Myanmar, Bagan

Ich bin nun den zweiten Tag in Bagan. Gestern habe ich mir gemeinsam mit Shelby einen Überblick über die kleine Stadt “New Bagan” verschafft, war lecker essen und schaute mir nachmittags mit einem gemieteten E-Bike einen ersten Teil der Tempellandschaft rund um Bagan an. Für heute habe ich mich zu einer Tempeltour angemeldet, die von meinem Hostel angeboten wird und durch die ich mir nun weitere, fundiertere Informationen und Eindrücke über die Gegend erhoffe.

Mein Tag beginnt sehr früh. Shelby und ich haben gestern während unserer Entdeckungstour etwas Abseits der üblichen Wege einen coolen Tempel gefunden, zu dessen Spitze man steigen kann und von dort aus den Sonnenuntergang angesehen. Nach diesem Spektakel haben wir dann direkt vereinbart, dass wir heute vom Nachbartempel aus den Sonnenaufgang verfolgen wollen. Wir treffen uns um 05.45Uhr im Erdgeschoss an der Rezeption und machen uns nach einem schnellen Kaffee auf zum E-Bike-Verkaufsshop des Vortages, um dort erneut einen fahrbaren Untersatz für den Tag zu mieten. Ein Gesetz in Myanmar verbietet regionenbezogen das Fahren sowie auch bereits das Vermieten von Motorrädern und Scootern an Ausländer, in Bagan sind jedoch Elektroroller erlaubt und überall erhältlich. Ich finde das großartig!

Es ist noch dunkel, als wir am Tempel ankommen und durch einen schmalen, unscheinbaren Seitengang die Treppen nach oben ertasten. Oben angekommen, beginnt sich der Himmel nach kurzer Zeit dann schließlich von schwarz zu grau und grau zu blau zu färben. Uns eröffnet sich die gleiche atemberaubende Aussicht wie am Vortag. Weite Flächen mit sandigem Grund, niedrigem Buschwerk und den Tempeln, die überall elegant und mystisch zugleich aus dem Boden ragen. Die Nächte in Myanmar sind recht kalt und zwischen den Büschen und kleineren Bäumen hängen die Nebelschwaden. Nach und nach lichtet sich der Nebel und gibt unserem Sichtfeld weitere Tempel frei. Und wie sich der Himmel langsam rosa färbt, steigen wenige hundert Meter weiter nördlich die Ballons auf… Die Tempellandschaft von Bagan zum Sonnenaufgang aus einem Heißluftballon heraus zu bestaunen, ist sehr gefragt und teuer zugleich. Der stolze Preis für eine etwa 60 minütige Fahrt liegt bei grob 430,- US-Dollar. Und die Anbieter sind Tage im Voraus ausgebucht! …die Ballons steigen höher und höher in Richtung Firmament hinauf und mit ihnen die Sonne. Was zunächst nach einem Flop aussieht, entpuppt sich als wahres Wunder. Die Sonne steigt ohne große Vorankündigung in Form von Morgenrot oder Sonnenstrahlen aus den dichten Nebelschwaden am Horizont empor. Rund und leuchtend rot wie ein Feuerball. Schlagartig erhellt sich die Landschaft um uns herum und was wenige Minuten zuvor noch grau schien, färbt sich jetzt in sattes grün. Es ist kalt. Und es ist still. Und wie die Ballons näherkommen, ist das einzige Geräusch, dass zu vernehmen ist, das gelegentliche Rauschen der Gasbrenner, die die Luft im Inneren der Ballons erhitzen, um höher hinauf zu steigen.

Um 7.45Uhr bin ich schließlich am Hostel zurück und nach einem kurzen Frühstück finde ich mich auf 08.30Uhr mit meinem E-Bike vor dem Hostel ein, von wo aus die mittels Tourguide geführte Besichtigungstour startet. Wir sind insgesamt 24 Personen, was normalerweise deutlich zu viel für meinen Geschmack ist. Hier sind jedoch die meisten Teilnehmer Alleinreisende und ich lerne bereits auf der 10 minütigen Fahrt zur ersten Pagoda Leute aus Israel, Vietnam, der Schweiz und den Niederlanden kennen, was wirklich witzig ist. Nach und nach werden es dann mehr; nochmal Israel, Thailand, Japan, Indien, China, Brasilien, tschechische Republik….die ganze Welt scheint vertreten zu sein und unser birmanischer Tourguide sorgt mit unglaublichem Wissensschatz dafür, dass uns nicht langweilig wird.

