Laos, Über den Mekong gen Westen (Teil1)

Es ist soweit. Auf nach Westen…

Ich habe bereits gestern Abend noch in einem der Reisebüros hier in Luang Prabang ein Kombiticket für die Bootsfahrt an den laotischen Grenzübergang bei Huay Xai bzw. im Paket dazu noch ein Busticket weiter bis Chiang Mai im Norden Thailands gekauft. Die Tickets wären einzeln vor Ort gekauft etwas günstiger gewesen aber so kann ich entspannter drauf los traveln und muss mich auf meinem Weg lediglich abends um eine geeignete Unterkunft kümmern.

Das Slow Boat legt um 08.30Uhr am Fährhafen etwa 10km außerhalb der Stadt ab und zunächst, logisch, beginnt es erstmal zu regnen. Der Captain macht daraufhin die Schotten vorerst dicht und rollt hierzu links und rechts vom Boot blaue Plastikplanen runter, die eingewickelt am Bootsdach befestigt waren. Das wars dann erstmal mit der Aussicht. Glücklicherweise hält sich das schlechte Wetter nicht all zu lange und eine halbe Stunde später etwa kommt der Captain bereits zurück, um die Folien wieder einzurollen. Zunächst noch etwas kühl, lichtet sich der Nebel im Lauf des frühen Vormittags und die warme Sonne kommt zum Vorschein…

…und so schippern wir den Tag über den Mekong River entlang, vorbei an Bergen und Wäldern, Wiesen und Feldern, kleinen Dörfern und Klöstern, badenden Rindern und zickigen Ziegen…

Morgens am Fährhafen in Luang Prabang.
Der Nebel lichtet sich…
…und die Aussicht wird besser.

Ahoi, Käpt’n Blaubär!
Schlaf gut, „Neun-Drachen-Fluß“…bis morgen.

Laos, Luang Prabang, Eine dieser schlimmen Nächte

Mein Weg führt mich von Phonsavan zurück nach Luang Prabang, von wo aus ich in den nächsten Tagen irgendwann per Boot nach Thailand übersetzen möchte. Ich freue mich darauf, Luang Prabang nochmal zu sehen und ein paar schöne Tage in vertrauter Umgebung zu verbringen.

Ich habe mich dazu entschieden, für meinen zweiten Aufenthalt in Luang Prabang eine Unterkunft etwas mehr in zentrumsnähe zu buchen und stoße schlussendlich bei booking.com auf das Chitlada Central Billa Hostel. 9,3 von 10 Punkten. 50.000LAK (5,00€). Als ich im Hostel ankomme, ist alles wie üblich: Die Schuhe werden draußen vor der Tür ausgezogen und der Eingang führt in einen großen Aufenthaltsraum, in dem sich ein paar Tische, ein Fernseher an der Wand, das “Wasserloch” (hier gibt es kostenlos Instant-Coffee und Tea) und die Rezeption befinden. Die Wand rund um das große Rezeptionsfenster ist tapeziert mit weißen DIN-A4-Seiten voller Ticket-Angebote für Tagestouren und Busfahrten in Städte von Westvietnam bis rüber in den Osten Thailands. Ich werde freundlich begrüßt (inkl. typischem asiatischen Lächeln) und einem Zimmer zugeteilt. Zimmer No.5.

Durch einen langen Gang gelange ich tiefer ins Gebäude. Zimmer No.5 befindet sich ganz hinten, einen kleinen Treppenabsatz nach unten versetzt, auf der rechten Seite. Zimmer No.5 ist grob geschätzt 3 auf 3 Meter groß und es finden gerade zwei schräg zueinander gestellte Stockbetten sowie ein kleiner Schrank mit vier Schließfächern darin Platz. Zimmer No.5 hat kein Fenster, dafür aber ein eigenes, kleines Bad, dass gleich wie auch die Bettwäsche einen ordentlichen und sauberen Eindruck macht. Alles in allem eine runde Sache. Was möchte ich auch für 5,00€ erwarten!? Das obere Bett im Stockbett gerade aus ist frei und ich werfe meinen Rucksack auf die Matratze…

