Thailand, Bangkok

Was soll ich groß berichten…Bangkok halt. Ich liebe diese Stadt!

Da wir zu zweit unterwegs sind, haben Sophie und ich uns dazu entschieden, für unsere drei Nächte in der Hauptstadt etwas edler abzusteigen und haben uns ein Hotel mit Pool in der Nähe der Khao San Road gebucht. Unsere Tage bestehen aus Relaxen am Pool, günstigem Chang-Bier in den Bars des Khao San-Areals, leckerem thailändischem Essen und täglichen Massagen.

Heute nehme ich mir etwas Zeit für mich. Während Sophie nach dem Frühstück in Richtung Pool schlendert, ziehe ich zu Fuß los in Richtung Wat Saket, dem golden Mountain. Ich erweise Buddha die Ehre, zünde eine Kerze an und verweile ein paar Minuten mit geschlossenen Augen in einer Nebennische. Vom Wat Saket nehme ich das Langboot durch die Kanäle Bangkoks in Richtung Siam Center und genieße ganz traditionell einen Cappuccino im Cafè “The Coffee Bean & Tea Leaf”. Nach einem kurzen Abstecher ins MBK-Einkaufszentrum mache ich mich auf den Rückweg zum Hotel, um mich für den Abend frisch zu machen. Ich brauche nicht viel, um mich in Bangkok glücklich zu fühlen. Ein kleiner Plausch hier, ein freundliches Nicken da, etwas Zeit für mich an meinen besonderen Orten…

Gegen 18.30Uhr steigen Sophie und ich in das Taxi ein und machen uns auf den Weg zum Sofitel. Heute werde ich zum ersten Mal auf eine Skybar in Bangkok gehen. Als wir am Hotel ankommen, wird uns die Autotüre geöffnet und der Hotelpage zeigt einladend zur großen Eingangspforte aus Glas. Drinnen erwartet uns eine große Eingangshalle und eine freundliche Rezeptionistin navigiert uns zu den Aufzügen, von denen uns einer in den 9. Stock katapultiert und einen Moment später rasen wir in einem zweiten Lift in die 29. Etage. Oben angekommen, weht uns eine sanfte Brise entgegen, klassische Musik im Hintergrund bekräftigt die verbeugende Geste des Obers und wie ich das Panorama vor mir zur Kenntnis nehme, stockt mir kurz der Atem. Wow!

Auf 21.00Uhr verabschiede ich mich schließlich von Sophie, die mit dem Taxi zurück in die Khao San Road fährt und mache mich zu Fuß in eine etwa 30 Minuten entfernte Bar auf, in der ich mich mit Mind treffe, die ich bereits seit meinem ersten Besuch in Bangkok kenne. Laut Mind gibt es hier eine der besten Shishas der Stadt, was man allerdings nicht zu laut sagen sollte, da das Shisha rauchen in Thailand strikt verboten ist. Mit Mind lasse ich schließlich den Abend und auch meinen vierten Bangkok-Aufenthalt gemütlich bei Tiger-Bier und einer Shisha mit Minzgeschmack ausklingen. Morgen geht’s weiter nach Süden…

How is going, Australia?

…irgendeinen Bekannten trifft man hier immer!
Die Aussicht von der 29sten Etage des Sofitels aus…
…der Skypool befindet sich im 10ten Stock.
Bangkok!

Ukraine, Kiew

…erneut zieht es mich in die Welt hinaus.

Nach einer mehrmonatigen Pause, in der ich den Jahrhundertsommer in meiner Heimat genoss, habe ich mich dazu entschieden, meine ursprünglich geplante Reise weiterzuführen…zu einem Abschluss zu bringen…zurück nach Asien…und dann weiter in Richtung Süden. Und wie die Maschine auf dem Flughafen Frankfurt abhebt, spüre ich das alte vertraute Gefühl, den Wunsch nach einem Abenteuer. Es geht wieder los…

Bereits um 5 Uhr in der Früh hebt unser Flugzeug ab und bringt meine gute Freundin Sophie, die mich zunächst noch begleiten wird, und mich in das per Flug 2 ½ Stunden entfernte Kiew, die Hauptstadt der Ukraine. Unser Flugplan sieht hier einen Zwischenstopp von 11 Stunden vor und so treten Sophie und ich durch die Passkontrolle und fahren mit dem Flughafen-Shuttle ins Stadtzentrum der Hauptstadt.

Angekommen, machen wir uns auf den Weg zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die wir heute besuchen möchten und werden prompt Zeuge eines Übergriffs durch Taschendiebe…auf uns.

