Myanmar, Mandalay

Mandalay ist die zweitgrösste Stadt Myanmars. Die Stadt, über die ich nach Myanmar eingereist bin, in der ich für etwa 2 ½ Stunden verweilte, als ich vom Chin State in den Shan State übersiedelte, in die ich für zwei Nächte entspannten Schlaf nach so vielen Tagen Trekking zurückkehrte…und dann für 6 Nächte blieb, weil’s sich grad so anbot.

Mandalay ist nicht Hanoi, Mandalay ist nicht Chiang Mai. Und trotzdem hat Mandalay Charme. Birmanischen Charme.

Da gehört eigentlich noch ein braun-weiß gefleckter Hund mit ins Bild, der jedoch bei allen drei Versuchen das Weite gesucht hat…

Unverhofft auf dem Heimweg mit dem Fahrrad…DAS war unglaublich!

Myanmar, Bagan, Part2

…09.00Uhr. Ich starte den Motor meines gemieteten E-Bikes und mache mich gemeinsam mit Shelby und Maja, die bereits von Mandalay aus mit uns zusammen über den Irrawaddy-Fluss nach Bagan aufgebrochen ist, auf den Weg nach Old Bagan. Ich möchte unbedingt mehr von der wundervollen Umgebung Bagan’s erkunden.

Auch entlang der Hauptstraße zum früheren Bagan finden sich viele verschiedene Pagoden und Stupas, um die sich herum verschiedene Straßenhändler und Souvenirverkäufer versammelt haben, um möglichst mit einem von uns Touristen das große Geschäft zu machen. Die Menschen in Myanmar sprechen ein erstaunlich gutes Englisch und wo immer schließlich auch wir an den zahlreichen religiösen Stätten halten, kommen freundliche Gespräche zustande, die stets von viel Lachen begleitet werden. Myanmar ist besonders.

Gegen 11.30Uhr trenne ich mich schließlich von den beiden Mädels, um das Areal in Flußnähe noch für mich alleine etwas zu genießen, bevor ich mich auf 14.00Uhr mit Ludek treffe, um nochmal im Detail über die Reise in den Westen Myanmar’s zu sprechen. Eigentlich habe ich mich ja bereits entschieden.

Ich alter Abenteurer…

Für dieses Bild kniete ich knapp 10 Minuten regungslos auf dem Boden und wartete geduldig, bis der gnädige Flattermann die Güte besaß…
Die Welt ist groß…
…und die See ist rau.

Myanmar, Bagan

Ich bin nun den zweiten Tag in Bagan. Gestern habe ich mir gemeinsam mit Shelby einen Überblick über die kleine Stadt “New Bagan” verschafft, war lecker essen und schaute mir nachmittags mit einem gemieteten E-Bike einen ersten Teil der Tempellandschaft rund um Bagan an. Für heute habe ich mich zu einer Tempeltour angemeldet, die von meinem Hostel angeboten wird und durch die ich mir nun weitere, fundiertere Informationen und Eindrücke über die Gegend erhoffe.

Mein Tag beginnt sehr früh. Shelby und ich haben gestern während unserer Entdeckungstour etwas Abseits der üblichen Wege einen coolen Tempel gefunden, zu dessen Spitze man steigen kann und von dort aus den Sonnenuntergang angesehen. Nach diesem Spektakel haben wir dann direkt vereinbart, dass wir heute vom Nachbartempel aus den Sonnenaufgang verfolgen wollen. Wir treffen uns um 05.45Uhr im Erdgeschoss an der Rezeption und machen uns nach einem schnellen Kaffee auf zum E-Bike-Verkaufsshop des Vortages, um dort erneut einen fahrbaren Untersatz für den Tag zu mieten. Ein Gesetz in Myanmar verbietet regionenbezogen das Fahren sowie auch bereits das Vermieten von Motorrädern und Scootern an Ausländer, in Bagan sind jedoch Elektroroller erlaubt und überall erhältlich. Ich finde das großartig!

