Australien, Melbourne

…Melbourne rockt.

Bei meiner ersten Australienreise war ich für knapp zwei Tage in Melbourne und hatte damals einen kurzen Blick ins Stadtzentrum erhascht, was mir gut gefallen hat und wodurch ich hier unbedingt nochmal hin wollte. Mit knapp 5 Tagen hatte ich dieses Mal etwas mehr Zeit für die Stadt im Süden und gleichzeitig immer noch zu wenig.

Melbourne rockt.

How is going, Melbourne?
Hallo Stadt.
St. Patrick’s Cathedral (in der ich einen super Gottesdienst miterleben durfte!).
St. Patrick’s Cathedral in schwarz/weiß.
St. Patrick’s Cathedral.
St. Patrick’s Cathedral von innen.
Streetart in Melbourne.
Streetart in Melbourne.
Die Hosier Lane in Melbourne.
Die Hosier Lane in Melbourne.
Sonnenuntergang am St. Kilda Beach.
Sonnenuntergang am St. Kilda Beach.

Australien, Darwin

Darwin…ich bin bereits zum zweiten mal hier und es ist schön, wenn einem eine Umgebung etwas vertraut vorkommt. Der Vorteil in Darwin ist natürlich: Ich kenne ein paar Leute und muss mich nicht groß um eine Unterkunft bemühen. Dieses Mal schlafe ich bei einer Freundin von Sophie im Stuart Park…Alex.

Ich fühle mich wohl in Darwin, wodurch die Zeit leider nur so vorbei rennt und ich gar nicht genau weiß, was ich in der vergangenen Woche eigentlich alles gemacht habe. Am Montag waren wir fischen…am Dienstag waren wir am Hafen essen und hatten dieses leckere Buffet mit allerlei Meeresfrüchten, Shrimps, verschiedenen asiatischen Leckereien und diesem uuunvergesslichen Schokoladenkuchen…Dienstag und gestern war ich an der Waterfront im Meerwasser baden. Die einzige Stelle, an der man hier um Darwin herum ins Wasser gehen kann, weil zur offenen See hin ein großes Netz gespannt ist, um die Krokodile fernzuhalten…heute haben wir Alex ihren Garten auf Vordermann gebracht. Ein paar Bäume versetzt, ein wenig Unkraut gejätet, diverse Topfpflanzen umgetopft…und all die Zeit über ist es heiß. Tropisch heiß. Wieder einmal einfach zu heiß…

Darwin mag ich trotzdem!

Eines Tages an der Waterfront…
Der Garten…
Der Garten…
Der Garten…und die kleine Ananas.
Not macht erfinderisch…wer entdeckt die Shisha-Kohle?
Ich sehe was, was du nicht siehst? …im Getränkehandel…
…und war geschockt!
Umgerechnet knapp EUR12,- für nen Sixpack Oettinger Dosenbier!
Darwin…East Point.
Darwin…East Point. Cheers, Sophie!

Von Indien weiter nach Deutschland, Ein Rückblick

Indien, das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde. 1,3 Milliarden Menschen. Davor Sri Lanka, ein Land, in dem mehr als die Hälfte der Bewohner weniger als 5 Euro pro Tag verdient. In diesen Ländern ist mir stärker den je bewusst geworden, wie ruhig es in meiner Heimat eigentlich zugeht und wie gut wir es haben. In diesen beiden Ländern steht der Verkehr nie still, das Hupen der unterschiedlichen Fahrzeuge ist allgegenwärtig und auf den Gehwegen und Seitenstreifen tummeln sich rund um die Uhr verschiedenste Händler mit ihren Ständen, ganze Rudel von Straßenhunden, die deutlich kränker und abgemagerter aussehen, als deren Verwandte in den südostasiatischen Ländern, Menschen jeden Alters und überall liegt Müll. Kaum ein Weg ist beschreitbar ohne unzählige Male gefragt zu werden, wo es hingeht, ob man helfen soll oder ob man was kaufen will. So viele Menschen, so viel Armut und Lebensfreude zugleich, kulturell so unvorstellbar anders.