Eine Gruppe von etwa zehn Mädchen im Alter zwischen 14 und 22 steht um den Treppenabgang zu einer Unterführung herum; was die Herkunft angeht, so stammen die jungen Frauen vermutlich aus einem der Länder des ehemaligen Jugoslawiens. Wie wir an den Mädchen vorbei treten, treffen sich meine Blicke mit denen der vermutlichen Rädelsführerin, die daraufhin aufgeregt mit ihrer Freundin tuschelt. Ich fühle mich noch geschmeichelt, vor allem auch, weil Sophie bemerkt, dass die junge Frau sie anschließend komisch mustert. Wir laufen die Treppen zur Unterführung hinunter und wie wir die vorletzte Stufe erreichen, höre ich Sophie “hey” rufen. Die Gruppe aus jungen Frauen ist uns die Treppen hinab gefolgt. Der Reißverschluss meines Rucksack, den ich auf dem Rücken trage, ist halb geöffnet, mein Stoffbeutel, in dem ich den ganzen Kleinkram von mir aufbewahre, hängt aus dem Rucksack heraus und der Geldbeutel von Sophie befindet sich zwischen den Fingern der Diebin. Durch den Ruf aufgeschreckt, lässt die enttarnte Diebin den Geldbeutel fallen und die Gruppe zieht ungeniert schmunzelnd an uns vorbei. Ich realisiere die Situation noch immer nicht und wie Sophie erzählt, was gerade passiert ist, ziehe ich meinen Rucksack von der Schulter und denke “f*ck, ich hab meinen Rucksack gar nicht geschlossen”. Ich habe weder ein Ziehen noch ein Drücken bemerkt. Ich bin perplex…ich hab nicht gedacht, dass mir sowas mal passieren wird.

Den restlichen Tag verbringen wir ohne weitere Zwischenfälle im Zentrum von Kiew. Wir schauen uns das goldene Tor, die Sophienkathedrale, das St. Michaelskloster und schließlich den Majdan an. Zurück zum Hauptbahnhof, von wo aus uns das Flughafen-Shuttle zu unserem Anschlussflug chauffiert, fahren wir mit der Metro. Kiew besitzt die tiefsten Metrostationen der Welt.

Und dann geht’s auch schon weiter Richtung Osten…nächster Stopp: Bangkok.

Das goldene Tor.
Die Sophienkathedrale.
Somewhere in kiev…
Das St. Michaelskloster.
Das St. Michaelskloster.
Somewhere in kiev…
Somewhere in kiev…
Es wird Herbst in Kiew…
…Kiew besitzt die tiefsten Metrostationen der Welt.

Indien, Neu Delhi

Zurück in Neu Delhi. Zurück in der Hauptstadt Indiens. Heimat von über 25 Millionen Menschen und drittgrößte Stadt der Welt. Neu Delhi ist gewaltig. Und für mich ist Neu Delhi Anstrengung.

Ich habe einmal gesagt, wenn man erstmal das System des öffentlichen Nahverkehrs einer Stadt verstanden hat und weiß, welche U-Bahn einen wohin bringt und welcher Bus einem vielleicht sogar noch die letzten Meter Fußmarsch bis zum gewünschten Ziel hin erspart, dann ist man in einer Stadt angekommen. Für eine Stadt wie Neu Delhi reicht das nicht…

Irgendeine Straße in Neu Delhi.
Der Basar vor der Jama Masjid.
Jama Masjid, größte Moschee Indiens und eine der größten der islamischen Welt.
Ein Blick rein nach Neu Delhi.
Das Humayun-Mausoleum.

Das Grab von Nasiruddin Muhammad Humayun, dem zweiten Herrscher des Großmogulreiches von Indien.

Indien, Varanasi

Varanasi. Sie gilt als eine der ältesten Städte Indiens und heiligste Stadt des Hinduismus. Bereits 1.200 Jahre vor Christus entstand sie entlang einer Rechtsbiegung auf der linken Uferseite des Ganges, dem heiligen Fluss der Hindus, den Anhängern einer der fünf größten Religionsgemeinschaften auf unserer Erde.

Unser Guesthouse liegt nur wenige Meter vom Flußufer entfernt und befindet sich somit in einem der ältesten Viertel der Stadt. Anhand der Gebäude kann man sehen, wie sich die Baustile im Laufe der Jahrhunderte verändert haben. Hier reihen sich Gebäude an Gebäude; die meisten beherbergen im Erdgeschoss ein Restaurant oder ein Verkaufsgeschäft und in den oberen Stockwerken befinden sich Wohnräume. Manche Gebäude sind sehr schmal, andere sehr hoch, jedes erstrahlt in einem eigenen Anstrich von quietschbunt bis Rohbau-grau. Hier gibt es keine Ordnung. Zwischen den Gebäuden ziehen sich schmale Gässchen hindurch, für Autos oder auch Tuk Tuks zu schmal, für zwei Personen nebeneinander gerade richtig, wenn niemand entgegenkommt. Trotz der Enge herrscht lebhaftes Treiben in den kleinen, schummrigen Gässchen. Die Ladenbesitzer bieten lautstark ihre Waren an, die Restaurantbesitzer werben mit ihrer Speisekarte. Hier wird verhandelt, dort wird gefeilscht, hinter mir vernehme ich das Hupen eines Motorrades, dessen Fahrer sich durch die engen Gassen manövriert. Wie viel Uhr es ist, kann ich lediglich erahnen; schaue ich nach oben, so erspähe ich hoch oben zwischen den Gebäuden Tageslicht. Es ist noch hell “draußen”.