Gegen halb 11 öffnet sich zum ersten Mal die Tür und S. kommt herein. Ein etwa 170cm großer, recht schlanker südländischer Wuschelkopf mit Brille und einem durchaus interessanten Kleidungsstil. So trägt er sehr saubere, rote Nike-Schuhe, rote Strümpfe, die etwas über Kniehöhe unter schwarzen Shorts verschwinden, einen schwarzen Hoddie mit Front-Reisverschluss aber ohne Ärmel (oder nennt man das dann eine Weste mit Kapuze?) sowie eine Silberkette, wie sie B.A. vom A-Team dicker nicht tragen könnte. S. stellt sich freundlich vor und informiert mich vorsorglich auch darüber, dass er sehr betrunken ist. Er schmeißt sich in das Bett unter mir und erkennt wenig später, dass er eigentlich auch ziemlich hungrig ist, woraufhin er wieder aufsteht und nochmal loszieht, um etwas Essbares aufzutreiben.

Kurz vor Mitternacht schrecke ich aus dem Schlaf. S. ist zurück. Ob er etwas zu essen gefunden hat, weiß ich nicht; noch mehr Alkohol offenbar schon. Er steht schwankend im hell erleuchteten Zimmer und mault, sich am Wuschelkopf kratzend, irgendetwas unverständliches vor sich hin. Immernoch maulend legt er sich in sein Bett – es raschelt lange, es raschelt laut – und S. zündet sich ne Zigarette an. Links von mir, aus dem anderen, oberen Bett, meldet sich P. aus England zu Wort: “ey man! It’s not allowed to smoke in da room. Could you smoke outside please?”. S. wird laut, fragt P., ob es seine fucking Regel sei und verlässt dann stampfend den Raum (die Zimmertür bekommt er beim dritten Versuch zu). Eine Kippenlänge später kommt er zurück (die Zimmertür bleibt vorerst offen), lässt sich laut ins Bett fallen, dass das gesamte Gestänge daraufhin fürchterlich wackelt und beginnt kurz darauf sich darüber zu beklagen, dass er nicht schlafen kann. Er teilt allen Anwesenden mit, dass er jetzt zwei Valium-Tabletten zu sich nehmen wird (die man hier in Asien überall ohne Rezept kaufen kann) -Neues Geraschel, unzählige laute Schluckgeräusche, tiefe Seufzer- er macht das Licht aus. Stille. Weitere, undefinierbare Geräusche…ich öffne die Augen, um einen angenervten Blick in die Dunkelheit zu werfen…und erkenne Kerzenschein. Wirklich jetzt? Sein Ernst? Ich lege mir gerade die Worte für einen englischen Satz zusammen, da bläst S. die Kerze aus und beginnt mit dem Rotlicht seiner Taschenlampe im Raum rumzuflackern. Besser als offenes Feuer. Irgendwann schlafe ich ein; schläft er ein; ich weiß es nicht. Die Tiefschlafphasen bleiben gefühlt trotzdem aus, denn S. spricht im Schlaf. S. bewegt sich unruhig hin und her im Schlaf. S. schnarcht im Schlaf.

Immerhin finde ich Schlaf. Vorerst…denn ein Bett ist nach wie vor leer.

Es ist in etwa 3:30am, als die Tür zu unserem Dorm auffliegt. Welcher Nationalität der langhaarige, etwa 175cm große, stämmige Weiße entstammt, weiß ich nicht. Es interessiert mich auch nicht. Er haut das Licht regelrecht an, schmeißt sich auf sein Bett und beginnt damit, sich mit sich selbst zu unterhalten. P. meldet sich erneut zu Wort: “ey man! Could you take the light off, please? And don’t be so loud, it’s late and the peoples are try to sleep here!”. Den Neuankömmling interessiert das herzlich wenig und er realisiert stattdessen den Schnarcher in seinem Zimmer. “Waaah, he’s fucking snoring”, schreit er und beginnt, gegen das Bett von S. und somit auch das Bett von mir zu treten. Der Schlafrhytmus von S. wird unruhiger. Der Fremde klettert aus seinem Bett und stolpert zum kleinen schwarzen Schränkchen auf der anderen Zimmerseite. Er holt irgendetwas aus seinem Schließfach und beginnt die Tür seines Schließfachs gegen die Wand zu hämmern, während er im Takt dazu weiterhin lautstark “fucking snoring” ruft. Ich habe Angst, dass S. aufwacht, doch S. bleibt brav. Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrt der Namenlose zu seinem Schlafplatz zurück, macht das Licht doch noch aus und hat offenbar den grandiosen Einfall, das Schnarchen mit dem Ventilator zu übertönen. Er aktiviert den Ventilator auf maximaler Geschwindigkeit und der Propeller setzt sich über meinem Kopf laut rauschend in Bewegung…immerhin ein monotones Geräusch…Schlafenszeit.