Malaysia, das Land, welches ich spontan als Sprungbrett über den indischen Ozean genutzt habe und wo ich in Kuala Lumpur überraschend in einer Mädels-WG gestrandet bin bzw. meine erste Couchsurfing-Erfahrung machen durfte. Malaysia war nach der Türkei der erste Staat für mich, in dem die Mehrheit der Bevölkerung dem Islam angehört, was mir im Stadtpark der Hauptstadt unweit der beiden Petronas Towers an einem Abend unweigerlich ins Bewusstsein gerufen wurde.  Eine Freundin, die ich in Kuala Lumpur kennenlernen durfte und die mir die Stadt zeigte, stand gemeinsam mit mir vor den großen Zwillingstürmen, um ein Springbrunnen-Konzert zu bestaunen, dass hier jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit stattfindet. Es hatte stark geregnet, wodurch wir unter dem Vordach einer der Haupteingänge der Petronas Towers standen. Der Boden war regelrecht überflutet worden. Alles war nass. Als es endlich aufgehört hatte zu regnen und das Konzert vorbei war, entschieden wir uns dazu, eine Runde durch den hinter den Türmen liegenden Stadtgarten zu spazieren. Wir waren noch nicht weit gekommen und hatten gerade erst die Menschenmengen hinter uns gelassen, als der Muezzin vom Minarett der Masjid Asy-Syakirin begann, die Gemeinde zum Gebet aufzurufen, indem er laut den Namen Allahs sang. Um uns herum lang nun nur der stille Park, keine Menschenseele war mehr zu sehen. Ich wandte meinen Blick nach oben und sah die dunkelvioletten dicke Gewitterwolken bedrohlich am Firmament hängen und es schien, als würde eine fremde Macht über uns schweben. Erneut ertönte der langgezogenen Gesang des Muezzin “Allaaaaaaaah”. Ehrfurcht machte sich in mir breit und ich begriff augenblicklich wieder einmal, wie unvorstellbar mächtig der Glaube an etwas sein kann. Es schien, als würde Allah in diesem Moment durch die Gewitterwolken zu uns herabschauen. Bei dem Gedanken an diesen Moment bekomme ich noch immer Gänsehaut.

Myanmar oder auch Burma, ein Land, dass vom Massentourismus bisher verschont blieb; nirgends sonst habe ich Menschen getroffen, die so vertrauensvoll und wohlwollend mir gegenüber waren. Menschen, die sich voller Interesse meine Reisegeschichten anhörten, die sich nach meiner Meinung zu ihrem Heimatland informierten und die mir versuchten, ein Bild über die derzeitige politische Lage ihres Landes aufzuzeigen. Myanmar war sehr besonders für mich!

Thailand, das Juwel Asiens. Thailand ist ein Geschenk an die Menschheit und immer und immer wieder zu bereisen wert. Im Süden traumhafte Strände und unzählige Inseln, auf denen man die Seele baumeln lassen kann. Oben im Norden wundervolle Berglandschaften, Urwald, ein etwas kühleres Klima. Liebe Menschen, gutes Essen, magische Orte voller Kultur und Geschichte. Damals, auf meiner ersten Asienreise, bin ich von München nach Bangkok geflogen und habe mich nach meiner Ankunft direkt in diese wunderbare Stadt verliebt. Heute kann ich sagen, dass ich hier mal Silvester gefeiert habe. Sukhothai, einer der magischsten Orte all meiner Reisen. Chiang Mai, die Stadt im Norden, die ich dieses Mal als Basislager auserkoren habe, von wo aus ich meine Trips startete und in der ich insgesamt 2 ½ unvergessliche Wochen verbringen durfte. Chiang Mai, wo ich für mich ganz arg besondere Menschen kennenlernen durfte. Chiang Mai, wo ich mit ganz arg besonderen Menschen Weihnachten feierte.

Nach Thailand hatte mich ein Boot auf dem Mekong River gebracht. Von Luang Prabang in Laos aus. Laos war das erste, für mich neue Land auf meiner Reise und hat mich auf meiner Reise erst so richtig ankommen lassen. Gerne denke ich an den Abend zurück, als ich mit einem Freund aus Brisbane in Luang Prabang am Ufer des gigantischen Mekongs ein Bierchen trank, während die Sonne langsam hinter den nordlaotischen Karstbergen unterging. Laos hat leider wie jedes Land Südostasiens seinen Bezug zum Indochinakrieg, was mir erst im Osten des Landes, in Phonsavan, so richtig bewusst wurde. Laos ist das am stärksten bombardierte Land der Welt und leidet bis heute unter nicht detonierten Sprengsätzen, die immernoch im ganzen Land verstreut unter der Erde liegen.