Unser Weg führt uns zum Ganges, dem heiligen Fluß. Als ich das Labyrinth aus Gebäuden des Hafenviertels schließlich hinter mir lasse, ist es, als würden wir eine andere Welt betreten. Vor mir führen steil Steintreppen nach unten und münden in einem befestigten Kai, hinter dem sich die schweren Wassermassen des mächtigen Stroms dahinschieben. Der gigantische Ganges zieht hier in einer großen Kurve nach rechts weiter und auf der gegenüberliegenden Flußseite ist…nichts. Mir eröffnet sich eine Einöde, die sich Hunderte von Metern hinter dem Riesen dahinstreckt. Ich kann ein paar Zelte auf der anderen Flußseite erkennen, einzelne Menschen, die im Fluss baden oder sich in die Einöde dahinter wegbewegen, eine Hand voll Boote, die Passagiere in beide Richtungen über den Fluss transportieren. Hinter der schier endlosen Fläche aus weißem Sand kann ich die Silhouette von undefinierbaren Dingen ausmachen. Vermutlich die gegenüberliegende Uferböschung. Während der Monsunzeit in den europäischen Herbstmonaten ist die gesamte Sandlandschaft den Erzählungen nach nicht zu sehen, da sie sich der Ganges für diesen Zeitraum zurückholt und mit seinen Fluten bedeckt.

Ich steige ein paar Stufen nach unten und stelle fest, dass die einzelnen Stufen unterschiedlich breit und individuell hoch sind, was den Abstieg zum Kai deutlich erschwert. Auf halber Strecke halte ich inne. Der Ganges bringt eine leichte Brise mit sich, es riecht nach nassem Holz und Fisch. Wie ich nach links und rechts blicke, sehe ich die berühmten Ghats entlang des Ganges liegen. Breite Treppen aus Stein, die in regelmäßigen Abständen von der Hafenpromenade zum heiligen Wasser hinunterführen.

Hinter den Ghats die Treppen hinauf ragen in beide Richtungen hohe Mauern, Tore und massive Stadtgebäude wie eine Felswand empor und wie ich mich zurückdrehe und zu dem kleinen Durchgang schaue, durch den mich mein Weg gerade hindurchgeschleust hat, so haben die beiden gewaltigen, aus massivem Stein und mich an mittelalterliche Ritter und Heldengeschichten erinnern lassenden Gebäude den Durchgang fast schon wieder verschluckt. Ich fühle mich winzig im Schatten dieser riesigen Übermacht aus Stein und Beton.

Wir laufen an den künstlich angelegten und bereits uralten Ghats entlang Flussabwärts. Die massive Steinfront auf der linken und die schweren Wassermassen des Ganges auf der Rechten, habe ich Indien im Rücken und Indien vor mir. Ich sehe Gläubige, die sich in den Fluten des heiligen Stroms reinwaschen und Kinder, die miteinander spielen, sich einen Ball zuwerfen, sich gegenseitig unter Wasser tunken. Ich erblicke Frauen, die in den Fluten Wäsche waschen und Kühe, die sich im Fluss ein Bad gönnen, sich von der schwülen Nachmittagshitze abkühlen. Wie wir schließlich das Ende der Flußbiegung erreichen, erreichen wir den Hauptverbrennungsplatz Varanasis. Nun erspähe ich in dem sagenumwobenen Fluss in weiße Laken eingewickelte Leichname, denen der Ganges im Vorüberziehen die letzte Waschung schenkt.

Bereits von weitem sehen wir die Feuer lodern. Der große Platz ist dunkel gefärbt von Ruß und Asche, kein Pflänzchen wächst hier, kein Tier streunt hier umher. Bis auf die Kühe. Die sind überall. Wie wir näherkommen, empfängt uns ein freiwillig dort arbeitender Platzwart und bietet uns freundlich an, uns über das Areal zu führen. Wir überqueren den großen Verbrennungsplatz, der stufenweise vom Wasser zur Stadt hin ansteigt und abhängig der Kaste, zu der die einst Lebenden gehört haben, auf den unterschiedlichen Ebenen Verbrennungsstellen zur Verfügung stellt. Ich schaue mich um. Im Moment brennen auf den unterschiedlichen Ebenen insgesamt sieben Feuer, eines davon in einem nochmal separat abgetrennten und besonders weit oben am Berg angelegten Raum, der für Politiker und andere hohe Personen der Öffentlichkeit vorbehalten ist. Insgesamt fasst der Platz Verbrennungsstellen für schätzungsweise etwa dreißig Leichname, die hier gleichzeitig bestattet werden können. Wir steigen über eine kleine Treppe Richtung Stadttor hinauf und weichen kurz vor Erreichen der letzten Stufe einem neuen Trauerzug aus, der einen leblosen Körper in Leinentücher eingewickelt Richtung Flussufer trägt. Oben angekommen, schauen wir in das Gebäude zu unserer Linken, aus dem uns trockene Hitze entgegenströmt. Hier lodert das Feuer, welches die Scheiterhaufen entzündet. Laut unserem Freund seit hunderten von Jahren ohne je ausgegangen zu sein. Eine der alten Familien Varanasis kümmerte sich durch die Jahrhunderte hindurch um den Erhalt der alten Flammen und gibt ihre Bestimmung bis heute von Generation zu Generation weiter. Welch ehren- und verantwortungsvolle Bürde. Wir gehen an dem alten Gebäude vorbei und folgen dem kleinen Weg, der nach links führt. Holz. Vor uns liegen, zu Haufen aufgeschüttet, unzählige Holzscheite verschiedenster Bäume. Unter einem kleinen Bretterverschlag befindet sich eine provisorisch errichtete, verrostete, große Waage aus Eisen. Für einen erwachsenen Menschen werden 30 Kilogramm Holz benötigt. Wenigstens 3 Kilogramm Zedernholz ist Pflicht. Ist zwar teurer, neutralisiert allerdings die typischen Gerüche von verbranntem Fleisch und verbrannter Haut.