Es ist noch dunkel, als wir am Tempel ankommen und durch einen schmalen, unscheinbaren Seitengang die Treppen nach oben ertasten. Oben angekommen, beginnt sich der Himmel nach kurzer Zeit dann schließlich von schwarz zu grau und grau zu blau zu färben. Uns eröffnet sich die gleiche atemberaubende Aussicht wie am Vortag. Weite Flächen mit sandigem Grund, niedrigem Buschwerk und den Tempeln, die überall elegant und mystisch zugleich aus dem Boden ragen. Die Nächte in Myanmar sind recht kalt und zwischen den Büschen und kleineren Bäumen hängen die Nebelschwaden. Nach und nach lichtet sich der Nebel und gibt unserem Sichtfeld weitere Tempel frei. Und wie sich der Himmel langsam rosa färbt, steigen wenige hundert Meter weiter nördlich die Ballons auf… Die Tempellandschaft von Bagan zum Sonnenaufgang aus einem Heißluftballon heraus zu bestaunen, ist sehr gefragt und teuer zugleich. Der stolze Preis für eine etwa 60 minütige Fahrt liegt bei grob 430,- US-Dollar. Und die Anbieter sind Tage im Voraus ausgebucht! …die Ballons steigen höher und höher in Richtung Firmament hinauf und mit ihnen die Sonne. Was zunächst nach einem Flop aussieht, entpuppt sich als wahres Wunder. Die Sonne steigt ohne große Vorankündigung in Form von Morgenrot oder Sonnenstrahlen aus den dichten Nebelschwaden am Horizont empor. Rund und leuchtend rot wie ein Feuerball. Schlagartig erhellt sich die Landschaft um uns herum und was wenige Minuten zuvor noch grau schien, färbt sich jetzt in sattes grün. Es ist kalt. Und es ist still. Und wie die Ballons näherkommen, ist das einzige Geräusch, dass zu vernehmen ist, das gelegentliche Rauschen der Gasbrenner, die die Luft im Inneren der Ballons erhitzen, um höher hinauf zu steigen.

Um 7.45Uhr bin ich schließlich am Hostel zurück und nach einem kurzen Frühstück finde ich mich auf 08.30Uhr mit meinem E-Bike vor dem Hostel ein, von wo aus die mittels Tourguide geführte Besichtigungstour startet. Wir sind insgesamt 24 Personen, was normalerweise deutlich zu viel für meinen Geschmack ist. Hier sind jedoch die meisten Teilnehmer Alleinreisende und ich lerne bereits auf der 10 minütigen Fahrt zur ersten Pagoda Leute aus Israel, Vietnam, der Schweiz und den Niederlanden kennen, was wirklich witzig ist. Nach und nach werden es dann mehr; nochmal Israel, Thailand, Japan, Indien, China, Brasilien, tschechische Republik….die ganze Welt scheint vertreten zu sein und unser birmanischer Tourguide sorgt mit unglaublichem Wissensschatz dafür, dass uns nicht langweilig wird.

Nachdem wir Dhammayazaka, die einzige Pagoda in ganz Bagan mit fünf Eingängen, verlassen, führt uns unser Weg in ein kleines Dorf weiter, in dem allerlei einheimische Handwerkskunst zu bestaunen ist. Die Leute sind nett hier und bieten uns allerlei Waren zu einem “good price” an. Während sich die anderen Tourteilnehmer die Kunstwerke anschauen oder sich in Verkaufsverhandlung begeben, komme ich mit Ludek aus Tschechien ins Gespräch. Ludek ist etwas älter als ich, alleine reisend und sucht einen Travel Buddy für einen Trek weiter im Westen. Er möchte mit dem Bus in das sieben Stunden entfernte Mindat fahren und dort einen Local Guide anheuern, der ihn von Mindat aus in einem 3 Tage-Trek auf den zweithöchsten Berg Myanmars, auf den Mount Victoria, führt. Mindat liegt im westlich von Bagan gelegenen Chin-Staat, dem ärmsten Staat Myanmars, der erst seit drei Jahren überhaupt für den Tourismus geöffnet ist und nördlich der Rakhine-Provinz liegt, in der seit Monaten ein Glaubenskrieg in der Bevölkerung herrscht. Warmwasser, Internet und auch Touristen findet man in Mindat und Mindat’s Umgebung nur sehr selten; die Vorstellung gefällt mir gut. Da ich ohnehin keinen wirklichen Plan für die Zeit nach Bagan habe, verabrede ich mich mit Ludek auf den nächsten Tag, um weitere Informationen zu seiner Idee, dem Chin-Staat und nicht zuletzt auch über Ludek selbst zu erhalten.

Unsere Bagan-Tour führt uns bis in den Nachmittag hinein zu verschiedenen Tempeln der insgesamt über 2.000 Monumente…Bagan ist beeindruckend.

Bin unheimlich stolz auf dieses Bild!

Die Zeichnungen an der Wand sind aus dem 11. Jahrhundert!

…auch hier: 1.000 Jahren alt!
DAS ist Bagan!

Thailand, Chiang Rai

Neues Jahr, neues Glück…und neue Ziele.

