rund 4.000 Passagiere beherbergt und an diesem Tag einige hundert Meter weit draußen vor Anker liegt, bevor sie mir eine Portion lokalem Fisch und Pommes zubereitet. Um es in den Worten des Lonely Planet-Reiseführers auszudrücken: “Der Ort wirkt im Allgemeinen recht verschlafen, wird jedoch turnusmäßig von Touristenhorden überrannt, die von gigantischen Kreuzfahrtschiffen aus einen Landgang machen.”. Und um das Ganze um die Worte der alten Dame abzurunden: “Die kommen jetzt jeden Tag bis zum Herbstanfang. Jeden Tag ein anderes Schiff mit Menschen von überall her auf der Welt. Für mich wäre das ja nichts; im Urlaub will man doch schließlich seine Ruhe haben”.
Jenny? 😉