Im Moment ist niemand hier, trotzdem reicht das ganze Holz, dass hier aufgetürmt ist, lediglich für ein paar Tage. Manche indische Familien sparen Jahre, um das Geld für das Holz in der Hinterhand zu haben. Der Platz an der Waage ist intensiv.

Vom Holz weg führt uns unser Weg vor ein altes Haus, dass einer Ruine gleicht und so zur Stadt hin errichtet wurde, dass es den offenen Verbrennungsplatz und die brennenden Feuer wenigstens ein klein wenig vom indischen Chaos der übrigen Stadt abgrenzt. Die Fassade ist großteils bereits abgebröckelt, die Fenster sind scheibenlos und dahinter liegt Dunkelheit. Laut unserem Begleiter wohnen hier die Ärmsten der Alten. Zu schwach, um zu arbeiten, zu alt und zu krank, um vom Leben zu träumen, warten sie hier auf den Tod. Eine alte Frau sitzt vor dem Eingang und sammelt Spenden für die alten Teufel. Für 300 indische Rupie, was etwa 3,80 Euro entspricht, gibt es ein Kilogramm Holz…und als ich ihr das Geld für ein Kilogramm gegeben habe, verrate ich ihr meinen Namen und mein Heimatland, woraufhin sie mir die Hand auflegt und für meine Familie und mich betet.

Wir verlassen den Verbrennungsplatz und begeben uns Richtung Innenstadt zurück und weg vom Fluss. Shelby hat Durst bekommen und so halten wir bei einem der unzähligen, kleinen Straßenstände an, um Wasser zu kaufen. Wie wir dem Händler, der in meinem Alter um die dreißig sein dürfte, auf seine Frage hin erzählen, von wo wir gerade kommen, erzählt er uns freudestrahlend: “Ich kenne den Platz. Wenn ich alt bin und sterbe, werde ich dort auch verbrennen…”.

Varanasi…so habe ich mir das alte, sagenumwobene Indien vorgestellt. Hier in Flußnähe scheint die Zeit stillgestanden zu sein…in der Stadt der Ewigkeit. In der Stadt des Todes. In der Stadt Shivas. Varanasi.

Die berühmten Ghats von Varanasi.

Gespenstisch. Fluss und Stadt im Morgengrauen.
…ragen hohe Mauern, Tore und massive Stadtgebäude wie eine Felswand empor…

Inder der ersten Kaste bei ihrer morgendlichen Meditation.
Die Waage am Verbrennungsplatz.
Varanasi.

Indien, Agra

Leider wird Agra meist auf das Taj Mahal reduziert, obwohl hier so viel mehr zu sehen ist. Unser Overnight-Train nach Varanasi geht erst heute Abend und so machen wir uns auf, eine von Indiens vielen beeindruckenden Baukunstarten zu bestaunen…hier in Agra übrigens einiges mit einem Stempel von Großmogul Shah Jahan, dem einstigen Ehemann von Mumtaz Mahal, versehen.

Das Agra Fort, das Akbar Mausoleum, das Itimad-ud-Daula-Mausoleum, welches auch liebevoll Baby Taj genannt wird, der Mehtab Bagh Garden…ganz arg besonders für mich. Die Bauwerke sind mit etwa 400 Jahren noch sehr jung und der Baustil weitaus ausgereifter als Baustile anderer Bauwerke, die ich bisher so als besonders erachtet habe. Aber so ist das eben…Dinge sind unterschiedlich und somit auf verschiedene Weise besonders. Oder eben auch nicht. Der Baustil und die Bauwerke hier sind es. Und ich staune mit offenem Mund…

Die Verteidigungsanlagen des Forts in Agra…der Graben einst mit Wasser und Krokodilen gefüllt.
Verteidigungsanlagen am Innentor des Forts.
Ein anderer Durchgang…
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Shah Jahan, von seinem Sohn unter Hausarrest gestellt, im Fort von Agra…mit Blick auf das Grabmal seiner Liebsten.
Ein Haremsgebäude unweit des Akbar Mausoleums.
Hey, aus dem Weg !!!
Das Akbar Mausoleum, das flächenmäßig größte Grabmal Indiens.
Deckenmalereien im Akbar Mausoleum.

Das Itimad-ud-Daula-Mausoleum oder auch Baby Taj…
Einer der vier Eingangsbereiche des Itimad-ud-Daula-Mausoleums.

Indien, Agra, Taj Mahal

…und dann besuchte ich das legendäre Taj Mahal.