Nach 7 Tagen in Bangkok bin ich gestern Abend schließlich nach Chiang Rai geflogen und schau mir das Örtchen so nun also doch noch an. Nach einer ordentlichen Portion Schlaf gönne ich mir unweit meines Hostels erst einmal ein leckeres Frühstück bei Risen Koff, die hier den Kaffee ihrer eigenen Plantage aus dem Westen Chiang Rai’s vertreiben. Leider fehlt mir die Zeit für einen Besuch der Kaffee-Plantage, zumal Risen Koff seine Kaffeebohnen wohl auch in Europa vertreibt. Wer also mal über das Logo mit dem schwarzen Kaffeeblatt stolpert…aus Thailand’s Nordosten, unweit dem goldenen Dreieck, wo die Grenzen der Länder Thailand, Laos und Myanmar zusammenlaufen. Was die Pancakes angeht, die ich zum Frühstück bestellt habe, so müssen diese sich geschmacklich leider hinter denen aus dem “Blue Diamond” in Chiang Mai anstellen…aber gut; Meckatzer haben sie auch nicht; überall alles bekommen zu können, würde den Dingen ihren Charme rauben.

Dann ist Sightseeing angesagt. Ich miete mir im Hostel ein Fahrrad und radel zunächst zum 12 Kilometer entfernten Wat Rong Khun, dem weißen Tempel. Ein prächtiges Gebäude, das allerdings von Touristen regelrecht überrannt wird. Eine Stunde später geht’s abseits der Hauptverkehrsstraße gemütlich zurück nach Chiang Rai, damit ich mir auch einen Eindruck über die Stadt selbst verschaffen kann, wenn ich schon einmal hier bin. Ich muss mich an dieser Stelle leider auf die Seite derer stellen, die meinen, dass es ausreichend ist, von Chiang Mai aus eine Tagestour zu buchen…sicher handelt es sich bei einer solchen Tour um einen vollgepackten Tag, aber man hat am Abend ganz bestimmt mehr gesehen als ich es tat, da die Sehenswürdigkeiten alle etwas verstreut liegen. Außerdem kann man sich tags darauf dann anderen, schöneren Orten widmen, an denen der Tourismus und meinem Gefühl nach auch das an den Tourismus angepasste Preisgefüge nicht so allgegenwärtig ist. Beeindruckend waren der “white temple” und der Wat Phra Kaew, in dem der Smaragd-Buddha, offizieller Name “Phra Phuttha Maha Mani Ratana Patimakorn”, Thailand’s National-Heiligtum, im Jahr 1434 gefunden wurde, allemal.

Morgen geht’s übrigens nach Chiang Mai zurück…von wo aus ich dann am Freitag aber auch wirklich gleich wieder in das Städtchen Pai aufbreche!

Bei Risen Koff sieht das auch gut aus…
Wat Rong Khun…
…oder auch „white temple“.
Der Eingang zum Tempel symbolisiert die Hölle, durch die man zum Himmelreich aufsteigt.
Das…ähm…war das Dach des Klohäusschens.
Eines der Gebäude innerhalb des Wat Phra Kaew.
Der Bronze Buddha im Wat Phra Kaew.
Der Wat Jedyod…den ich, wieso nur, sofort dem Jedimeister Yoda zugeschrieben hab…

Thailand, Bangkok

Bangkok. Die Stadt der Engel.

Nachdem ich gestern Morgen mit dem Zug aus Chiang Mai gekommen bin und die erste Nacht unweit der Khao San Road verbracht habe, ziehe ich heute in ein anderes Hostel um. Nirgends reihen sich mehr preisgünstige Hotels, Restaurants und Massagesalons aneinander und viele der berühmten Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Gehminuten von der Khao San Road entfernt. Für einen ersten Besuch in Bangkok ist eine Unterkunft in dem Gebiet im Westen der Stadt also absolut empfehlenswert. Ich bin jetzt bereits das dritte Mal in Bangkok und habe das Gebiet westlich vom Golden Mountain mehrfach besucht. Auch die anderen Viertel der Stadt haben eine Menge zu bieten, wodurch ich gerne etwas mehr ins Zentrum sowie näher an die Stationen des öffentlichen Nahverkehrs heran möchte.

Um ihn selbst nicht zu vergessen, muss ich an dieser Stelle den Massagesalon “Massage in Garden” unweit der Khao San Road erwähnen, in dem ich gestern Abend eine absolut phantastische Ganzkörper-Öl-Massage bekommen habe. Wer mal in der Nähe ist: Umgerechnet etwa 9,00 € für 60 Minuten…ich tendiere dazu, das als meine beste Massage zu betiteln, die ich bisher genießen durfte!

