Myanmar, Auf dem Irrawaddy River weiter gen Westen

Myanmar. Oder wie von vielen bis heute genannt: Birma. Nachdem ich gestern Abend mit dem Flugzeug aus Chiang Mai in Mandalay gelandet bin, geht es heute direkt weiter in das weiter westlich gelegene Bagan. Shelby, die seit Sukhothai regelmässig meinen Weg kreuzt, ist auch hier in Mandalay und wir haben beschlossen, gemeinsam loszuziehen, um die berühmten Tempel von Bagan zu entdecken. Es gibt einen herrlichen Tagestrip per Boot auf dem Irrawaddy River von Mandalay Richtung Westen und als echte Abenteurer lassen wir uns diese Alternative zum üblichen Langstreckenbus natürlich nicht entgehen. Als ich gestern Abend, gegen 10:30pm, nach einem langen Tag in meinem Hostel eingecheckt und mich ins WLan einwählt habe, war ich über Shelby’s Nachricht vielleicht nicht ganz so erfreut, in der sie mir mitteilte, dass wir uns am nächsten Morgen bereits um 06.30Uhr am Hafen einzufinden haben…aber gut.

Mein Wecker geht um 05.40Uhr runter und nach einem kurzen Sprung ins Bad plus einem Early-Checkout, sitze ich um kurz nach 6 zusammen mit dem Kerl von der Nachtschicht auf dessen Roller, mit dem er mich freundlicherweise zum Hafen chauffiert. Es ist kalt. Und es ist noch dunkel. Trotzdem sind die ersten Leute bereits auf den Straßen und überall in der Stadt kreuzen die Mönche in den für Myanmar so typischen bordeauxroten Mönchsroben unseren Weg. Sie sind schon seit etwa 4:00am auf den Beinen, haben bereits die erste Meditation beendet und gehen nun, wie jeden Morgen, von Haus zu Haus, um Essensspenden entgegenzunehmen. Obwohl mir der eisige Fahrtwind ins Gesicht bläst, genieße ich die Fahrt. Ein magischer Moment.

Um 6.20Uhr treffe ich (erneut etwas verfrüht, MT!) am Hafen ein, bezahle meinen Fahrer und höre nach kurzem Warten die vertraute Stimme von Shelby hinter mir. Hello again. Shelby führt mich zum Fluß hinunter und über mehrere Schiffe hinweg auf unser Boot. Boot ist dabei nicht wirklich passend, hat es doch einen großen Laderaum und Sitzplätze für etwa zwanzig Passagiere unter Deck sowie weitere zwanzig bis dreißig Plätze, ein Sonnendeck, zwei Toiletten, eine kleine Bar und die Fahrerkabine auf dem Deck. Shelby hat bereits einen Platz auf dem Oberdeck für mich reserviert und so vertraue ich meinen Backpack der Schiffscrew an und mach es mir mit meiner Hello Kitty-Decke, die mir durch ein Mitglied der Besatzung gereicht wird, auf meinem Sitzplatz gemütlich.

Während die Sonne langsam hinter dem Horizont hervorkommt, stechen wir in Mandalay mit vollbesetztem Boot in See bzw. in den River. Unsere Fahrt wird in etwa 8 Stunden betragen…viel Zeit, um die letzten Wochen in Thailand gedanklich weiter zu verarbeiten, die Flusslandschaft des neuen Landes zu genießen und den letzten Abenteuern von Shelby zu lauschen.