Mit der Fluggesellschaft Jet Airways, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann, der einmal einen Kurzstreckenflug in diesen Gefilden zu absolvieren hat, flog ich schließlich von der Hauptstadt Chennai des indischen Bundesstaates Tamil Nadu nach Neu Delhi, der Hauptstadt Indiens. In Neu Delhi angekommen, feierte ich dann als allererstes mein Wiedersehen mit Shelby. Shelby aus Arizona, die ich in Sukhothai kennengelernt, mit der ich Weihnachten in Chang Mai gefeiert und mit der ich zusammen das fantastische Bagan besucht habe. Bereits in Bagan hatten wir damals unsere weiteren Reiserouten miteinander verglichen und festgehalten, dass wir Ende März beide in Indien sein werden. Das Wiedersehen stand also schon eine ganze Weile fest.

…nach einem kurzen Zwischenstopp in Neu Delhi fahre ich also zusammen mit Shelby direkt weiter nach Agra. Als Transportmittel haben wir uns den Zug rausgesucht…3 Stunden Fahrtzeit…Holzklasse. Näher kann man der unteren Bevölkerungsschicht Indiens kaum sein und ich erkenne augenblicklich wieder einmal, wie gut wir es in Deutschland, in Europa haben. So viel Armut, so viel Elend…und plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen. Ein verwahrloster Mann in etwa meinem Alter steht vor mir und bittet um Geld…ohne Arme.

Es ist bereits Nachmittag, als wir in Agra ankommen und trotzdem entscheiden wir uns, am gleichen Tag noch zum Taj Mahal zu wandern, da das Monument Freitags geschlossen hat. Reinigungsarbeiten.

Die Straßen zum weltbekannten Grabmal von Mumtaz Mahal, der dritten und liebsten Frau von Großmogul Shah Jahan, sind weitestgehend leer und es lässt sich nur erahnen, was hier in der Hauptsaison zwischen November und Februar los ist. 50.000 Menschen täglich. Die Besucher sind vor allem auch indischer Herkunft; frisch vermählte Ehepaare reisen aus ganz Indien zum wohl größten Liebesbeweis der indischen Geschichte an und erhoffen sich dadurch lebenslanges Eheglück. …und bezüglich meiner Betitelung als wohl größter Liebesbeweis der indischen Geschichte: Wer baut aus Liebe zu seiner verstorbenen Frau ein 58 Meter hohes und 56 Meter breites Mausoleum? Aus weißem Marmor? Mit farbigen Blumenverzierungen im gesamten Gebäude, die vollständig aus farbigen Edelsteinen gefertigt sind? Alle Baustoffe fein säuberlich ausgewählt und (der Überlieferung nach mit 1.000 Elefanten) aus ganz Indien und weiteren Teilen Asiens herangeschafft? Mit Gärten außenrum, die nach der Beschreibung der Gärten im Paradies angelegt wurden?

…und dann sind wir da. Wir betreten das Areal über die Eingangspforte im Osten, schlendern über einen riesigen Vorhof auf das eigentliche Haupttor im Norden des Platzes zu und kurz darauf ragt es direkt vor mir, greifbar nah, majestätisch empor. Eines der neuen, sieben Weltwunder (was fairerweise gesagt durch eine Privatinitiative ausgezeichnet wurde und somit nicht offiziell anerkannt ist!). Erbaut aus Liebe zu einer Frau, die ihr Leben für das Leben ihres Kindes gab. Das Grabmal einer aus dem Iran stammenden Märtyrerin, das Grabgebäude der Frau eines indischen Großmoguls, die sich den Erzählungen nach stets für die Armen und Entrechteten einsetzte. Die letzte Ruhestätte von Mumtaz Mahal. Ich stehe vor dem Taj Mahal.

Das Nordtor…
…und der Blick durch den Gewölbegang.

Das Taj Mahal von der anderen Seite des Flusses.

Indien, Auroville

“Eine Stadt, die der gesamten Menschheit gehören soll. Ein Ort des lebenslangen Lernens und ständigen Fortschritts. Als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft soll durch Nutzung aller inneren und äußeren Entdeckungen Auroville zukünftigen Verwirklichungen kühn entgegenschreiten. Auroville wird der Platz materieller und spiritueller Forschung für eine lebendige Verkörperung einer wirklichen menschlichen Einheit sein.”

Aus der Vision zweier Personen heraus entstanden, existiert das kleine Städtchen mit knapp 3.000 Einwohnern seit inzwischen 50 Jahren größtenteils autark. Der rechtliche Grundstein wurde hierfür bereits 1988 gelegt, als speziell für Auroville ein Gesetz von der indischen Regierung, der Auroville Foundation Act, verabschiedet wurde und wodurch der alleinige Eigentümer des Landes die Auroville Foundation ist.

Für mich ist Auroville vor allem ein Ort der Entspannung. Ruhig gelegen und voller Freundlichkeit, habe ich hier sehr schöne Tage, an denen ich mit dem Roller die Umgebung erkunde und lokalen Kaffee genieße.