Zurück zu meiner Stadt. Ich war in der Vergangenheit stets ein großer Fürsprecher Bangkok’s und die letzten Tage dann sehr gespannt darauf, wie ich mich dieses Mal hier wohl fühlen würde, nachdem ich so viele andere Orte auf dieser schönen Welt seit meinem letzten Aufenthalt vor knapp zwei Jahren gesehen habe und kennenlernen durfte. Was sich gestern dann zunächst tatsächlich etwas fremd angefühlt hat, ändert sich nun schlagartig, nachdem ich meinen Unterkunftswechsel in das “Siam Journey Guesthouse”, zwischen den BTS-Stationen Ratchathewi und Phaya Thai gelegen, vollzogen habe und mich zu Fuß den Phaya Thai Road in Richtung der großen Siam-Einkaufszentren und dem MBK aufmache. Es ist schön, wenn man seine Umgebung kennt und ich verspüre unendliche Freude in mir aufkommen, als die Straßen beginnen, mir vertrauter zu erscheinen. Es scheint alles so unverändert. Die unzähligen Cafès entlang der Straße, all die unterschiedlichen Essensstände auf den Gehwegen davor, die vollen Straßen, die sich übereinanderwinden, bevor die BTS-Bahn ganz oben darüber hinwegrauscht, all die unterschiedlich aussehenden Menschen, die mir entgegenkommen oder an mir vorbeieilen.

Ich entscheide mich in das Siam-Center zu gehen und finde mich vor dem Cafè “the coffee bean and tea leaf” wieder, in dem ich vor knapp zwei Jahren, bei meinem letzten Aufenthalt in Bangkok, am Abend vor meinem Rückflug nach Deutschland einen Cappuccino getrunken habe. Ich muss bei der Sicht auf den Preis für einen Cappuccino kurz schmunzeln; hatte ich damals wirklich so viel bezahlt!? Reist man mit einem festen Tagesbudget, lernt man die günstigeren Plätze zu finden und trinkt (zumindest) nicht täglich Kaffee in der Nobel-Mall. Nun gut. Ich bestelle das gleiche Getränk wie damals, wähle den gleichen Platz hinten rechts in dem vielleicht 50 Quadratmeter großen Raum, dessen zwei Außenwände aus einer gut isolierten Glasfassade bestehen und sitze so mit meinem Cappuccino an dem mir bereits bekannten Tischchen mit dem Rücken zur Wand. Zu meiner Rechten, etwa 4 Meter unter mir, windet sich der stark befahrene, sechsspurige Rama I. Road unter der BTS-Station Siam hindurch, auf dem Verkehrspolizisten versuchen, den Verkehr in die und aus der Parkhaus-Einfahrt des Siam Centers zu lotsen und gerade aus, auf meiner Höhe, springen die durch all die Lichter und Leuchten funkelnden Wasserfontänen vor dem Eingang zum Siam Paragon in regelmäßigen Abständen in die Höhe. Wie ich so da sitze, fühle ich mich prompt in die Zeit meines letzten Besuchs zurückversetzt und ich fühle in mir das gleiche, zufriedene und stolze Gefühl, wie ich es damals in mir getragen habe.

Bangkok. Schön, hier zu sein…

Bangkok…Stadt der Engel.
Mit dem Slowboat durch die Kanäle…
Wat Arun jenseits des großen Flußes.
Buddha-Statue am Wat Saket; Golden Mountain.
Das Krematorium zu Ehren des verstorbenen Königs Rama IX.
Garuda, der Götterbote.
Das Geleit des toten Königs.
Der Rama I. Road unterhalb der BTS-Station Siam.

Bangkok, City of Life.

Thailand, Chiang Mai, Christmas 2017

Weihnachten…das Fest der Liebe.

Ich könnte jetzt darüber schreiben, wie sehr ich die süddeutsche Adventszeit vermisst habe oder wie hier in Asien einfach kein Weihnachtsfeeling aufkommen will. Ich könnte darüber schreiben, wie schwer es so weit weg von Adventskalendern und Vorweihnachtsprogramm ist, ein Bewusstsein für das stattfindende Ereignis zu erlangen oder über das trotzdem heimliche Beneiden derer, die pünktlich zurückfliegen, um die Feiertage mit ihren Liebsten zu verbringen. Ich könnte auch darüber schreiben, wie grotesk es klingt, wenn um 22.00Uhr bei 25°C Außentemperatur “let it snow, let it snow, let it snow” aus den Boxen der Bar nebenan ertönt. Ich könnte…ich glaube aber, dass es am Interessantesten ist zu erfahren, auf welch wunderbare Weise ich dieses wirklich besondere Weihnachtsfest in diesem Jahr erlebt habe…

Zunächst habe ich den Tag damit begonnen, unweit des Vida Guesthouses zur Feier des Tages einmal klassisch thailändisch zu frühstücken. Bestellst du Khao Soi Gai, so bekommst du eine würzig-scharfe Curry-Nudelsuppe mit Huhn, wobei das klassische Huhn in dem Fall als Hühnerschlegel serviert wird. Sehr lecker.