Am nächsten Morgen erwartet mich P. bereits vor der Tür und fragt mich, wie ich die Nacht gefunden habe. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt bereits dazu entschieden, unter keinen Umständen eine weitere Nacht in diesem Zimmer zu verbringen und P. pflichtet mir bei. Als ich meinen Entschluß kurz darauf völlig übermüdet der Rezeption gegenüber mitteile, werden mir erfreulicherweise umgehend drei andere Zimmer gezeigt und 10 Minuten später habe ich neue Zimmernachbarn. Ich liebe die asiatische Gastfreundlichkeit…oder war ich womöglich gar nicht der Erste mit Wechselwunsch?

 

Nachtrag: P. ist an diesem Morgen noch in ein anderes Hostel umgezogen und die anderen beiden habe ich die nächsten beiden Tage meist mit Alkohol in der Hand angetroffen. S. ist dann am dritten Tag aus dem Hostel geflogen. Mein restlicher Aufenthalt im Chitlada Central Billa Hostel war erholsam und ruhig.

Laos, Phonsavan, UXO & MAG

UXO (Unexploded Ordnance) und MAG (Mines Advisory Group) sind zwei Akronyme, denen man in Laos öfters begegnet. Sie stehen in Verbindung mit einem der größten Probleme, die Laos wohl zu bewältigen hat. Nicht detonierte Bomben. Während des zweiten Indochinakrieges flogen die USA rund 580.000 Luftangriffe auf Laos und warfen dabei mehr als zwei Millionen Tonnen Bomben ab. Experten gehen davon aus, dass 30% davon nicht explodiert und bis heute etwa zwei Drittel des Landes kontaminiert sind.

Im UXO Office Phonsavan (gleichnamige Hilfsorganisation) wird durch eine Frage an der Wand versucht, die Herausforderung darzustellen: Können Sie sich ein Leben in einem Land vorstellen, das immernoch von 600.000 Tonnen nicht explodierter Munition betroffen ist?

Hier, im UXO Office Phonsavan, wird mir vermittelt, wie groß das Problem ist. Jedes Jahr gibt es neue Unfälle, neue Tote. Meistens verunglücken Bauern beim Pflügen der Felder, bei der Brandrodung oder beim Hausbau. Oder beim Spielen. 40% der Betroffenen sind Kinder.

Mithilfe eines 30minütigen Films wird mir die Arbeit von UXO und MAG nähergebracht. Die UXO gliedert sich in zwei Bereiche. Ein großer Teil der Organisation kümmert sich um die verunglückten Opfer, leistet finanzielle und psychologische Unterstützung und erarbeitet gemeinsam mit den Familien Konzepte, um die Betroffenen trotz Handicap möglichst schnell wieder in die täglichen Aufgaben mit einzubinden. Außerdem geht die UXO an die Schulen und in die Dörfer, um die Menschen über das Risiko, die Sprengsätze und das Vorgehen im Falle eines Fundes aufzuklären. Der andere Bereich der UXO kümmert sich wie auch die MAG um das Aufspüren und die Beseitigung entsprechender Sprengsätze.

Auf dem Weg zu den Plaine de Jarres kamen mir gestern unabhängig voneinander gleich zwei der großen MAG-Tracks mit allerhand Gerätschaften entgegen, wobei ich da noch nicht wusste, um wen es sich dabei handelt. Die Plaine de Jarres selbst sind bereits seit 2005 freigegeben; in regelmäßigen Abständen sind quadratische weiße Steine mit der Aufschrift MAG im Boden verankert, die den Bereich markieren, der geräumt ist und in dem man sich ohne Bedenken bewegen kann.

Trotz dem unermüdlichen Einsatz und der erzielten Fortschritte werden die nächsten Generationen das Problem wohl noch mittragen müssen. Die Belastung in Laos ist so immens, dass die Beseitigung aller Kampfmittel (im gegenwärtigen Tempo fortgesetzt) mehr als 1.000 Jahre dauern wird.