Nachdem wir Dhammayazaka, die einzige Pagoda in ganz Bagan mit fünf Eingängen, verlassen, führt uns unser Weg in ein kleines Dorf weiter, in dem allerlei einheimische Handwerkskunst zu bestaunen ist. Die Leute sind nett hier und bieten uns allerlei Waren zu einem “good price” an. Während sich die anderen Tourteilnehmer die Kunstwerke anschauen oder sich in Verkaufsverhandlung begeben, komme ich mit Ludek aus Tschechien ins Gespräch. Ludek ist etwas älter als ich, alleine reisend und sucht einen Travel Buddy für einen Trek weiter im Westen. Er möchte mit dem Bus in das sieben Stunden entfernte Mindat fahren und dort einen Local Guide anheuern, der ihn von Mindat aus in einem 3 Tage-Trek auf den zweithöchsten Berg Myanmars, auf den Mount Victoria, führt. Mindat liegt im westlich von Bagan gelegenen Chin-Staat, dem ärmsten Staat Myanmars, der erst seit drei Jahren überhaupt für den Tourismus geöffnet ist und nördlich der Rakhine-Provinz liegt, in der seit Monaten ein Glaubenskrieg in der Bevölkerung herrscht. Warmwasser, Internet und auch Touristen findet man in Mindat und Mindat’s Umgebung nur sehr selten; die Vorstellung gefällt mir gut. Da ich ohnehin keinen wirklichen Plan für die Zeit nach Bagan habe, verabrede ich mich mit Ludek auf den nächsten Tag, um weitere Informationen zu seiner Idee, dem Chin-Staat und nicht zuletzt auch über Ludek selbst zu erhalten.

Unsere Bagan-Tour führt uns bis in den Nachmittag hinein zu verschiedenen Tempeln der insgesamt über 2.000 Monumente…Bagan ist beeindruckend.

Bin unheimlich stolz auf dieses Bild!

Die Zeichnungen an der Wand sind aus dem 11. Jahrhundert!

…auch hier: 1.000 Jahren alt!
DAS ist Bagan!

Thailand, Chiang Rai

Neues Jahr, neues Glück…und neue Ziele.

Nach 7 Tagen in Bangkok bin ich gestern Abend schließlich nach Chiang Rai geflogen und schau mir das Örtchen so nun also doch noch an. Nach einer ordentlichen Portion Schlaf gönne ich mir unweit meines Hostels erst einmal ein leckeres Frühstück bei Risen Koff, die hier den Kaffee ihrer eigenen Plantage aus dem Westen Chiang Rai’s vertreiben. Leider fehlt mir die Zeit für einen Besuch der Kaffee-Plantage, zumal Risen Koff seine Kaffeebohnen wohl auch in Europa vertreibt. Wer also mal über das Logo mit dem schwarzen Kaffeeblatt stolpert…aus Thailand’s Nordosten, unweit dem goldenen Dreieck, wo die Grenzen der Länder Thailand, Laos und Myanmar zusammenlaufen. Was die Pancakes angeht, die ich zum Frühstück bestellt habe, so müssen diese sich geschmacklich leider hinter denen aus dem “Blue Diamond” in Chiang Mai anstellen…aber gut; Meckatzer haben sie auch nicht; überall alles bekommen zu können, würde den Dingen ihren Charme rauben.

Dann ist Sightseeing angesagt. Ich miete mir im Hostel ein Fahrrad und radel zunächst zum 12 Kilometer entfernten Wat Rong Khun, dem weißen Tempel. Ein prächtiges Gebäude, das allerdings von Touristen regelrecht überrannt wird. Eine Stunde später geht’s abseits der Hauptverkehrsstraße gemütlich zurück nach Chiang Rai, damit ich mir auch einen Eindruck über die Stadt selbst verschaffen kann, wenn ich schon einmal hier bin. Ich muss mich an dieser Stelle leider auf die Seite derer stellen, die meinen, dass es ausreichend ist, von Chiang Mai aus eine Tagestour zu buchen…sicher handelt es sich bei einer solchen Tour um einen vollgepackten Tag, aber man hat am Abend ganz bestimmt mehr gesehen als ich es tat, da die Sehenswürdigkeiten alle etwas verstreut liegen. Außerdem kann man sich tags darauf dann anderen, schöneren Orten widmen, an denen der Tourismus und meinem Gefühl nach auch das an den Tourismus angepasste Preisgefüge nicht so allgegenwärtig ist. Beeindruckend waren der “white temple” und der Wat Phra Kaew, in dem der Smaragd-Buddha, offizieller Name “Phra Phuttha Maha Mani Ratana Patimakorn”, Thailand’s National-Heiligtum, im Jahr 1434 gefunden wurde, allemal.

Morgen geht’s übrigens nach Chiang Mai zurück…von wo aus ich dann am Freitag aber auch wirklich gleich wieder in das Städtchen Pai aufbreche!

Bei Risen Koff sieht das auch gut aus…
Wat Rong Khun…
…oder auch „white temple“.
Der Eingang zum Tempel symbolisiert die Hölle, durch die man zum Himmelreich aufsteigt.
Das…ähm…war das Dach des Klohäusschens.
Eines der Gebäude innerhalb des Wat Phra Kaew.
Der Bronze Buddha im Wat Phra Kaew.
Der Wat Jedyod…den ich, wieso nur, sofort dem Jedimeister Yoda zugeschrieben hab…

Thailand, Chiang Mai, Christmas 2017

Weihnachten…das Fest der Liebe.