Im Anschluss daran setzte ich mich auf die kleine Bank an das kleine Tischchen vor dem Vida Guesthouse in die warme Morgensonne und hab eine Tasse von Irene’s leckerem Kaffee genossen. Wie gewohnt: Ein kleines bisschen Milch und ein kleines bisschen Zucker.

Zwischen 9.30Uhr und 10.00Uhr gesellten sich dann schließlich nach und nach erst Danny aus London, dann Christian aus Berlin, Viviën aus Holland und zu guter Letzt Monique aus Braunschweig vor dem Vida zu mir. Wir hatten uns am Vorabend bereits zu einer kleinen Tour verabredet. Das Ziel: Wat Umong im Westen Chiang Mai’s. Das erste Etappenziel war nach etwa 30 Minuten, nach einem gemütlichen Walk durch die Altstadt Chiang Mai’s Richtung Westen, durch das West Gate hinaus, entlang der Hauptstraße vorbei an kleinen Street Kitchen und allerlei Shops, der Friedhof am Wat Suan Dok. Auf einer Fläche so groß wie ein Fussballfeld liegen dort mehrere kleine und große Gruften aus weißem Stein, die Familienangehörige eines früheren Königsgeschlechts beherbergen und die in der Sonne so unfassbar stark strahlten, dass ich meine Augen zusammenkneifen musste und meine Sonnenbrille aus dem Rucksack kramte. Nach einem kurzen Stop ging es weiter entlang der Hauptstraße und schließlich ein Stück entlang einer zweispurigen, mehr als stark befahrenen Straße, wo wir auf Danny’s Definition vom Paradies stießen. Direkt neben der Fahrbahn mit all dem zähfließenden Verkehr, mit all dem Smog, der in der Luft lag und inmitten der kahlen Hauswände, die sich auf der rechten Seite des Gehweges dahinzogen, gab der Beton eine kleine Nische frei. Auf einer Fläche von vielleicht 2 auf 4 Metern erstreckte sich hier ein kleiner Teich, umgeben von einem Dschungel aus Pflanzen. In dem Teich schwammen gut 20 kleine Goldfische und zwei prächtige Koi-Karpfen, einer orange und einer weiß, mit wunderschöner Heckflosse, die sich gemächlich hin und her bewegte. Ein Ort, wie er kontrastreicher nicht sein könnte.

Und dann erreichten wir Wat Umong. Ein wunderschönes Plätzchen. Inmitten des Waldes gelegen, kann man es wohl in drei unterschiedliche Zonen aufteilen: Gerade aus, der eigentliche Tempel mit einer riesigen Stuba oben auf der Anhöhe und mehreren unterirdischen Gängen, in denen kleine Nischen mit Buddha-Statuen zum meditieren einladen. Zur Linken ein kleiner See mit einer Insel in der Mitte, auf der man auf schmalen Bänkchen, unterhalb der großen schattenspendenden Bäume, direkt am Wasser, gemütlich seinen Gedanken nachhängen kann. Fische und Wasserschildkröten strecken regelmäßig das Köpfchen zur Wasseroberfläche und die Insel selbst ist bewohnt von unzähligen Tauben, die sich sichtlich wohlfühlen und durchaus interessiert um einen herumschleichen. Und zur Rechten befindet sich der “Garden of broken Buddha”; ein kleines Waldstück, in das die Leute ihre alten und kaputten Buddha-Statuen zur letzten Ruhe stellen. Hier stehen unzählige Figuren und Statuen unterschiedlichsten Materials, Aussehens, Alters und Zustands. Manche von ihnen sind schon regelrecht zerfressen von Wetter und Zeit. Und dennoch: Zu unansehnlich für das Haus, doch zu heilig für den Müll. Ein wirklich besonderer Ort.

Als wir gegen 5 wieder zurück im Guesthouse waren, kam bei mir kurz der Weihnachtsstress durch. Ein paar Tage zuvor hatte ich in Sukhothai Yalan aus Mexico und Shelby aus Arizona, U.S. kennengelernt, die nun beide ebenfalls in Chiang Mai waren und mit denen ich mich zum Christmas Dinner verabredet hatte. Auf Shelby’s Befehl hin hatten wir außerdem vereinbart zu wichteln…ist ja nicht das erste Mal, dass ich an Weihnachten noch Geschenke kaufen gehe. Ich alter Profi.