Nach etwa einer Stunde verlasse ich das UXO Office Phonsavan und ich spüre eine tiefe Betroffenheit in mir. Ich wusste um das Problem und die Gefahr. Aber so groß? So viele? Krieg ist schlimm.

Die Markierungen der MAG.

Laos, Phonsavan, Plaine de Jarres

Phonsavan hält selbst nicht viel bereit. Ein kleines Örtchen, dass es mit etwas Glück zur Provinzhauptstadt geschafft hat.

Nennenswert ist das SOS-Kinderdorf, welches ich von außen bestaunen kann, die Mulberries-Farm, wo ich etwas über die Entstehung von Seide lerne und selbstverständlich die Plaine de Jarres.

Rund um Phonsavan finden sich an wenigen verschiedenen Stätten Hunderte von ausgehöhlten Monolithen. Die riesigen Steinkrüge sind einmalig auf der südostasiatischen Halbinsel und bis heute ist ungeklärt, welcher Zivilisation die Krüge entstammen. Man geht davon aus, dass es sich dabei um Begräbnisstätten handelt, da im Inneren der Krüge Überreste eingeäscherter Knochen und farbiger Glasperlen gefunden wurden. Das grobe Alter wird auf etwa 500-100 v.Chr. datiert.

Einer thailändischen Legende nach handelt es sich bei den Steinkrügen um gigantische Becher, aus denen die Riesen vor Tausenden von Jahren Reiswein tranken…

Das Bild ist aus einem Schützengraben heraus entstanden. Bei den dunklen kreisrunden Flächen auf der Ebene vor uns handelt es sich um Bombenkrater aus dem zweiten Indochinakrieg.

Laos, Vientiane

Vientiane ist die Hauptstadt und mit Abstand größte Stadt in Laos. Im gesamten Ballungsraum leben etwas mehr als 750.000 Menschen und somit über 10% der Gesamtbevölkerung (Zum Vergleich: Die zweitgrößte Stadt Pakse hat eine Einwohnerzahl von 90.000).

Und trotzdem ist alles ziemlich gemütlich hier…

Vat Sisaket, das älteste erhaltene Kloster Vientianes. Baujahr 1818.
Anousavari (Patuxai) erinnert an die vielen Soldaten, die auf königlicher Seite vor 1975 für Laos gefallen sind.
Die Deckenmalerei des Anousavari (Patuxai).

That Luang, Nationalsymbol und bedeutenstes religiöses Monument von Laos.
Tempel in unmittelbarer Nähe zum That Luang.

Laos, Vientiane, book exchange

Ich finde die Idee des “book exchange” in den Hostels total cool!

Wo immer sich ein sogenannter “book exchange” in einem Hostel befindet, schaue ich mir direkt die Schätze an, die dort so rumstehen. Abgegriffene Reiseführer vom jeweiligen Land (oft Lonely Planet oder Stefan Loose) und teils den Nachbarländer, wenn der Grenzübertritt des Vorbesitzers zu rasch erfolgte. Bestseller im Taschenbuchformat. Verschiedene Romane in den unterschiedlichsten Sprachen. Ein gelesenes Buch wird hier einem unbekannten, anderen Reisenden zur Verfügung gestellt und gleichzeitig lässt man sich selbst von etwas Neuem inspirieren. Ich mag die Idee. Okay, ich habe viele Menschen gehört, die das klassische Buch längst dem Altpapier des Fortschritts zugeschrieben haben. “In der Zeit von elektronischen Massenspeichern, digitalen Medien und technischen Lesegeräten sind Bücher viel zu teuer, viel zu sperrig und für die Abholzung der Urwälder sind sie auch mitverantwortlich”, begründen sie. Aber ist das richtig? Ist es nicht gerade der Unterschied, der das Besondere ausmacht? Ich finde es schön, ein gutes Buch in den Händen zu halten. Die Seiten zu fühlen, die man gelesen hat und die einen tiefer und tiefer in die Erzählung hineinführen. Den Einband und das Gewicht zu spüren, während man zum Abschluss eines Buchs nochmal die kurze Einführung auf der Rückseite ließt und sich an die Gedanken zurückerinnert, die man vor dem Anfang noch hatte. Ich habe ein Reisebuch mit griffigem, schönem Einband geschenkt bekommen, in das ich jetzt Reisebekanntschaften schreiben lasse, an die ich mich gerne zurückerinnern möchte; Digital hätte das wohl kaum den selben Charme.

