Manchmal verlaufen Wege nur ein Stück weit getrennt voneinander, bevor sie sich dann doch nochmal überschneiden. Bei den Wegen von Ludek und mir ist das so. Nachdem wir uns vor in etwa einem Monat in Mandalay nach unvergesslichen Wanderungen durch Myanmar voneinander verabschiedet haben, treffen unsere Wege nun in Sri Lanka ein zweites Mal aufeinander. Unsere Routen sind gleich…und wir entscheiden uns spontan dazu, gemeinsam ein Stück weiter in den Norden zu ziehen.
Dambulla ist nicht besonders groß und blieb von den Touristenmassen bisher weitestgehend verschont, obwohl das Örtchen unmittelbar neben einigen sehr imposanten Sehenswürdigkeiten liegt. Sigiriya, Pidurangala, die Höhlentempel von Dambulla.
Trotz guter Empfehlungen lassen wir Sigiriya, the lion rock, aus. Zu teuer ist mir der Eintritt und zu hoch ist mir das Touristenaufkommen vor Ort. Ludek und ich entscheiden uns stattdessen, den Pidurangala zu besuchen und fahren für umgerechnet etwa 0,25€ von Dambulla an eine etwa einen Kilometer von Sigiriya entfernte, mitten im Nirgendwo gelegene, Bushaltestelle. Der vierzig minütige Aufstieg zum Gipfel des Monolithen ist nicht ohne, wird allerdings mit wenig anderen Besuchern belohnt. Wie wir oben ankommen, ist die Sicht zunächst eher bescheiden. Die Wolken hängen äußerst tief am Himmel und Sigiriya sowie das Umland des Pidurangala hüllen sich in den grauen Dunst. Als wenig später schließlich prompt starker Wind einsetzt und über die Ebene hinweg bläst, vertreibt dieser auch die Wolken und die Sicht wird klarer. Mitten aus dem Nichts heraus erscheint Sigiriya klar vor uns und das flache Umland erstrahlt in den verschiedensten Grüntönen…beeindruckend, was die Natur so alles erschaffen hat und beeindruckend, wie mächtig Wind ist. Den größten Respekt vor Aiolos.
…das Erste, was uns bewusst wird, als wir die Stufen zu den Höhlentempeln von Dambulla hinaufsteigen, ist zweifelsohne, dass es hier Affen gibt. Sie sitzen links und rechts des Weges, hangeln sich von Baum zu Baum oder posen arrogant inmitten des Weges. Fotografieren lassen sie sich, beachten tun sie dich aber keines Blickes. Zumindest nicht aus unmittelbarer Nähe…ich beobachte sie, wie sie uns aus sicherer Entfernung mit ihren wachen, braunen Augen verfolgen. Augen so unfassbar ähnlich den unseren. Ich beobachte sie, wie sie mit ihren winzigen Händen und flinken Fingerchen umgehen, wie sie eine Banane schälen, wie sie das Ungeziefer im Fell des Nachbarn herauspulen, wie sie Gegenstände in die Hand nehmen und fachmännisch auf mögliche Verwendungszwecke hin inspizieren. Faszinierende, kleine Kerlchen.
Vor den Höhlentempel empfängt uns Besucher zunächst ein Buddhabaum, eine Pappelfeige. Ein mächtiger, wunderschöner Baum, der seine Äste in alle Richtungen weit ausstreckt und mich aufgrund seiner Größe und Bedeutung in seinen Bann zieht. Die Höhlentempel von Dambulla sind über verschiedene kleine Pforten erreichbar und beherbergen unterschiedliche Buddha-Statuen, die stehen, sitzen und auch liegen. Die Wände und auch die Decke über unseren Köpfen ist mit allerlei Inschriften und Porträts bemalt. Ich hatte gehofft, mich hier etwas zurückziehen zu können, die Magie des Ortes ein wenig genießen und ein Stück weit in mir aufnehmen zu können. Doch wo viele Menschen sind, hält auch Lautstärke und Unruhe Einzug. Und die Temperatur in den kleinen Katakomben ist schwül; mir beginnt der Schweiß von der Stirn zu tropfen…
Dambulla ist größentechnisch und auch das Klima betreffend nicht vergleichbar mit Colombo. Aber es liegt das gleiche Flair in der Luft…es ist laut und es geht hektisch zu…eine Mischung aus geschäftigem Treiben und stressigem Durcheinander. Sind manche Dinge vielleicht doch nicht ganz so verschieden zum großen Nachbarland im Norden Sri Lankas? Wie auch immer…hinter jedem Chaos steht ein System…und es scheint zu funktionieren.