Um 7 trafen wir uns bei Shelby im Hotel und nach kurzer Recherche saßen wir um 7:15PM im Tuk Tuk auf dem Weg zum Riverside Restaurant. Direkt am Fluss gelegen und durch das dunkle Holz rustikal aber doch elegant wirkend, super gemütlich eingerichtet, bekamen wir trotz nicht vorhandener Reservierung mit viel weihnachtlichem Glück einen Tisch für drei Personen im hinteren, ruhigeren Bereich. Zur Feier des Tages ließen wir uns natürlich nicht lumpen: Aus den Staaten importiertes Bier, als Snack vornweg warmes Baguette mit Knoblauch und Käse, als Hauptspeise das Filet Mignon mit gebackener Ofenkartoffel und gedünstetem Gemüse. Was das Fleisch betrifft, so war das wohl mit das Beste, was ich je gegessen habe. So zart, dass das Messer nur so hindurch rutschte und es auf der Zunge regelrecht verlief. DAS war ein Steak, Stefan! Unfassbar!

Gegen 11 sind wir schließlich mit Heißhunger auf Dessert zurück in die Stadt spaziert und haben dann Schokoladen-Kuchen gekauft, den wir unweit des Three Kings Monuments im Zentrum gelöffelt haben, bevor feierlich zur Bescherung übergeleitet wurde. Ich habe das Wichtelgeschenk von Shelby bekommen: Eine kleine Buddha-Statue aus den Tempeln von Si Satchanalai.

Shelby ist im Anschluss daran in ihr Hostel zurück und Yalan und ich haben ein Chang-Bier im 7/11-Supermarkt gekauft, das wir zum Abschluss gemütlich auf dem Bänkchen eines geschlossenen Massage-Salons zusammen tranken. Kurz nach Mitternacht erreichte ich schließlich nach einem langen, sehr schönen Tag mein Guesthouse und siehe da, Danny und Christian saßen noch draußen…gemütlich plaudernd…auf der kleinen Bank, an dem kleinen Tischchen vor dem Vida Guesthouse.

Merry Christmas!

Der Friedhof am Wat Suan Dok.
Danny’s Definition vom Paradies.
Die Insel inmitten des Sees am Wat Umong.
“Garden of broken Buddha”.
Einer der zahlreichen Tempel Chiang Mai’s.

Merry Christmas!
„…von mir auch…“.

Thailand, Chiang Mai – Die Zweite

Nach drei Tagen Sukhothai mache ich mich auf, zurück nach Chiang Mai, wo ich Weihnachten verbringen werde. Nach sechs Stunden Busfahrt erreiche ich schließlich mit Einbruch der Nacht den Busbahnhof östlich der Altstadt. Das Tuk Tuk für 100 thailändische Baht zum East Gate spare ich mir, weiß ich doch, dass auf der Hauptstraße die großen, roten Taxis mit Platz für mehr als nur zwei Personen deutlich günstiger sein können, sofern bereits Passagiere an Bord sind.

Gedacht, getan. Ich laufe also zur Hauptstraße und nach kaum zwei Minuten erfolgt die Kontaktaufnahme des erhofften Transportmittels auch schon prompt in Form eines Hupgeräusches direkt hinter mir. Ich strecke meinen Arm in die Höhe, “the red cab” hält und wie ich nach rechts schaue, schauen die Fahrerin und ein Mönch in orangener Kutte vom Beifahrersitz aus durchs offene Fenster nach links. “East Gate?”, frage ich, “Thapae Gate?”, entgegnet sie. Ich nicke mit dem Kopf, sie hebt 5 Finger, ich hebe 4 Finger zurück, sie nickt mit dem Kopf, Deal. Durch einen flüchtigen Blick nach hinten in den Wagen erkenne ich einige Personen und frage noch, ob der Wagen nicht schon voll sei, was sie durch ein melodisches “not fuuull” verneint. Ich laufe nach hinten zum Eingang der Passierskabine und gut…ich finds voll. Die acht Personen (mit Gepäck), die sich bereits im Inneren des Fahrzeugs befinden, schauen mich mit meinen zwei Rucksäcken an und denken vermutlich das selbe.