Nach Laos rein kam ich über die Gebirgspässe im Norden. Aus Vietnam. Leider hatte ich bei meinem zweiten Besuch in diesem schönen Land, dass sich rechts von Laos und Kambodscha am Meer entlang erstreckt, kein besonderes Glück mit dem Wetter und durfte das Land dieses Mal von seiner kalten, nebligen und regnerischen Seite kennenlernen. Und trotzdem war es schön! Vietnam ist gemütlich, vielleicht etwas verschlafen, vor allem aber freundlich und interessiert. Ein armes Land, das reich ist an Historie. Ein Land, in dem ich auch während meines zweiten Aufenthalts so unfassbar viele Eindrücke sammeln und wundervolle Dinge erleben durfte.

…und all diese Eindrücke machen mich müde. 5 ½ Monate sind um, in denen ich mit meinem Rucksack durch die Länder Südostasiens gereist bin. Ich habe unzählige liebenswürdige Menschen getroffen, von denen manche sogar zu Freunden wurden. Ich habe viele besondere, kulturelle und historische Plätze betreten, an denen wortwörtlich Magie zu spüren war. Ich hatte leider auch einige gesundheitliche Abenteuer: In der Hauptstadt Vientiane in Laos litt ich eine Woche lang unter einer üblen Magenverstimmung, in Thailand habe ich die Begegnung mit gleich zwei thailändischen Krankenhäusern gemacht, wobei in einem der beiden Häuser der behandelnde Arzt die Taschenlampe-App seines Smartphones dazu verwendet hat, um in meinen Rachenraum zu schauen. In Malaysia und Indien machte mir einer meiner Backenzähne üble Schwierigkeiten und auf Sri Lanka machte ich die Bekanntschaft mit einer sehr qualifizierten Dermatologin, nachdem ein übel juckender Hautausschlag meinen Körper für ein paar Tage befiel.

Zu letzterem fällt mir grad spontan wieder der aufbauende Spruch einer sehr guten Freundin aus Australien ein: “Mach dir keine Gedanken, Andi; du bist in Asien. Da gibt’s so Zeug immer wieder mal”. Die gleiche Freundin machte mir übrigens bei meinem ersten Aufenthalt in Down Under mit dem Satz “Wenn dich etwas sticht, kratzt oder beißt, dann geh vorsichtshalber immer erstmal davon aus, dass es giftig war” Mut. Vielen Dank nochmal dafür, Lumpinchen!

Ich hatte viele interessante Gespräche über Gott und die Welt, unterhielt mich mit vielen Menschen über deren unterschiedlichste Weltanschauungen und deren Sicht auf den Sinn des Lebens. Englisch wurde zu meiner Muttersprache, Englisch wurden meine Gedanken. In Mandalay, Myanmar hatte ich schließlich eine regelrechte Glaubenskrise, durch welche ich an einem Sonntagmorgen zur Frühmesse um 6.00Uhr in die christliche Kirche pilgerte, nachdem ich bereits den Vorabend über in der Kirchenbank verweilte. Mein Anliegen auf all meinen Reisen war stets, nah an den Einheimischen dran zu sein, den Alltag der Menschen zu verstehen, das Land von seiner authentischen Seite kennenzulernen und abseits der typischen Touristenpfade zu wandern. Meinem Anliegen bin ich gerecht geworden.

Irgendwann verändert sich leider der Blickwinkel etwas und was ursprünglich begeisterte, wird mit der Zeit alltäglich und normal. War ich zunächst noch an jeglichem Gotteshaus, Tempel, Fundort antiker Artefakte interessiert, schleicht sich nach einer Weile eine leichte Form von Gleichgültigkeit ein. Die einzelnen Dinge werden nicht mehr mit der Begeisterung und der Interesse wie noch zu Beginn begutachtet und wertgeschätzt. War es Anfangs für mich noch lebenswichtig, die landeseigenen Worte für “Hallo”, “Tschüss”, “Danke”, “Bitte” und “Alles Gute für dich” zu kennen, gab ich mich irgendwann mit “hello”, “thank you” und “take care” zufrieden. Man kann sich alle die Begrifflichkeiten irgendwann schlicht auch nicht mehr merken, wenn sich die Sprache alle vier bis sechs Wochen ändert. Und in Myanmar oder auch Indien zum Beispiel hat sogar jeder Stamm und somit jede Region ihre individuelle Sprache…