Am heutigen Morgen, am letzten meiner 4 Tage hier in Auroville, gehe ich mit Vikash, dem Manager des kleinen Hostels, in dem ich untergekommen bin, ins Matrimandir. Das Matrimandir. Wirklich beschreiben kann man das eigentlich gar nicht. Man muss es erleben. Aus der Vision “der Mutter” und Auroville-Gründerin Mira Alfassa entstanden, befindet sich die große, 24 Meter Durchmesser betragende, goldene Kugel im Zentrum Aurovilles. Das Matrimandir dient als Ort der stillen Meditation und auch in den großflächig angelegten Gärten außenrum herrscht völlige Stille. Einzig der Wind säuselt sein Lied und die Natur begleitet ihn mit ihrer üblichen Melodie. Betritt man das Innere des Matrimandir, so betritt man zunächst einen Vorraum, in dem man sich weiße, feste Strümpfe anzieht, nachdem man draußen vor der Türe seine Schuhe ausgezogen hat. Anschließend erreicht man einen schummrigen Raum in dem alles in weiß gehalten ist, in dem sanftes, rotes Licht leuchtet und von dessen Wänden Wasser läuft. Das einzige Geräusch, dass hier wahrzunehmen ist, ist das Geräusch des plätschernden Wassers. Völlig surreal wird es, als ich auf den Boden trete, der weich nachgibt. Teppichboden. Über einen stufenlosen Wendelgang laufe ich auf dem Teppichboden nach oben in das Herz der Kugel. Ein großer, dunkler, völlig in weiß gehaltener, kreisrunder Raum. Und in der Mitte: Eine etwa 1 Meter große Kristallkugel, die einen einzelnen, von der Decke herabkommenden Lichtstrahl aufnimmt, teilt und in den Raum zurückreflektiert. Die einzige Lichtquelle des Raumes wirkt magisch und wie Wolken am Himmel draußen vorbeiziehen, kann man diese in der Kugel wiedererkennen und die Reflektion wirkt für den Augenblick schwächer. Im Abstand von etwa 5 Metern sind um das Zentrum herum in zwei Reihen Sitzpolster ausgelegt, wovon ich auf einem Platz nehme und die Aura auf mich wirken lasse.

Etwas so wunderschönes und zugleich bizarres habe ich mein ganzes Leben lang noch nicht gesehen!

Unweit von Auroville hat sich ein Spanier niedergelassen und bietet Kaffee aus ganz Indien an.
Auroville existiert größtenteils autark…
Das ist ein…ich find’s total gruselig!

In den Gärten sind selbst die Hunde still…
Das Matrimandir…näher komme ich mit meiner Kamera nicht ran.

Indien, Vipassana

Im Süden von Indien, 60 Kilometer nördlich von Madurai und 20 Minuten südlich von Dindigul, weit draußen am Fuße des Berges liegt das Dhamma Madhura Vipassana Meditation Centre. Hierhin habe ich mich für die letzten 10 Tage zurückgezogen. Zurückgezogen, um auf eine Reise in mein Innerstes zu gehen.

Für den Prozess, der als tiefer chirurgischer Eingriff in den Geist beschrieben wird, gilt es einige Regeln zu befolgen. Regeln, um nicht abgelenkt zu werden auf der Reise und Regeln, um sich selbst darin zu unterstützen, möglichst weit in der kurzen Zeit von 10 Tagen zu kommen.

10 Tage ohne schreiben und lesen. 10 Tage ohne Musik. 10 Tage ohne technische Geräte wie Laptop oder Smartphone. 10 Tage ohne Alkohol, Nikotin, berauschende Substanzen, religiöse oder spirituelle Rituale. 10 Tage ohne jegliche Form der Kommunikation, was die Stimme, die Körpersprache und im Besonderen auch den Kontakt mit den Augen betrifft. 10 Tage ohne jegliche Form der Ablenkung.

Um 4.00Uhr in der Früh ertönt das erste Mal der Gong einer großen Klangscheibe, die im Innenhof unter einem mächtigen Baum steht. Von 4.30Uhr-6.30Uhr die erste Meditation, Frühstück bis 7.00Uhr, Pause bis 8.00Uhr. Dann die Steigerung: Meditationen bis 11.00Uhr, Mittagessen bis 11.30Uhr und wieder Zeit, um seinem Geist etwas Ruhe zu gönnen. Ab 13.00Uhr Runde 3: Meditationen bis um 17.00Uhr, die letzte Mahlzeit des Tages (die nichts Festes mehr beinhalten darf und daher lediglich aus einer Art Getreidesud sowie einer Banane und einem Stück Wassermelone besteht) und eine letzte kurze Unterbrechung bis 18.00Uhr, die ich meistens dazu nutzte, mir auf dem kleinen Stück Feldweg hinter dem Haus die Beine ein wenig zu vertreten. Dann der abwechslungsreichste Teil des Tages: Nach einer kurzen Meditation bis 19.00Uhr startete der allabendliche Diskurs bis 20.30Uhr, in dem wir täglich weiterführende Informationen zur Geschichte, zur tieferen Bedeutung, zur Lehre sowie zur Durchführung von Vipassana erhalten. Ich hatte mit der Kursleitung vereinbart, den Diskurs in deutscher Sprache zu bekommen und so hatte ich jeden Abend eine zusätzliche kleine Auszeit, in der ich mich mit dem gestellten Audioplayer aus der schwülen Meditationshalle in die etwas kühlere Abendluft draußen zurückziehen und deutschen Worten lauschen konnte. Abschließend dann noch einmal 30 Minuten Meditation bis 21.00Uhr und um 21.30Uhr ging das Licht im Dhamma Madhura Vipassana Meditation Centre aus.