Ich könnte jetzt darüber schreiben, wie sehr ich die süddeutsche Adventszeit vermisst habe oder wie hier in Asien einfach kein Weihnachtsfeeling aufkommen will. Ich könnte darüber schreiben, wie schwer es so weit weg von Adventskalendern und Vorweihnachtsprogramm ist, ein Bewusstsein für das stattfindende Ereignis zu erlangen oder über das trotzdem heimliche Beneiden derer, die pünktlich zurückfliegen, um die Feiertage mit ihren Liebsten zu verbringen. Ich könnte auch darüber schreiben, wie grotesk es klingt, wenn um 22.00Uhr bei 25°C Außentemperatur “let it snow, let it snow, let it snow” aus den Boxen der Bar nebenan ertönt. Ich könnte…ich glaube aber, dass es am Interessantesten ist zu erfahren, auf welch wunderbare Weise ich dieses wirklich besondere Weihnachtsfest in diesem Jahr erlebt habe…

Zunächst habe ich den Tag damit begonnen, unweit des Vida Guesthouses zur Feier des Tages einmal klassisch thailändisch zu frühstücken. Bestellst du Khao Soi Gai, so bekommst du eine würzig-scharfe Curry-Nudelsuppe mit Huhn, wobei das klassische Huhn in dem Fall als Hühnerschlegel serviert wird. Sehr lecker.

Im Anschluss daran setzte ich mich auf die kleine Bank an das kleine Tischchen vor dem Vida Guesthouse in die warme Morgensonne und hab eine Tasse von Irene’s leckerem Kaffee genossen. Wie gewohnt: Ein kleines bisschen Milch und ein kleines bisschen Zucker.

Zwischen 9.30Uhr und 10.00Uhr gesellten sich dann schließlich nach und nach erst Danny aus London, dann Christian aus Berlin, Viviën aus Holland und zu guter Letzt Monique aus Braunschweig vor dem Vida zu mir. Wir hatten uns am Vorabend bereits zu einer kleinen Tour verabredet. Das Ziel: Wat Umong im Westen Chiang Mai’s. Das erste Etappenziel war nach etwa 30 Minuten, nach einem gemütlichen Walk durch die Altstadt Chiang Mai’s Richtung Westen, durch das West Gate hinaus, entlang der Hauptstraße vorbei an kleinen Street Kitchen und allerlei Shops, der Friedhof am Wat Suan Dok. Auf einer Fläche so groß wie ein Fussballfeld liegen dort mehrere kleine und große Gruften aus weißem Stein, die Familienangehörige eines früheren Königsgeschlechts beherbergen und die in der Sonne so unfassbar stark strahlten, dass ich meine Augen zusammenkneifen musste und meine Sonnenbrille aus dem Rucksack kramte. Nach einem kurzen Stop ging es weiter entlang der Hauptstraße und schließlich ein Stück entlang einer zweispurigen, mehr als stark befahrenen Straße, wo wir auf Danny’s Definition vom Paradies stießen. Direkt neben der Fahrbahn mit all dem zähfließenden Verkehr, mit all dem Smog, der in der Luft lag und inmitten der kahlen Hauswände, die sich auf der rechten Seite des Gehweges dahinzogen, gab der Beton eine kleine Nische frei. Auf einer Fläche von vielleicht 2 auf 4 Metern erstreckte sich hier ein kleiner Teich, umgeben von einem Dschungel aus Pflanzen. In dem Teich schwammen gut 20 kleine Goldfische und zwei prächtige Koi-Karpfen, einer orange und einer weiß, mit wunderschöner Heckflosse, die sich gemächlich hin und her bewegte. Ein Ort, wie er kontrastreicher nicht sein könnte.

Und dann erreichten wir Wat Umong. Ein wunderschönes Plätzchen. Inmitten des Waldes gelegen, kann man es wohl in drei unterschiedliche Zonen aufteilen: Gerade aus, der eigentliche Tempel mit einer riesigen Stuba oben auf der Anhöhe und mehreren unterirdischen Gängen, in denen kleine Nischen mit Buddha-Statuen zum meditieren einladen. Zur Linken ein kleiner See mit einer Insel in der Mitte, auf der man auf schmalen Bänkchen, unterhalb der großen schattenspendenden Bäume, direkt am Wasser, gemütlich seinen Gedanken nachhängen kann. Fische und Wasserschildkröten strecken regelmäßig das Köpfchen zur Wasseroberfläche und die Insel selbst ist bewohnt von unzähligen Tauben, die sich sichtlich wohlfühlen und durchaus interessiert um einen herumschleichen. Und zur Rechten befindet sich der “Garden of broken Buddha”; ein kleines Waldstück, in das die Leute ihre alten und kaputten Buddha-Statuen zur letzten Ruhe stellen. Hier stehen unzählige Figuren und Statuen unterschiedlichsten Materials, Aussehens, Alters und Zustands. Manche von ihnen sind schon regelrecht zerfressen von Wetter und Zeit. Und dennoch: Zu unansehnlich für das Haus, doch zu heilig für den Müll. Ein wirklich besonderer Ort.

Als wir gegen 5 wieder zurück im Guesthouse waren, kam bei mir kurz der Weihnachtsstress durch. Ein paar Tage zuvor hatte ich in Sukhothai Yalan aus Mexico und Shelby aus Arizona, U.S. kennengelernt, die nun beide ebenfalls in Chiang Mai waren und mit denen ich mich zum Christmas Dinner verabredet hatte. Auf Shelby’s Befehl hin hatten wir außerdem vereinbart zu wichteln…ist ja nicht das erste Mal, dass ich an Weihnachten noch Geschenke kaufen gehe. Ich alter Profi.