Als echter Backpacker lässt man sich von sowas aber natürlich nicht einschüchtern! Ich nehme meinen großen Backpack vom Rücken, hieve ihn auf das letzte freie Plätzchen auf der rechten Bank direkt am Eingang und gehe mit meinem kleinen Rucksack auf dem Rücken auf der Metallstufe am hinteren Fahrzeugende in die Hocke. Ich halte mich an den beiden Metallgestängen links und rechts des Eingangs fest und rufe “ok”, woraufhin sich der Wagen in Bewegung setzt. Ich fühle mich ein bisschen wie Indiana Jones…

Wir haben bereits ein paar Blocks hinter uns gebracht (und meine Füße sind bereits eingeschlafen), da kommen eine hübsche Frau, zwei kleine Kindern und ein weißer, zotteliger Hundewelpe auf einem Motorroller näher. Das Mädchen auf dem Rücksitz wird in etwa zwölf sein, während der Junge, der vor der Mama auf dem Trittbrett steht und sich am Lenker festhält, drei oder vier sein dürfte. Was den Hund angeht, den das Mädchen im Arm hält, so habe ich bezüglich dem Alter keine Ahnung. Klein ist er. Der Wagen und somit auch der Roller kommen aufgrund einer vermutlich roten Ampel zum Stehen, was ich dazu nutze, um dem Jungen ein freundliches “Sawadee khap” zuzurufen, da er mich fasziniert und zugleich schinant beobachtet, was an meinem westlichen Aussehen liegen dürfte. Auf die Aufforderung zum Gegengruß seiner Mama hin nimmt der Junge seine beiden Händchen vom Lenker, faltet sie zusammen vor sein Gesicht und verneigt sich vor mir. Eine geradezu perfekte Ausführung eines respektvollen Grußes gegenüber älteren Personen in Thailand. Gut…ich bin keine 20 mehr. Indiana Jones auch nicht.

Der Wagen setzt sich wieder in Bewegung und kurz darauf erreiche ich das East Gate. Ich springe leichtfüßig von Bord, schnalle mir meine beiden Backpacks auf die Hüften, bezahle meine verhandelten 40 Baht und setze mich Richtung Altstadt in Bewegung. Ich habe bereits zwei Tage zuvor Irene vom Vida Guesthouse gegenüber mit dem E-Mail-Betreff “Want to come back :-)” angedeutet, dass ich gerne nochmal für ein paar Tage vorbeikommen würde, woraufhin sie kurzerhand mein altes Zimmer 305 für weitere vier Nächte auf meinen Namen reserviert hat. Als ich im Guesthouse ankomme, ist es bereits 19.00Uhr. Irene sitzt am Empfang und wie ich eintrete, fragt sie mich aufgebracht, wo ich denn gewesen sei und wieso ich erst jetzt komme, wo ich doch 18.00Uhr in meiner E-Mail angekündigt hatte. Ich ahne schlimmes und frage vorsichtig, ob mein Zimmer den noch verfügbar sei…

”Suuure…i was waiting for youuu”, grinst sie freudestrahlend und hebt mir den Zimmerschlüssel entgegen.

Hello again, Vida!
Hello again, Vida-Katze!
Hello again, Chiang Mai-Mäuslen!
Hello again, Mönch!

Thailand, Sukhothai

Im Jahr 1238 n.Ch. als neues Thai-Königreich gegründet, herrschte die Sukhothai-Dynastie ziemlich genau 200 Jahre lang, bevor die Hauptstadt Sukhothai im Jahr 1438 an Ayutthaya (gut 380 Kilometer weiter südlich gelegen) fiel. Das Königreich Sukhothai hatte in seiner Blütezeit Mitte des 13.Jahrhunderts bis ins späte 14.Jahrhundert hinein immensen Einfluß auf die Kunst, die Sprache, die Literatur und die Religion der modernen thailändischen Gesellschaft und gilt nicht zuletzt aufgrund seiner Größe im frühen 14.Jahrhundert, die flächenmäßig über das heutige Thailand hinausragte, zu einem der bedeutendsten Thai-Königreiche der Geschichte. Leider ist von diesem einst so mächtigen Imperium und dessen Zentrum heute kaum noch etwas zu sehen.

Ich bin gestern Abend in Sukhothai oder, genauer beschrieben, in der Neustadt Sukhothai, etwa 12 Kilometer östlich der ehemaligen Metropole gelegen, angekommen. Die kleine Ortschaft hat leider nicht all zu viel zu bieten: Die typischen Massage-Salons, die in gefühlt jeder Straße Thailand’s zu finden sind, den klassischen night/food market, auf dem man so wunderbar gut essen kann (bereits seit Vietnam verfolgt mich ein Gericht/Beilage/Gemüse, dass ich zu lieben gelernt habe: Fried Morning Glory WITH GARLIC and Rice), zwei Tempel, drei 7/11-Supermärkte, eine Handvoll Bars, Restaurants und kleinerer Unterkünfte sowie Yo. Yo hat die ersten 23 Jahre seines Lebens in den Niederlanden verbracht, ist vor vier Jahren mit seiner thailändischen Mutter nach Suhkothai gezogen und hat vor einer Woche als Rezeptionist in “meinem” Hostel angefangen. Sein Vorname ist japanisch, sein Nachname der seines französischen Vaters, sein Humor der meine. Cooler Typ.