Ich bin schließlich nun an einem Punkt angekommen, an dem mein Geist eine Pause braucht und diese auch verlangt. Das Reisen ist schön, vor allem wenn man es mit wachen Augen betreibt, was in meinem Fall zuletzt nicht mehr gegeben war. Ich habe mir daraufhin in den letzten Tagen nun Gedanken zu meinen nächsten Schritten gemacht und mich dazu entschlossen, weiter nach Deutschland zu gehen. Nachhause zu gehen. Meine Liebsten wieder einmal in die Arme zu schließen und mir eine Pause zu gönnen. Aus “Reisen auf unbestimmte Zeit” wurde so nun also “Reisen für 5 ½ Monate”. Und das ist ok. Vielleicht müssen es gar nicht die riesigen Reisen über Monate hinweg sein…ist der Mensch nicht auch ein Rudeltier, dass dazu geboren ist, sich an einem Platz niederzulassen, an dem es sich wohlfühlt? Reisen verändert und mir persönlich tut reisen ungemein gut.

To be continued…

Indien, Mahabalipuram

Auf dem Weg von Auroville nach Neu Delhi lege ich einen kurzen Zwischenstopp in Mahabalipuram ein. Ein kleines Dörfchen an der Ostküste Indiens, dass unter Steinmetzen, so wurde mir erzählt, auf der ganzen Welt bekannt ist. Tatsächlich reihen sich hier straßenweise Steinmetzbuden aneinander und jede von ihnen wartet mit wunderschönen Künsten auf. Der Grund für meinen Besuch ist der Rat von Einheimischen, die mir erzählten, dass auch die Landschaft um Mahabalipuram die Geschichte der Steinmetzkunst an diesem Ort erahnen lässt…

Direkt an der Küste gelegen… Mahabalipuram und die Kühe.
Steinmetzkunst in und um Mahabalipuram…
Steinmetzkunst in und um Mahabalipuram…
Steinmetzkunst in und um Mahabalipuram…
Steinmetzkunst in und um Mahabalipuram…
Steinmetzkunst in und um Mahabalipuram…

Indien, Pondicherry

Here i am again.

Zurück in der Zivilisation.

Nach meinen Erfahrungen der letzten Tage bin ich müde und faul. Es fühlt sich komisch an, von so vielen Menschen umgeben zu sein, so viele Stimmen und Geräusche zu hören. Irgendwie unwirklich.

Nachdem wir das Dhamma Madhura Vipassana Meditation Centre verlassen hatten, machte ich mich direkt nach Dindigul zum Bahnhof auf, um mit dem Zug ins 6 Stunden weiter nördlich gelegene Pondicherry zu fahren. Hier habe ich mich in ein kleines, gemütliches Guesthouse einquartiert. Meine Tage hier in Pondicherry sind ebenfalls gemütlich. Ich genieße das Leben bei Kaffee und Kuchen, bei leckerem indischen Essen, bei allerlei Videos auf YouTube, bei Musik. Ich schlendere durch Pondicherry’s Altstadt-Sträßchen und an der Uferpromenade entlang. Ich hole den Kontakt zu meinen Liebsten nach und tausche Erzählungen über meine Erlebnisse gegen Neuigkeiten der letzten Tage aus. All das eben, auf was ich zuletzt verzichtet hatte…das Leben ist schön!

Kleines Ratespiel gefällig?

Wieviele Hunde siehst du?
Siehst du die Kuh?
Welcher Hund liegt auf der Erbse?

Sri Lanka, Galle

Das Beeindruckendste in Galle ist sicher das Fort, dass mehrere Jahrhunderte lang die Bucht und den Hafen von Galle bewachte und sich auch heute noch erfolgreich gegen den Verfall durch Wind und Wetter wehrt. 1588 von den Portugiesen erbaut, 1649 von den Niederländern erobert und ausgebaut, 1796 dann von den Briten übernommen, fiel es erst 1948 in srilankische Hand, als Sri Lanka für unabhängig erklärt wurde und die Briten wieder nach hause segelten. Direkt an der Küste gelegen, sieht man auf den mächtigen Mauern aus Stein stehend, hinaus in die Weiten des indischen Ozeans. Heute schlagen die Wellen nur sanft gegen den Felsen unter mir, vom Meer her weht eine leichte Brise und es duftet nach Salz und frischem Fisch.