Um 7 trafen wir uns bei Shelby im Hotel und nach kurzer Recherche saßen wir um 7:15PM im Tuk Tuk auf dem Weg zum Riverside Restaurant. Direkt am Fluss gelegen und durch das dunkle Holz rustikal aber doch elegant wirkend, super gemütlich eingerichtet, bekamen wir trotz nicht vorhandener Reservierung mit viel weihnachtlichem Glück einen Tisch für drei Personen im hinteren, ruhigeren Bereich. Zur Feier des Tages ließen wir uns natürlich nicht lumpen: Aus den Staaten importiertes Bier, als Snack vornweg warmes Baguette mit Knoblauch und Käse, als Hauptspeise das Filet Mignon mit gebackener Ofenkartoffel und gedünstetem Gemüse. Was das Fleisch betrifft, so war das wohl mit das Beste, was ich je gegessen habe. So zart, dass das Messer nur so hindurch rutschte und es auf der Zunge regelrecht verlief. DAS war ein Steak, Stefan! Unfassbar!

Gegen 11 sind wir schließlich mit Heißhunger auf Dessert zurück in die Stadt spaziert und haben dann Schokoladen-Kuchen gekauft, den wir unweit des Three Kings Monuments im Zentrum gelöffelt haben, bevor feierlich zur Bescherung übergeleitet wurde. Ich habe das Wichtelgeschenk von Shelby bekommen: Eine kleine Buddha-Statue aus den Tempeln von Si Satchanalai.

Shelby ist im Anschluss daran in ihr Hostel zurück und Yalan und ich haben ein Chang-Bier im 7/11-Supermarkt gekauft, das wir zum Abschluss gemütlich auf dem Bänkchen eines geschlossenen Massage-Salons zusammen tranken. Kurz nach Mitternacht erreichte ich schließlich nach einem langen, sehr schönen Tag mein Guesthouse und siehe da, Danny und Christian saßen noch draußen…gemütlich plaudernd…auf der kleinen Bank, an dem kleinen Tischchen vor dem Vida Guesthouse.

Merry Christmas!

Der Friedhof am Wat Suan Dok.
Danny’s Definition vom Paradies.
Die Insel inmitten des Sees am Wat Umong.
“Garden of broken Buddha”.
Einer der zahlreichen Tempel Chiang Mai’s.

Merry Christmas!
„…von mir auch…“.

Thailand, Sukhothai

Im Jahr 1238 n.Ch. als neues Thai-Königreich gegründet, herrschte die Sukhothai-Dynastie ziemlich genau 200 Jahre lang, bevor die Hauptstadt Sukhothai im Jahr 1438 an Ayutthaya (gut 380 Kilometer weiter südlich gelegen) fiel. Das Königreich Sukhothai hatte in seiner Blütezeit Mitte des 13.Jahrhunderts bis ins späte 14.Jahrhundert hinein immensen Einfluß auf die Kunst, die Sprache, die Literatur und die Religion der modernen thailändischen Gesellschaft und gilt nicht zuletzt aufgrund seiner Größe im frühen 14.Jahrhundert, die flächenmäßig über das heutige Thailand hinausragte, zu einem der bedeutendsten Thai-Königreiche der Geschichte. Leider ist von diesem einst so mächtigen Imperium und dessen Zentrum heute kaum noch etwas zu sehen.

Ich bin gestern Abend in Sukhothai oder, genauer beschrieben, in der Neustadt Sukhothai, etwa 12 Kilometer östlich der ehemaligen Metropole gelegen, angekommen. Die kleine Ortschaft hat leider nicht all zu viel zu bieten: Die typischen Massage-Salons, die in gefühlt jeder Straße Thailand’s zu finden sind, den klassischen night/food market, auf dem man so wunderbar gut essen kann (bereits seit Vietnam verfolgt mich ein Gericht/Beilage/Gemüse, dass ich zu lieben gelernt habe: Fried Morning Glory WITH GARLIC and Rice), zwei Tempel, drei 7/11-Supermärkte, eine Handvoll Bars, Restaurants und kleinerer Unterkünfte sowie Yo. Yo hat die ersten 23 Jahre seines Lebens in den Niederlanden verbracht, ist vor vier Jahren mit seiner thailändischen Mutter nach Suhkothai gezogen und hat vor einer Woche als Rezeptionist in “meinem” Hostel angefangen. Sein Vorname ist japanisch, sein Nachname der seines französischen Vaters, sein Humor der meine. Cooler Typ.

Voller Vorfreude auf den Tag springe ich mit Leichtigkeit um kurz vor 8 aus dem Bett und begebe mich nach einer viel zu kalten Dusche (das mit dem Warmwasser funktioniert hier manchmal nicht so) in den Aufenthaltsraum und zum kostenlosen Frühstück. Toast und Marmelade sind nichts weltbewegendes, aber mit selbstgemachter Erdbeer-, Ananas- und Bananen-Marmelade einfach nur lecker.