Vipassana ist mehr als nur Meditation. Vipassana ist ein Wegweiser zu Dhamma, dem erleuchteten Pfad und lehrt, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Die Beobachtung und das Wahrnehmen unseres sich stetig verändernden Körpers und Geistes und in diesem Zuge die Erfahrung der natürlichen Existenz von Unbeständigkeit, Leiden und einer gewissen Ichlosigkeit. Ein Prozess der Selbstreflektion. Ein Lebensstil, der Verlangen, Ablehnung und Ignoranz, die drei Hauptursachen allen Unglücklich seins ausschalten soll. Wie die Bösen Onkelz schon sangen: Nichts ist für die Ewigkeit. Dinge kommen und gehen. Der Atemzug. Das Gefühl. Der Gedanke. Das Leben.

…die 10 Tage sind vor Allem auch eins: Geprägt von Fleiß, Geduld und Ausdauer. Eine Zeit des Wartens: Auf den nächsten Gong, auf den nächsten Agendapunkt, auf den nächsten Tag.

…und als der nächste Gong ertönt, nehme ich drei kräftige Schlücke aus meiner Wasserflasche, bevor ich mit gesenktem Kopf aus meiner Stube im zweiten Stockwerk des Männer-Wohnheims heraustrete, die Treppe nach unten in den Eingangsbereich hinabsteige und dort in meine Flip Flops schlüpfe. Ich trete aus der Türe raus in die heiße Mittagssonne Indiens und mein Blick wandert über den trockenen, roten Boden, über das dürre, grau-grüne Buschland, hinauf zur Spitze des Berges, der unweit des Areals in den Himmel ragt. Ein tiefer, kräftiger Atemzug und ich senke den Blick Richtung Boden, verschränke meine Arme hinter meinem Rücken und gehe bedacht nach links, über den kleinen Hof, unter dem großen Baum hindurch und steige, mich mit einer Hand an einem großen Ast über mir festhaltend, wieder aus meinen Flip Flops heraus. Ich betrete lautlos die Meditationshalle, wandel zu meinem Sitzkissen und begebe mich abermals in den Schneidersitz. Ich deponiere meine Brille vor mir auf dem Boden, lege die Hände auf meine Knie und schließe die Augen. Ich konzentriere mich auf meine Stirn …auf meine Schläfen …auf meine Augenpartien …meine Nase …meine Wangen …Lippen …und verliere langsam das Gefühl für die Umgebung um mich herum…

www.dhamma.org

Sri Lanka, Von Mount Lavinia nach Madurai

Nach 20 Tagen auf Sri Lanka heißt es Abschied nehmen. Nach einer letzten Nacht bei Sheron im Island Hostel Mount Lavinia, wo ich während meiner Zeit auf Sri Lanka insgesamt dreimal Quartier bezogen habe und wo ich stets wieder vorbeischauen würde, mache ich mich um 10.00Uhr Richtung Bahnhof auf, von wo aus ich mit dem Zug nach Colombo reinfahre. Am Hauptbahnhof, Station Colombo Fort, angekommen, schultere ich meine zwei Backpacks und marschiere zum Busbahnhof, der in Gehweite zu Colombo Fort liegt, um von dort aus mit dem Bus an den Flughafen zu fahren. Und von dort aus geht um 14.40Uhr mein Flug nach Madurai, Indien.

Ich bin gespannt, was mich im großen Indien erwartet; seit meiner ersten Reise höre ich über das Land im Norden die Geschichten der Reisenden, deren Wege sich mit dem meinen kreuzten. Das Land, dass so viel anderster ist als alle Länder, die man bereisen kann. Das Land, in dem arm und reich, wunderschön und abgrundtief hässlich so nah beieinander liegen. Indien.

…denke ich an meine Ankunft auf Sri Lanka zurück, meine erste Busfahrt vom Flughafen nach Colombo rein, meine Ankunft in Colombo Fort, meine erste Beobachtung des Szenarios, wenn ein Zug in einen Bahnhof einfährt und dann zum Stillstand kommt…überall, wo Geschäftigkeit zu finden war, war auch die Hektik spürbar, Chaos und Lautstärke lag in der Luft und die Eile war so viel intensiver als in den südostasiatischen Ländern, aus denen ich gekommen war. Glaubt man den Geschichten, dann ist das Treiben auf Sri Lanka die Vorstufe zu Indien. Aber…man gewöhnt sich an alles. Und wenn ich nun auf die letzten drei Wochen zurückblicke…

Well done, Sri Lanka! War eine schöne Zeit!

Hello Indien!

Sri Lanka, Hikkaduwa

Hikkaduwa. Was soll ich schreiben…

Als ich am dritten März zurück nach Colombo, nach Mount Lavinia, zu Sheron ins Island Hostel gefahren bin, war mein Plan, weiter in den Süden zu fahren und die verschiedenen Strände abzuklappern…gekommen bin ich bis ins 115 Kilometer weiter südlich gelegene Hikkaduwa. Mit meinen Erlebnissen die ich in diesem chaotischen und doch gemütlichen Dörfchen hatte und mit den Geschichten, die hier begannen, könnte ich wohl ein Buch schreiben:

In Bentota traf ich mich mit einem alten Bekannten wieder, den ich im Frühjahr 2016 auf Koh Tao in Thailand kennenlernen durfte. Wir hatten vielleicht zwei Stunden miteinander und doch war es herzlich und vertraut, als hätten wir uns erst letzte Woche gesehen. Ich hoffe auf ein drittes Mal, Steffen!