Sri Lanka, Kandy

Nach weiteren zwei Tagen mit Ludek heißt es erneut “Goodbye” und während sich Ludek weiter Richtung Norden aufmacht, um dort einem Vipassana-Retreat beizuwohnen, fahre ich mit dem Local Bus ins zwei Stunden weiter südlich gelegene Kandy, die zweitgrößte Stadt der Insel.

Wie ich Kandy erreiche, erkenne ich sogleich eine seltsame Art von Beschaulichkeit, was mir sehr gut gefällt. Sicher, in Sri Lanka laufen die Uhren überall auf Hochtouren aber hier scheint jemand darauf zu achten, dass die Zeiger einigermaßen gleichmäßig die Runden drehen.

Der Zahntempel, the golden Canopy, ist sicher mit eines der wichtigsten Gebäude in Kandy und gleichzeitig der wichtigste buddhistische Platz in Sri Lanka, da er den Erzählungen nach einen der Zähne Buddhas beherbergt. Leider bleibt mir der Eintritt zum Tempel verwehrt. Am Wachpersonal komme ich noch vorbei, indem ich meine Schultern mit einem dünnen Pullover aus meinem Rucksack bedecke und ich fürs Verstecken meiner Knie den Sitz meiner kurzen Hosen im Gedenken an alte Zeiten unter meine Hüften ziehe. Baggy-Style. Als ich wieder einmal vor einem Kassenhäuschen stehe, an dem die Ausländer zur Kasse gebeten werden, werde ich jedoch stinkig und entscheide mich dazu, die umgerechnet etwa EUR 8,00 nicht zu bezahlen. Der Betrag möchte gering erscheinen, für mich ist es allerdings ein Drittel meines Tagesbudgets. Das Drittel eines Tagesbudgets, dass ich durchaus bereit bin zu zahlen, wenn ich nicht in 15-20 Minuten durch etwas hindurch gejagt werde und kaum zum Wahrnehmen bzw. Erleben komme. Nach all den Ländern, die ich bisher besucht habe, muss ich leider feststellen, dass Sri Lanka bisher am dreistesten ist, was das Kassieren von Eintrittsgeldern angeht.

Betrübt entschließe ich mich dazu, die St. Paul’s Kirche unweit des Zahntempels zu besuchen, um mich dort etwas abzureagieren und die Ruhe der alten, massiven Gemäuer, in denen normalerweise kaum Touristen anzutreffen sind, zu genießen. Und stehe vor verschlossenem Tor…

…was mir auf meinen Reisen bisher sehr positiv aufgefallen ist und worauf ich als Christ tatsächlich auch etwas stolz bin, ist die Tatsache, dass ich noch nirgends für den Besuch eines Gotteshauses hab ein Eintrittsgeld entrichten müssen. Getreu dem Motto: Gott bietet immer Zuflucht. Wer sich ein bisschen mit den massiven, aus schwerem Stein erbauten Gebäuden beschäftigt, wird sehr schnell feststellen, dass die Architektur, das Innendesign, die hohen Dachstühle, die farbigen Fenster und die schicken Heiligtümer eine unglaubliche Magie versprühen und oft regelrechte Kunstwerke darstellen. Kunstwerke, für die man teils durchaus Eintrittsgelder verlangen könnte, was mich jedoch, eben aufgrund des Grundgedanken, der hinter diesen Gebäuden steckt, sehr enttäuschen würde. Was ich leider häufiger feststelle, sind Öffnungszeiten und dadurch auch teils verschlossene Türen. Meist ist das Pfarrhaus allerdings nicht allzu weit von der Kirche entfernt und durch freundliches Fragen habe ich schon manch einmal wohlwollend den Hauptschlüssel mit der Bitte ausgehändigt bekommen, ich möge doch abschließen und den Türöffner wieder zurückbringen, wenn ich fertig bin. Hier in Kandy ist leider kein Pfarrhaus in der Nähe und das große Tor aus Metall ist provokativ zusätzlich mit einer schweren Eisenkette versperrt. Sehr schade…

Ich spüre Zorn in mir aufkommen durch so viel zunichte gemachten Plan und bin ziemlich niedergeschlagen, als mir ein Tor zwischen St. Paul’s Kirche und dem Gelände des Zahntempels ins Auge sticht. Ich gehe zu der etwas dickeren Frau in Uniform vom Typ Mama, die vor dem Eingang Position bezogen hat und frage sie, was sich hinter dem Tor verbirgt. Den Namen verstehe ich nicht, wenn ich meine Schultern bedeckt habe, darf ich allerdings kostenlos eintreten. Ich krame meinen dünnen Pullover wieder aus meinem Rucksack und durchquere das Tor.