Anmerkung nach Palmerston: “Da kommen dann schon auch mal schnell 12 zusammen”.

Nach einem ausgedehnten Frühstück, bei dem ich mit Yalan aus Mexico und Shelby aus Arizona, U.S. mit großer Wahrscheinlichkeit meine Gesellschaft für Weihnachten gefunden habe, mache ich mich per wooden bus (einem überdimensionalen Tuk Tuk) für umgerechnet etwa 0,80€ in die Altstadt unweit dem Historical Park auf. Angekommen, miete ich mir ein Fahrrad für den Tag (weitere 0,80€), löse ein Eintrittsticket für die zentrale Zone (mit Fahrrad 2,85€), gönn mir noch kurz einen Cappuccino und radel mit meinem Drahtesel am Ticket-Kontrollhäuschen vorbei, rein in den Historical Park. Durch Alleen hindurch, an künstlich angelegten Seen vorbei, sind mein Ziel die letzten Überbleibseln der einst so mächtigen Stadt.

Leider ist es mir nicht möglich, mit meinen Fotos auszudrücken, was ich sehe und fühle. Sicher, man vermag mit einem Bild das Objekt zu zeigen, doch wird dadurch nie die Besonderheit des Moments vermittelt. Weder kann man die Geräusche der flatternden und gurrenden Tauben hören, die sich hier überall in den steinernen Überbleibseln eingenistet haben noch das Summen der Insekten, die über die Grünflächen entlang der Fuß-Rad-Wege schwirren. Weder kann man die Wärme der Sonne spüren, die von oben auf einen herab scheint, noch die Wärme der Steine ehemaliger Tempelanlagen, auf denen ich mich niederlasse, um die alten Gebäude in Ruhe zu bestaunen und auf mich wirken zu lassen. Weder kann man die Magie spüren, die von den alten Tempelbauten ausgeht, noch die stille Ehrfurcht der wenigen anderen Besucher, die mir an diesem Tag entgegenkommen…

Nördlich der zentralen Zone.
Wat Mahathat in der zentralen Zone.
Wat Mahathat in der zentralen Zone.
Wat Mahathat in der zentralen Zone. Vor diesem Panorama hab ich deinen Brief gelesen, Mona!
Wat Mahathat in der zentralen Zone.
In der westlichen Zone…
In der nördlichen Zone…

Laos, Über den Mekong gen Westen (Teil3)

Es ist witzig und traurig zugleich: Auf Reisen lernt man oft freundliche und interessante Menschen kennen, deren Wege sich mit dem Eigenen kreuzen und manchmal ein Stück weit identisch verlaufen, bevor sie sich über kurz oder lang dann üblicherweise aber in verschiedene Himmelsrichtungen wieder auseinander bewegen.

So auch in Huay Xai. Regelrecht erholt sind wir am Abend des zweiten Tages unserer Tour gegen 17.00Uhr am Fährhafen in Huay Xai an Land gegangen und die Wege der einzelnen Passagiere trennten sich. Die meisten von ihnen versuchten zügig ein Tuk-Tuk in Richtung Grenzübergang aufzutreiben, um möglichst am Abend noch nach Thailand und von dort aus in aller Herren Länder weiterzuziehen. Ich schnappte mir gemütlich meine zwei Rucksäcke und machte mich, vorbei an der hektisch einen Fahrpreis aushandelnden Meute ins Zentrum von Huay Xai auf. Im Zentrum wollte ich mir eine Übernachtungsmöglichkeit suchen, von der mich am nächsten Morgen dann mein bereits im Vorhinein gebuchter Minivan nach Chiang Mai bringen würde.

Auch hier in Asien gibt es Zweitjobs und so ist mein Rezeptionist vom Vorabend nun witzigerweise auch mein Pick-Up zum Grenzübergang bzw. zunächst zum Transportunternehmen, wohin ich spontan auf dem Rücksitz seines Motorrollers gelange. Auf dem Weg zur Grenze hin treffe ich Herman wieder, den ich vom Slow Boat her bereits kenne und mit dem ich das ganze bürokratischen Grenzprozedere durchlaufe. Herman war über zwanzig Jahre in einem Museum in Amsterdam angestellt, für dass er überall auf der Welt Dokumentarfilme drehte…eine spannende Art sein Geld zu verdienen. Die Ausreise aus Laos und die darauf folgende Einreise nach Thailand verlaufen dieses Mal ohne Probleme. Ausreisestempel abholen, die letzten laotischen Kip in thailändische Baht tauschen, mit dem Grenzbus auf der “Freundschaftsbrücke” den Mekong und somit die Landesgrenze überqueren, am thailändischen Grenzposten den Einreisestempel und das für Deutsche kostenlose 30 Tage-Visum in den Reisepass eintragen lassen, im Minivan Platz nehmen und entspannen. Herman reist von hier aus mit einem anderen Bus weiter…wie geschrieben: Üblicherweise trennen sich die Wege über kurz oder lang wieder.