Aber gut. Auf was ich eigentlich hinaus wollte: Ich bin zwischenzeitlich in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, angekommen und habe mich hier in ein gemütliches Hostel etwas außerhalb des Zentrums einquartiert. Da ich zuletzt gesundheitlich etwas angeschlagen war, habe ich mich dazu entschieden, zunächst etwas ruhiger anzugehen. Im gerade einmal mit fünf Büchern ausgestatteten “book exchange” des Sailomyen-Hostels bin ich jetzt prompt mit großer Freude über “Die Kunst des Liebens” von Erich Fromm gestolpert. Ich kenne den Autor bereits von seinem anderen Bestseller “Haben oder Sein” und kann beide Bücher nur wärmstens empfehlen. Schwere Kost, die aber den Blick fürs Wesentliche schärft und definitiv zum Nachdenken anregt.

Glücklicherweise habe ich sogar ein anderes Buch zum tauschen dabei…ein Buch, dass sich damit beschäftigt, wie man Frauen am besten anspricht. Selbstverständlich das Buch eines Freundes. Seine Mutter hat ihm das Buch einmal geschenkt, nachdem es ihr beim Aufräumen zufällig in die Hände fiel (vermutlich hat sie es gezielt zwischen ihren ganzen Büchern gesucht, weil sie in Sorge war, sie könne womöglich Enkellos bleiben). Einem Freund ist dieses Buch dann wieder in die Hände gefallen, als er sich auf eine große Reise vorbereitet hatte und er entschloss sich kurzerhand dazu, das Buch mitzunehmen…und es mir dann für den Tausch zu überlassen.

…auf jeden Fall habe ich das genannte Buch, von einem Freund selbstverständlich bereits gelesen, gegen das Buch von Erich Fromm getauscht. Und so sitze ich nun hier in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, trinke Tee und lese etwas über die Kunst des Liebens…

Laos, Vang Vieng

Während des zweiten Indochinakriegs unter CIA-Mitarbeitern als Lima Site 6 bekannt, ist Vang Vieng heute als die Touristenhochburg in aller Munde. Klar, dass wenn ich komme, keine Sau da ist. Irgendwas läuft gerade ziemlich verkehrt in Asien: Trotz sogenannter High-Season bleiben die großen Besucherzahlen aus…ob das an dem ungewöhnlich stark durchwachsenen Wetter liegt, dass seit Wochen in Vietnam herrscht und das seine Schatten natürlich auch ins Landesinnere wirft?

Das Wetter in Vang Vieng ist heute gut. Nein, es ist Bombe! Während ich gemütlich meinen Vormittags-Pancake mit Banane und Schokosauce in einem der zahlreichen Straßenrestaurants verputze (mit einem Blick auf die Uhr wäre Frühstück gefühlt einfach nicht mehr richtig), kommt nach Tagen zum ersten Mal bereits Vormittags die Sonne in ihrer vollen Pracht zum Vorschein und es wird augenblicklich warm.

Vang Vieng ist für vieles bekannt. Unter anderem fürs Tubing. Beim Tubing haut man sich mit einem Gummi-Reifen auf den Nam Xong-Fluß und lässt sich diesen runtertreiben. In regelmäßigen Abständen laden Bars am Flußufer zum Verweilen ein…kein schlechter Plan für den Nachmittag.

By the way: 30. November. Happy Birthday, Prinzessin!

Meine Tubing-Crew
Bei meiner Größe definitiv ein Joker-Typ
Ohne Worte

Laos, Luang Prabang

Luang Prabang. Mit etwas mehr als 50.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt von Laos und das Tor zum Norden. Vielleicht mag ich dieses Städtchen, weil es nicht viel größer als meine eigene Heimatstadt und dadurch gewohnt überschaubar ist. Und vielleicht, weil mich die Stadt von ihrem Stil her etwas an Hanoi erinnert. Ganz sicher aber auch, weil sie etwas Einzigartiges an sich hat. Den Mekong-River, der ihr einen vielfältigen Reichtum an Nahrung beschert, auf der einen Seite, ist die Stadt auf den restlichen Seiten von Bergen umgeben und vermittelt ein gewisses Gefühl von gemütlicher Verschlafenheit. Das Stadtzentrum ist geprägt von französischer Kolonialarchitektur und die vielen kleinen Restaurants und Cafès vermitteln zusätzlichen Charme. Luang Prabang ist zurecht seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe.