Ein riesiger Buddhabaum erwartet mich auf der anderen Seite. Auf einer Art gemauertem Sockel, der im oberen Drittel fein säuberlich mit weißer Farbe verputzt wurde und zu dessen Plattform in etwa 3 Meter Höhe eine breite, steile Steintreppe führt, erstreckt sich der Gigant in alle Richtungen. Am Fuß des Baumes sitzt in einem kleinen Häuschen Buddha und begrüßt mit seinem entspannten Lächeln jeden, der die Stufen zum Baum erklimmt. Ich halte meine gefalteten Hände vor meine Stirn, verneige mich tief und beginne, um den großen Baum herumzugehen, bevor ich schließlich weitere Stufen emporsteige und nun direkt am Stamm stehe. Ich lege meine Hand auf das nasse Holz und genieße für einen Moment mit geschlossenen Augen die Ruhe. Ich schaue zur Baumkrone nach oben, sehe die alten, dicken Äste, die sich in alle Himmelsrichtungen erstrecken und von denen aus neuere, jüngere Äste das Geäst zunehmend verdichten. Die kleinen Knospen, die sich überall entlang der Äste befinden und sich darauf vorbereiten, den Baum in ein neues, schönes Blätterkleid zu hüllen, spiegeln den Kreislauf des Lebens wieder, der unaufhörlich voranschreitet. Ich sehe ein…zwei, drei…Eichhörnchen, die zwischen den Ästen umhertollen und höre allerlei Vögel über mir. Die pechschwarzen Raben, die sich um den Baum herum versammelt haben und geheimnisvoll schaudernd krächzen, bringen etwas übersinnliches mit in die Situation. Ein magischer Platz.

Ich beginne zu schmunzeln und spüre Freude in mir aufkommen. Oft lohnt es sich nicht, sich über etwas verbissen aufzuregen und den Kopf hängen zu lassen…im nächsten Moment hält das Leben manchmal schon etwas anderes Schönes, manchmal sogar etwas sehr viel Wichtigeres für einen selbst, bereit.

Im botanischen Garten.
Im botanischen Garten.
Im botanischen Garten.
Der Blick vom Buddhabaum.
Der Blick zum Buddhabaum und zur St. Paul’s Kirche.

Sri Lanka, Dambulla

Manchmal verlaufen Wege nur ein Stück weit getrennt voneinander, bevor sie sich dann doch nochmal überschneiden. Bei den Wegen von Ludek und mir ist das so. Nachdem wir uns vor in etwa einem Monat in Mandalay nach unvergesslichen Wanderungen durch Myanmar voneinander verabschiedet haben, treffen unsere Wege nun in Sri Lanka ein zweites Mal aufeinander. Unsere Routen sind gleich…und wir entscheiden uns spontan dazu, gemeinsam ein Stück weiter in den Norden zu ziehen.

Dambulla ist nicht besonders groß und blieb von den Touristenmassen  bisher weitestgehend verschont, obwohl das Örtchen unmittelbar neben einigen sehr imposanten Sehenswürdigkeiten liegt. Sigiriya, Pidurangala, die Höhlentempel von Dambulla.

Trotz guter Empfehlungen lassen wir Sigiriya, the lion rock, aus. Zu teuer ist mir der Eintritt und zu hoch ist mir das Touristenaufkommen vor Ort. Ludek und ich entscheiden uns stattdessen, den Pidurangala zu besuchen und fahren für umgerechnet etwa 0,25€ von Dambulla an eine etwa einen Kilometer von Sigiriya entfernte, mitten im Nirgendwo gelegene, Bushaltestelle. Der vierzig minütige Aufstieg zum Gipfel des Monolithen ist nicht ohne, wird allerdings mit wenig anderen Besuchern belohnt. Wie wir oben ankommen, ist die Sicht zunächst eher bescheiden. Die Wolken hängen äußerst tief am Himmel und Sigiriya sowie das Umland des Pidurangala hüllen sich in den grauen Dunst. Als wenig später schließlich prompt starker Wind einsetzt und über die Ebene hinweg bläst, vertreibt dieser auch die Wolken und die Sicht wird klarer. Mitten aus dem Nichts heraus erscheint Sigiriya klar vor uns und das flache Umland erstrahlt in den verschiedensten Grüntönen…beeindruckend, was die Natur so alles erschaffen hat und beeindruckend, wie mächtig Wind ist. Den größten Respekt vor Aiolos.