Bereits während der Fahrt spüre ich die Vorfreude, die sich in mir aufbaut. Thailand. Ich war im Januar 2016 schon einmal hier und freue mich darauf, dieses schöne Land mit all seiner kulturellen und kulinarischen Vielfältigkeit wieder bereisen zu können. Nach knapp sechs Stunden, auf 16.00Uhr, erreichen wir schließlich die Stadt Chiang Mai und ich kann es kaum erwarten, am Tha Phae Gate, auf der Ostseite der Altstadt aus dem Wagen zu steigen.

Sawadee khap, Thailand!

Laos, Über den Mekong gen Westen (Teil2)

Gut 9 Stunden waren wir gestern unterwegs, bis wir mit Einbruch der Nacht das Zwischenziel Pakbeng, ein kleines Örtchen im Nirgendwo, erreicht haben. Glücklicherweise war die Unterkunft (für umgerechnet 2,50€) schnell gefunden und nach einem zügigen Abendessen und ein paar kleineren Provianteinkäufen für den nächsten Tag lag ich um 9:00pm völlig erschöpft und gemäß dem Thema “in der Koje”. Nichtstun kann so anstrengend sein…

Der zweite Tag startet etwas kühler als der Tag zuvor aber die Sonne steigt auf…wie ziemlich jeden Tag hier in Laos. Nachdem gestern alles neu und aufregend war, Fotos geschossen wurden und sich die Zeit ab Nachmittags irgendwann endlos in die Länge zu ziehen schien, wissen wir heute, was auf uns zukommt; der zweite Tag ist entspannter.

…und so schippern wir erneut stromaufwärts auf einem der größten Flüsse Asiens. Entsprungen in Tibet, schlängelt sich der mächtige Mekong gemächlich durch insgesamt sechs verschiedene asiatische Länder, bevor er schließlich nach 4.500 Kilometern im Süden Vietnams, im Mekong-Delta, dort wo meine Reise vor knapp sechs Wochen begonnen hat, in das südchinesische Meer mündet.

Entlang der gleichen, wunderschönen Uferlandschaft wie gestern, esse ich meine gekauften Bananen, die so viel kleiner und geschmacklich so viel süßer als die in Deutschland erhältlichen schmecken, lese ich in meinem Buch von Erich Fromm, höre ich “the very best of Cat Stevens” (auch Father and Son, Josh Holy ;-)) oder hänge einfach nur meinen Gedanken nach…ich hatte schöne Wochen in Laos…ich fühl mich wohl.

Guten Morgen, mein Großer…

Vielen Dank für’s Bringen!

Laos, Über den Mekong gen Westen (Teil1)

Es ist soweit. Auf nach Westen…

Ich habe bereits gestern Abend noch in einem der Reisebüros hier in Luang Prabang ein Kombiticket für die Bootsfahrt an den laotischen Grenzübergang bei Huay Xai bzw. im Paket dazu noch ein Busticket weiter bis Chiang Mai im Norden Thailands gekauft. Die Tickets wären einzeln vor Ort gekauft etwas günstiger gewesen aber so kann ich entspannter drauf los traveln und muss mich auf meinem Weg lediglich abends um eine geeignete Unterkunft kümmern.

Das Slow Boat legt um 08.30Uhr am Fährhafen etwa 10km außerhalb der Stadt ab und zunächst, logisch, beginnt es erstmal zu regnen. Der Captain macht daraufhin die Schotten vorerst dicht und rollt hierzu links und rechts vom Boot blaue Plastikplanen runter, die eingewickelt am Bootsdach befestigt waren. Das wars dann erstmal mit der Aussicht. Glücklicherweise hält sich das schlechte Wetter nicht all zu lange und eine halbe Stunde später etwa kommt der Captain bereits zurück, um die Folien wieder einzurollen. Zunächst noch etwas kühl, lichtet sich der Nebel im Lauf des frühen Vormittags und die warme Sonne kommt zum Vorschein…

…und so schippern wir den Tag über den Mekong River entlang, vorbei an Bergen und Wäldern, Wiesen und Feldern, kleinen Dörfern und Klöstern, badenden Rindern und zickigen Ziegen…

Morgens am Fährhafen in Luang Prabang.
Der Nebel lichtet sich…
…und die Aussicht wird besser.

Ahoi, Käpt’n Blaubär!
Schlaf gut, „Neun-Drachen-Fluß“…bis morgen.

Laos, Luang Prabang, Eine dieser schlimmen Nächte

Mein Weg führt mich von Phonsavan zurück nach Luang Prabang, von wo aus ich in den nächsten Tagen irgendwann per Boot nach Thailand übersetzen möchte. Ich freue mich darauf, Luang Prabang nochmal zu sehen und ein paar schöne Tage in vertrauter Umgebung zu verbringen.