Zunächst zwei Nächte gebucht und schlussendlich für fünf Nächte geblieben. …ein schönes Fleckchen Welt, das ich gerne nochmal besuchen würde.

Laos, Luang Prabang, Der Norden von Laos

Einer dieser perfekten Tage…

7.45Uhr: Zum Frühstück gibt’s Banana-Pancakes im Hostel

8.20Uhr: Ich treffe mich mit Trevor und Irene bei “Tiger Trail” und wir haben gemeinsam mit zwei anderen Travellern und einem Local-Guide einen nicht zu übertreffenden Tages-Trek im Norden Luang Prabangs. Ablauf: 30Minuten mit dem Mini-Van nordwärts aus der Stadt raus. Eine kurze Bootstour zu unserem Ausgangspunkt im Nirgendwo. Trekking-Tour über etwa 5Stunden, die uns sowohl auf befestigten Wegen als auch schmalen Trampelpfaden durch den Dschungel und die berühmten Karst-Landschaften führt. Während der Tour besuchen wir zwei abgelegene Dörfer laotischer Urvölker und erfahren ein bisschen etwas über deren Lebensweise. Der Trek endet mit einem Kaffee an einem superschönen Wasserfall und einer etwa 20-minütigen Bootsfahrt zurück zum Ausgangspunkt. Zurück in die Stadt bringt uns ein TukTuk. Das Wetter ist den Tag über nicht zu warm und nicht zu kalt, es ist trocken und nachmittags kommt passend zum Ende des Trekkings die Sonne hinter den Wolken hervor.

17.15Uhr: Sonnenuntergang direkt am Mekong-River mit einem kühlen Bier (ein Meckatzer-Bier wäre an dieser Stelle dann wohl wirklich zu viel des Guten).

18.00Uhr: Eine heiße Dusche mit entkalkter Brause.

18.45Uhr: Eine 1-stündige Vollkörper-Massage mit Öl (witzigerweise bietet solche Sachen hier u.a. das rote Kreuz an).

20.00Uhr: Über den Nightmarket schlendern und an einem dieser Straßenstände supervielfältig und lecker zu Abend essen

21.45Uhr: Ein ordentliches Stück Schokoladen-Toffee-Torte als Dessert.

22.30Uhr: Ein weiteres, gekühltes Bierchen. Draußen im Vorhof einer kleinen, gemütlichen Bar. Bei grob 20°C Aussentemperatur. Mit getrockneten Bananen-Scheibchen als Snack, ruhiger Rock-Musik im Hintergrund und Leuten, die man gern hat.

to be continued…

Auch hier gibt es Schulen…
…und Kindergartenschwänzer

Laos, Luang Prabang, Kouang Si Wasserfall

…hab ich mich gestern doch wirklich dazu entschieden, heute nen Bicycle-Trip mit Irene und Trevor mitzumachen (man könnte durchaus auch schreiben, ich nehme an einer Fahrradtour teil aber dann würde sich das Ganze nicht so cool anhören und außerdem würde es dem Trip nicht gerecht). Ziel sollte der Kouang Si Wasserfall sein und die Tagesdistanz liegt bei stolzen 60 Kilometern.

Was soll ich groß schreiben: Ich hab’s geschafft und bin echt stolz drauf! …das schwierigste Stück der Strecke ist definitiv der steile Berg kurz vor Luang Prabang auf dem Rückweg, dessen kleine Serpentinen man auf dem Hinweg noch (bei dem Zustand des Asphalts fast schon Downhill, MT) runterrast und somit den ganzen Tag im Hinterkopf behält. In einer besonders steilen Kurve bin ich auf dem Rückweg dann schließlich vom Rad gestiegen und wie ich das Rad um die nächste Wegbiegung schiebe, sehe ich prompt den Berggipfel 100 Meter vor mir, direkt vor mir. Witzigerweise habe ich vor lauter darauf warten, dass es endlich zu hart für mich wird, gar nicht gemerkt, dass ich diesen für mich zu harten Berg bereits am hochbicyceln war. Für diese letzten Meter zum Gipfel bin ich dann natürlich nochmal aufs Rad gestiegen…und was den Wasserfall angeht:

Mister Kouang Si höchstpersöhnlich
Fried Rice und Mekong-Flussfisch; DAS war geschmacklich der absolute Wahnsinn!