…das Erste, was uns bewusst wird, als wir die Stufen zu den Höhlentempeln von Dambulla hinaufsteigen, ist zweifelsohne, dass es hier Affen gibt. Sie sitzen links und rechts des Weges, hangeln sich von Baum zu Baum oder posen arrogant inmitten des Weges. Fotografieren lassen sie sich, beachten tun sie dich aber keines Blickes. Zumindest nicht aus unmittelbarer Nähe…ich beobachte sie, wie sie uns aus sicherer Entfernung mit ihren wachen, braunen Augen verfolgen. Augen so unfassbar ähnlich den unseren. Ich beobachte sie, wie sie mit ihren winzigen Händen und flinken Fingerchen umgehen, wie sie eine Banane schälen, wie sie das Ungeziefer im Fell des Nachbarn herauspulen, wie sie Gegenstände in die Hand nehmen und fachmännisch auf mögliche Verwendungszwecke hin inspizieren. Faszinierende, kleine Kerlchen.

Vor den Höhlentempel empfängt uns Besucher zunächst ein Buddhabaum, eine Pappelfeige. Ein mächtiger, wunderschöner Baum, der seine Äste in alle Richtungen weit ausstreckt und mich aufgrund seiner Größe und Bedeutung in seinen Bann zieht. Die Höhlentempel von Dambulla sind über verschiedene kleine Pforten erreichbar und beherbergen unterschiedliche Buddha-Statuen, die stehen, sitzen und auch liegen. Die Wände und auch die Decke über unseren Köpfen ist mit allerlei Inschriften und Porträts bemalt. Ich hatte gehofft, mich hier etwas zurückziehen zu können, die Magie des Ortes ein wenig genießen und ein Stück weit in mir aufnehmen zu können. Doch wo viele Menschen sind, hält auch Lautstärke und Unruhe Einzug. Und die Temperatur in den kleinen Katakomben ist schwül; mir beginnt der Schweiß von der Stirn zu tropfen…

Dambulla ist größentechnisch und auch das Klima betreffend nicht vergleichbar mit Colombo. Aber es liegt das gleiche Flair in der Luft…es ist laut und es geht hektisch zu…eine Mischung aus geschäftigem Treiben und stressigem Durcheinander. Sind manche Dinge vielleicht doch nicht ganz so verschieden zum großen Nachbarland im Norden Sri Lankas? Wie auch immer…hinter jedem Chaos steht ein System…und es scheint zu funktionieren.

Auf dem Weg zu Pidurangala’s Gipfel
Kabelbinder, Spax und Panzertape halten die Welt zusammen…kleine Äste und Steine sorgen an den richtigen Stellen offenbar für den nötigen Abstand.
…Sigiriya sowie das Umland des Pidurangala hüllen sich in grauen Dunst.
…und dann erscheint Aiolos mit Euros und Apheliotes.

Der Buddhabaum vor der Höhlentempeln von Dambulla.
Einer der Eingänge zu den Höhlentempeln von Dambulla.
Die Höhlentempel von Dambulla.
Die Höhlentempel von Dambulla.
Die Höhlentempel von Dambulla.
…und dann waren da die Affen…
…haufenweise…
…überall…
Äffle, wa guggsch denn so?

Sri Lanka, Colombo

Mein nächstes Reiseziel ist Sri Lanka. Klein und unscheinbar südöstlich von Indien gelegen, sollte man meinen, es unterscheide sich nicht allzu sehr von seinem  großen Nachbarn, was laut vieler Meinungen ein Trugschluss ist. “Same, same, but different”, lautet auch hier die Devise. Im Moment kann ich das noch nicht beurteilen…

In Colombo gelandet, muss ich zunächst feststellen, dass die Hauptstadt nicht allzu viel zu bieten hat. Groß, verkehrsbelastet, heiß. Schade. Auf meinen Reisen habe ich schon viele Städte wie Colombo gesehen…Georgetown, Mandalay, Vientiane…und meine Gedanken schweifen ab: Hanoi…Chiang Mai…Bangkok.