Ich habe mich dazu entschieden, für meinen zweiten Aufenthalt in Luang Prabang eine Unterkunft etwas mehr in zentrumsnähe zu buchen und stoße schlussendlich bei booking.com auf das Chitlada Central Billa Hostel. 9,3 von 10 Punkten. 50.000LAK (5,00€). Als ich im Hostel ankomme, ist alles wie üblich: Die Schuhe werden draußen vor der Tür ausgezogen und der Eingang führt in einen großen Aufenthaltsraum, in dem sich ein paar Tische, ein Fernseher an der Wand, das “Wasserloch” (hier gibt es kostenlos Instant-Coffee und Tea) und die Rezeption befinden. Die Wand rund um das große Rezeptionsfenster ist tapeziert mit weißen DIN-A4-Seiten voller Ticket-Angebote für Tagestouren und Busfahrten in Städte von Westvietnam bis rüber in den Osten Thailands. Ich werde freundlich begrüßt (inkl. typischem asiatischen Lächeln) und einem Zimmer zugeteilt. Zimmer No.5.

Durch einen langen Gang gelange ich tiefer ins Gebäude. Zimmer No.5 befindet sich ganz hinten, einen kleinen Treppenabsatz nach unten versetzt, auf der rechten Seite. Zimmer No.5 ist grob geschätzt 3 auf 3 Meter groß und es finden gerade zwei schräg zueinander gestellte Stockbetten sowie ein kleiner Schrank mit vier Schließfächern darin Platz. Zimmer No.5 hat kein Fenster, dafür aber ein eigenes, kleines Bad, dass gleich wie auch die Bettwäsche einen ordentlichen und sauberen Eindruck macht. Alles in allem eine runde Sache. Was möchte ich auch für 5,00€ erwarten!? Das obere Bett im Stockbett gerade aus ist frei und ich werfe meinen Rucksack auf die Matratze…

Gegen halb 11 öffnet sich zum ersten Mal die Tür und S. kommt herein. Ein etwa 170cm großer, recht schlanker südländischer Wuschelkopf mit Brille und einem durchaus interessanten Kleidungsstil. So trägt er sehr saubere, rote Nike-Schuhe, rote Strümpfe, die etwas über Kniehöhe unter schwarzen Shorts verschwinden, einen schwarzen Hoddie mit Front-Reisverschluss aber ohne Ärmel (oder nennt man das dann eine Weste mit Kapuze?) sowie eine Silberkette, wie sie B.A. vom A-Team dicker nicht tragen könnte. S. stellt sich freundlich vor und informiert mich vorsorglich auch darüber, dass er sehr betrunken ist. Er schmeißt sich in das Bett unter mir und erkennt wenig später, dass er eigentlich auch ziemlich hungrig ist, woraufhin er wieder aufsteht und nochmal loszieht, um etwas Essbares aufzutreiben.

Kurz vor Mitternacht schrecke ich aus dem Schlaf. S. ist zurück. Ob er etwas zu essen gefunden hat, weiß ich nicht; noch mehr Alkohol offenbar schon. Er steht schwankend im hell erleuchteten Zimmer und mault, sich am Wuschelkopf kratzend, irgendetwas unverständliches vor sich hin. Immernoch maulend legt er sich in sein Bett – es raschelt lange, es raschelt laut – und S. zündet sich ne Zigarette an. Links von mir, aus dem anderen, oberen Bett, meldet sich P. aus England zu Wort: “ey man! It’s not allowed to smoke in da room. Could you smoke outside please?”. S. wird laut, fragt P., ob es seine fucking Regel sei und verlässt dann stampfend den Raum (die Zimmertür bekommt er beim dritten Versuch zu). Eine Kippenlänge später kommt er zurück (die Zimmertür bleibt vorerst offen), lässt sich laut ins Bett fallen, dass das gesamte Gestänge daraufhin fürchterlich wackelt und beginnt kurz darauf sich darüber zu beklagen, dass er nicht schlafen kann. Er teilt allen Anwesenden mit, dass er jetzt zwei Valium-Tabletten zu sich nehmen wird (die man hier in Asien überall ohne Rezept kaufen kann) -Neues Geraschel, unzählige laute Schluckgeräusche, tiefe Seufzer- er macht das Licht aus. Stille. Weitere, undefinierbare Geräusche…ich öffne die Augen, um einen angenervten Blick in die Dunkelheit zu werfen…und erkenne Kerzenschein. Wirklich jetzt? Sein Ernst? Ich lege mir gerade die Worte für einen englischen Satz zusammen, da bläst S. die Kerze aus und beginnt mit dem Rotlicht seiner Taschenlampe im Raum rumzuflackern. Besser als offenes Feuer. Irgendwann schlafe ich ein; schläft er ein; ich weiß es nicht. Die Tiefschlafphasen bleiben gefühlt trotzdem aus, denn S. spricht im Schlaf. S. bewegt sich unruhig hin und her im Schlaf. S. schnarcht im Schlaf.

Immerhin finde ich Schlaf. Vorerst…denn ein Bett ist nach wie vor leer.