In Galle war ich für einen Tag, das Fort besichtigen. Zuvor wollte ich noch schnell einen Kaffee trinken und fand nach 30 minütiger Suche endlich ein Cafè, dass koffeinhaltige Getränke verkaufte und zusätzlich wifi im Angebot hatte. Eine abenteuerliche Stadt.

Merissa. Hier ging ich im Auftrag meiner Tante auf Ahnenforschung und fand Dhammika im Mirissa Beach Inn. Kerstin hatte hier Ende der Neunziger für ein paar Tage gewohnt und Dhammika, der sich an meine Tante und eine wunderbare Woche zurückerinnert, lud mich direkt zu einer Tasse Tee ein und erzählte mir, wie es ihm seither ergangen war.

Und dann natürlich Hikkaduwa selbst:

Das heimelige Kind&Love-Guesthouse, bei dem ich für zwei Nächte eincheckte und dann nach und nach auf insgesamt sechs Nächte verlängerte.

Mein Tag im Wasser, an dem ich mir zusammen mit der Poseidon Diving Station zwei Schiffswracks aus dem 18. Jahrhundert in grob 15 Meter Tiefe anschaute.

Mein Nachmittag im Tsunami-Museum, der mich so traurig stimmte und mich bewusst werden ließ, was hier im pazifischen Ozean damals vor 14 Jahren, am Vormittag des 26. Dezember 2004, eigentlich geschah. Eine der größten Naturkatastrophen aller Zeiten. 40.000 tote Menschen alleine auf Sri Lanka.

Mein Besuch im Turtle Hatchery & Rescue Center, der mich dagegen so fröhlich stimmte, nachdem wir abends die am Vortag geschlüpften Schildkröten zusammen mit den Angestellten ins Meer entließen. Ein unbeschreiblicher Anblick voller Hoffnung und Freude, wenn die Kleinen vom Strand in Richtung Wasser watscheln und dann von den Wellen davongetragen werden.

Das wunderbare Plätzchen mit dem wundervollen Blick aufs Meer und der super leckere Cappuccino dazu im HashtagKai.

Das unglaubliche Essen in den günstigen, einheimischen Restaurants rechts der P&S Bakery und die unfassbar netten Leute auf dem Markt, am Bahnhof, am Strand und in den Straßen.

Ishara und Gayasthri, die ich in der P&S Bakery angesprochen habe und die mir, als ich zum Tisch der beiden gewechselt war, ganz nebenbei anvertrauten, dass die Ältere der beiden Schwestern in den vergangenen beiden Jahren unter anderem zur Miss SriLanka und Miss Planet gekürt wurde. Die Einladung zum Wiedersehen nahm ich gerne an und wir hatten im Beautysalon der beiden unglaublich witzige Momente miteinander (Wie war das nochmal mit unseren zu hohen Ansprüchen, LU?).

Patty, der unweit meines Guesthouses durch eine kleine Luke in seiner Hauswand Wasserflaschen verkaufte. Am zweiten Tag getroffen, war ich anschließend jeden Tag zumindest auf ein kleines Schwätzchen und eine Kokosnuss bei ihm und hatte nach dem dritten Tag meinen eigenen Sitzplatz auf der anderen Seite der Luke, wo mir Patty allerlei Tipps und Tricks für meine Tagesausflüge an die Hand gab und spannende Informationen über die Gegend um Hikkaduwa und das Leben auf Sri Lanka mit mir teilte.

Und dann natürlich ab dem vierten Tag Jenny und Jusi, zwei Freunde aus meiner Heimatstadt, die mir auf der Straße prompt entgegenkamen, nachdem ich die Hoffnung auf ein Treffen bereits aufgegeben hatte. Unsere ursprüngliche Kommunikation wurde unterbrochen, als die Regierung von Sri Lanka aufgrund von Unruhen um Kandy Anfang März den Ausnahmezustand ausgerufen und die Social Media-Plattformen und Messaging-Dienste gesperrt hatte. Jenny und Jusi nach Australien im Sommer wiederzusehen und mit ihnen ein paar Tage verbringen zu können, war definitiv eines der Highlights. Auf bald, ihr Beiden!

Auf bald, Hikkaduwa!

Im Tsunami-Museum gab es eine Wand mit Bildern, die von Kindern gemalt wurden…
Viel Glück da draußen…
…und los!
Es war einmal…
Hashtag Kai, Hikkaduwa
Hashtag Kai, Hikkaduwa
Auf dem Markt in Hikkaduwa.
Auf dem Markt in Hikkaduwa.
Heiß war es in Hikkaduwa…
Patty…
…und Patty’s Kumpel, den er jeden Morgen mit Hühnerfleisch füttert.
…how good was yesterday… mit Jenny und Jusi.