Voller Vorfreude auf den Tag springe ich mit Leichtigkeit um kurz vor 8 aus dem Bett und begebe mich nach einer viel zu kalten Dusche (das mit dem Warmwasser funktioniert hier manchmal nicht so) in den Aufenthaltsraum und zum kostenlosen Frühstück. Toast und Marmelade sind nichts weltbewegendes, aber mit selbstgemachter Erdbeer-, Ananas- und Bananen-Marmelade einfach nur lecker.

Anmerkung nach Palmerston: “Da kommen dann schon auch mal schnell 12 zusammen”.

Nach einem ausgedehnten Frühstück, bei dem ich mit Yalan aus Mexico und Shelby aus Arizona, U.S. mit großer Wahrscheinlichkeit meine Gesellschaft für Weihnachten gefunden habe, mache ich mich per wooden bus (einem überdimensionalen Tuk Tuk) für umgerechnet etwa 0,80€ in die Altstadt unweit dem Historical Park auf. Angekommen, miete ich mir ein Fahrrad für den Tag (weitere 0,80€), löse ein Eintrittsticket für die zentrale Zone (mit Fahrrad 2,85€), gönn mir noch kurz einen Cappuccino und radel mit meinem Drahtesel am Ticket-Kontrollhäuschen vorbei, rein in den Historical Park. Durch Alleen hindurch, an künstlich angelegten Seen vorbei, sind mein Ziel die letzten Überbleibseln der einst so mächtigen Stadt.

Leider ist es mir nicht möglich, mit meinen Fotos auszudrücken, was ich sehe und fühle. Sicher, man vermag mit einem Bild das Objekt zu zeigen, doch wird dadurch nie die Besonderheit des Moments vermittelt. Weder kann man die Geräusche der flatternden und gurrenden Tauben hören, die sich hier überall in den steinernen Überbleibseln eingenistet haben noch das Summen der Insekten, die über die Grünflächen entlang der Fuß-Rad-Wege schwirren. Weder kann man die Wärme der Sonne spüren, die von oben auf einen herab scheint, noch die Wärme der Steine ehemaliger Tempelanlagen, auf denen ich mich niederlasse, um die alten Gebäude in Ruhe zu bestaunen und auf mich wirken zu lassen. Weder kann man die Magie spüren, die von den alten Tempelbauten ausgeht, noch die stille Ehrfurcht der wenigen anderen Besucher, die mir an diesem Tag entgegenkommen…

Nördlich der zentralen Zone.
Wat Mahathat in der zentralen Zone.
Wat Mahathat in der zentralen Zone.
Wat Mahathat in der zentralen Zone. Vor diesem Panorama hab ich deinen Brief gelesen, Mona!
Wat Mahathat in der zentralen Zone.
In der westlichen Zone…
In der nördlichen Zone…

Laos, Vientiane

Vientiane ist die Hauptstadt und mit Abstand größte Stadt in Laos. Im gesamten Ballungsraum leben etwas mehr als 750.000 Menschen und somit über 10% der Gesamtbevölkerung (Zum Vergleich: Die zweitgrößte Stadt Pakse hat eine Einwohnerzahl von 90.000).

Und trotzdem ist alles ziemlich gemütlich hier…

Vat Sisaket, das älteste erhaltene Kloster Vientianes. Baujahr 1818.
Anousavari (Patuxai) erinnert an die vielen Soldaten, die auf königlicher Seite vor 1975 für Laos gefallen sind.
Die Deckenmalerei des Anousavari (Patuxai).

That Luang, Nationalsymbol und bedeutenstes religiöses Monument von Laos.
Tempel in unmittelbarer Nähe zum That Luang.

Vietnam, Phu Quoc

Phu Quoc im Schnell-Überblick:

  • Super Burger bei Pizza Regina & ein täglicher Nightmarket mit Straßen-Restaurants mit hervorragender südvietnamesischer Küche (Seefood & Shrimps). #solecker
  • Pepper-Farm und Pearl-Factory…wohl die peinlichsten Touristenattraktionen, die ich je besuchen musste…
  • Sehr interessantes/erschreckendes Gefängnismuseum „Nha Tu Phu Quoc“ im Süden der Insel (Menschen können so herzlos sein).
  • Die wunderschöne Pagoda „Chua Ho Quoc“ und das Glockenspiel im linken Turm.
  • ERSCHRECKEND viel Plastikmüll an den Stränden und auch im Meer davor.
  • Drei gemeinsame Tage mit meinen Freunden Sophie & Kyle !!!
Phu Quoc ist sehr bekannt für seine Fischsoßen-Fabrik.