Es ist in etwa 3:30am, als die Tür zu unserem Dorm auffliegt. Welcher Nationalität der langhaarige, etwa 175cm große, stämmige Weiße entstammt, weiß ich nicht. Es interessiert mich auch nicht. Er haut das Licht regelrecht an, schmeißt sich auf sein Bett und beginnt damit, sich mit sich selbst zu unterhalten. P. meldet sich erneut zu Wort: “ey man! Could you take the light off, please? And don’t be so loud, it’s late and the peoples are try to sleep here!”. Den Neuankömmling interessiert das herzlich wenig und er realisiert stattdessen den Schnarcher in seinem Zimmer. “Waaah, he’s fucking snoring”, schreit er und beginnt, gegen das Bett von S. und somit auch das Bett von mir zu treten. Der Schlafrhytmus von S. wird unruhiger. Der Fremde klettert aus seinem Bett und stolpert zum kleinen schwarzen Schränkchen auf der anderen Zimmerseite. Er holt irgendetwas aus seinem Schließfach und beginnt die Tür seines Schließfachs gegen die Wand zu hämmern, während er im Takt dazu weiterhin lautstark “fucking snoring” ruft. Ich habe Angst, dass S. aufwacht, doch S. bleibt brav. Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrt der Namenlose zu seinem Schlafplatz zurück, macht das Licht doch noch aus und hat offenbar den grandiosen Einfall, das Schnarchen mit dem Ventilator zu übertönen. Er aktiviert den Ventilator auf maximaler Geschwindigkeit und der Propeller setzt sich über meinem Kopf laut rauschend in Bewegung…immerhin ein monotones Geräusch…Schlafenszeit.

Am nächsten Morgen erwartet mich P. bereits vor der Tür und fragt mich, wie ich die Nacht gefunden habe. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt bereits dazu entschieden, unter keinen Umständen eine weitere Nacht in diesem Zimmer zu verbringen und P. pflichtet mir bei. Als ich meinen Entschluß kurz darauf völlig übermüdet der Rezeption gegenüber mitteile, werden mir erfreulicherweise umgehend drei andere Zimmer gezeigt und 10 Minuten später habe ich neue Zimmernachbarn. Ich liebe die asiatische Gastfreundlichkeit…oder war ich womöglich gar nicht der Erste mit Wechselwunsch?

 

Nachtrag: P. ist an diesem Morgen noch in ein anderes Hostel umgezogen und die anderen beiden habe ich die nächsten beiden Tage meist mit Alkohol in der Hand angetroffen. S. ist dann am dritten Tag aus dem Hostel geflogen. Mein restlicher Aufenthalt im Chitlada Central Billa Hostel war erholsam und ruhig.

Laos, Phonsavan, Plaine de Jarres

Phonsavan hält selbst nicht viel bereit. Ein kleines Örtchen, dass es mit etwas Glück zur Provinzhauptstadt geschafft hat.

Nennenswert ist das SOS-Kinderdorf, welches ich von außen bestaunen kann, die Mulberries-Farm, wo ich etwas über die Entstehung von Seide lerne und selbstverständlich die Plaine de Jarres.

Rund um Phonsavan finden sich an wenigen verschiedenen Stätten Hunderte von ausgehöhlten Monolithen. Die riesigen Steinkrüge sind einmalig auf der südostasiatischen Halbinsel und bis heute ist ungeklärt, welcher Zivilisation die Krüge entstammen. Man geht davon aus, dass es sich dabei um Begräbnisstätten handelt, da im Inneren der Krüge Überreste eingeäscherter Knochen und farbiger Glasperlen gefunden wurden. Das grobe Alter wird auf etwa 500-100 v.Chr. datiert.

Einer thailändischen Legende nach handelt es sich bei den Steinkrügen um gigantische Becher, aus denen die Riesen vor Tausenden von Jahren Reiswein tranken…

Das Bild ist aus einem Schützengraben heraus entstanden. Bei den dunklen kreisrunden Flächen auf der Ebene vor uns handelt es sich um Bombenkrater aus dem zweiten Indochinakrieg.

Laos, Vang Vieng

Während des zweiten Indochinakriegs unter CIA-Mitarbeitern als Lima Site 6 bekannt, ist Vang Vieng heute als die Touristenhochburg in aller Munde. Klar, dass wenn ich komme, keine Sau da ist. Irgendwas läuft gerade ziemlich verkehrt in Asien: Trotz sogenannter High-Season bleiben die großen Besucherzahlen aus…ob das an dem ungewöhnlich stark durchwachsenen Wetter liegt, dass seit Wochen in Vietnam herrscht und das seine Schatten natürlich auch ins Landesinnere wirft?

Das Wetter in Vang Vieng ist heute gut. Nein, es ist Bombe! Während ich gemütlich meinen Vormittags-Pancake mit Banane und Schokosauce in einem der zahlreichen Straßenrestaurants verputze (mit einem Blick auf die Uhr wäre Frühstück gefühlt einfach nicht mehr richtig), kommt nach Tagen zum ersten Mal bereits Vormittags die Sonne in ihrer vollen Pracht zum Vorschein und es wird augenblicklich warm.

Vang Vieng ist für vieles bekannt. Unter anderem fürs Tubing. Beim Tubing haut man sich mit einem Gummi-Reifen auf den Nam Xong-Fluß und lässt sich diesen runtertreiben. In regelmäßigen Abständen laden Bars am Flußufer zum Verweilen ein…kein schlechter Plan für den Nachmittag.

By the way: 30. November. Happy Birthday, Prinzessin!

Meine Tubing-Crew
Bei meiner Größe definitiv ein Joker-Typ
Ohne Worte