Ich hab knapp 3 Wochen Zeit bis zu meinem Weiterflug nach Madurai.

Zeig was du hast, Sri Lanka…

Erinnert mich im ersten Moment irgendwie an russischen Zupfkuchen…ich liebe russischen Zupfkuchen! Und der hier ist ganz bestimmt noch warm…
Wohlgemerkt die Aussicht von einem Hostel aus… #islandhostelmountlavinia
Etwa 70% der Bevölkerung sind Buddhisten…
Hier mischen sich indische und südostasiatischen Besonderheiten…
Mönche sind gut zu Vögeln…
Gangaramaya Temple, Colombo

Malaysia, Penang, Monkey Beach

Altr kommt aus der Türkei und beklagt sich darüber, dass jeder Kebap für ein türkisches Gericht hält, obwohl es ursprünglich eigentlich irgendwo aus dem libanesischen Raum komm. Egal…bevor wir uns zum Monkey Beach aufmachen, suchen wir in Georgtown’s indischem Viertel nach Bananen, die ursprünglich eigentlich auch irgendwo anders herkommen.

Der Monkey Beach liegt etwas abseits im Nordwesten der malaysischen Insel Penang und für meinen letzten Tag auf Penang haben Alpr und ich uns vorgenommen, gemeinsam ein Abenteuer zu erleben. Mit dem Linienbus 101 kommen wir bis an den Eingang des Penang National Park, wo wir uns mit unserem Vorhaben in eine Liste eintragen; damit die Parkwache weiß, wer sich in etwa wo in dem unerschlossenen Gebiet aufhält.

Bei über 30°C und deutlich höherer Luftfeuchtigkeit als in irgendeinem anderen asiatischen Land, dass ich in den letzten Wochen besucht habe, mache ich mich mit Alpr zusammen Richtung Monkey Beach auf. Die Entfernung zu unserem Ziel beträgt rund 3 Kilometer, was die meisten Touristen heutzutage vermutlich entspannt mit den Booten zurücklegen, die man am Eingang zum Nationalpark chartern kann. So ein Weg am Wasser entlang gerät da recht schnell in Vergessenheit…

Der alte, großteils verfallene und bereits von der Natur zurückeroberte Pfad windet sich Meter um Meter an den felsigen Klippen entlang weiter Richtung Westen. Bereits nach Minuten sind Alpr und ich nass geschwitzt doch folgen wir dem teils schwer zu erkennenden Pfad abenteuerlustig weiter durchs Unterholz. An den besonders gefährlichen Stellen wurden in der Vergangenheit kleine Brücken und Treppen verbaut, die jedoch bereits ziemlich marode sind und wodurch ich achtsam und nur sehr langsam einen Fuß vor den anderen setze. Woher der Strand seinen Namen hat, bleibt kein Geheimnis; auf unserem Weg hören wir sie schon immer wieder ganz in der Nähe unseres Weges und als wir nach knapp zwei Stunden endlich unser Ziel erreichen, sehen wir sie dann auch in Strandnähe umhertollen und nach Futter sowie Spielzeug Ausschau halten: Affen. Clevere, kleine Biester, die dir, wenn du nicht aufpasst, alles klauen, was nicht niet- und nagelfest ist. Und wehe, du schimpfst sie…dann werden sie zickig und veräppeln dich, in dem sie Augen und Mund weit aufreißen.

Der Monkey Beach liegt direkt vor uns und das Meerwasser glitzert im Sonnenschein, während die Wellen sanft über den Sandstrand streichen. Es sind weit weniger Badegäste da als erwartet, was uns natürlich entgegenkommt. Alpr und ich ziehen unsere Schuhe aus und laufen Barfuß den Strand entlang, stolz auf den gemeisterten Weg, der hinter uns liegt. Während uns das kalte Salzwasser an den Füßen kitzelt und eine leichte Meeresbrise für Erfrischung sorgt, schauen wir uns nach einem geeigneten Plätzchen um, an dem wir unsere Energiereserven wieder auffüllen können, bevor wir die Strecke nach einem erfrischenden Bad im Meer zurückgehen wollen. Wir haben Hunger…